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Exkursion Kriege erinnern.
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Krieg 1992-1995 in Bosnien-Herzegowina

Route und Exkursionsziele:

1. Zagreb 8. Jablanica
2. Jasenovac 9. Mostar
3. Donja Gradina 10. Sutjeska
4. Kozara 11. Gorazde
5. Prijedor 12. Srebrenica
6. Banja Luka 13. Sarajevo
7. Sarajevo
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Zagreb

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Marion Forster, Julia Merl und Birte Richardt: Reisetagebuch vom 22. Mai 2010

ZagrebAnkunft am Mittag. Es ist Ende Mai und die Stadt atmet noch die Kühle, die über Europa lagert in diesem Mai. Die Menschen auf der Straße tragen Jacken, wir hingegen spazieren in T-Shirts zum Stadtrundgang – wir wollen den Sommer. Regen kommt und geht und Zagreb erscheint uns gerade in dieser abwechselnden Witterung besonders attraktiv. Es ist wirklich eine schöne Stadt. Alles hügelich und verwinkelt. Sehr hübsch. Gleich sehr vertraut.

Wir laufen durch die Stadt, durch die Straßen und Gässchen und saugen das Leben an diesem Ort auf. Noch fühlt sich alles wie Urlaub auf dieser Reise an. Wir haben den Dom besichtigt und von unserem Professor viel über die Stadt und ihre Geschichte erfahren. Dennoch habe ich mich in eine Straße ganz besonders verliebt.

ZagrebGefühlt am tiefsten Punkt der Stadt, ragen an den Seiten dieser langen Gasse die Hügel auf, welche zu höher gelegenen Plätzen führen, während sich die Straße gemütlich durch die zahlreichen Cafés schlängelt.

Es ist sonnig und nass vom Regen und es riecht nach Frühling. Man geht dort entlang, sieht überall fröhliche Menschen, Kaffee trinkend und der gepflasterte Weg führt durch eine ruhige Fußgängerzone. Irgendwie ist man weit weg vom Rest der Stadt. Ein unglaublich schöner Ort und eine herrliche Atmosphäre.

ZagrebZum Ausklang der Stadtbesichtigung können wir einem pivo natürlich nicht widerstehen und kommen so gerade noch rechtzeitig zum Abendessen zurück ins Hotel. Hungrig vom Anreisetag und hungrig auf alles Neue genießen wir unser Essen. Natürlich gibt es Fleisch – das soll sich auch die nächsten Tage nicht ändern. Die Stimmung in der Gruppe ist gelöst und alle freuen sich auf das Fußball-Spiel – Bayern gegen Inter Mailand. Die Kroaten sind große Bayern-Fans (allein schon wegen Olić). Nach dem Essen ziehen wir los und suchen eine gemütliche Kneipe, in der wir das Spiel verfolgen können.

ZagrebWir finden etwas und setzen uns. Der Kellern kommt und meint: „Deutsche?! Ok, ihr dürft bleiben, aber nur, wenn ihr euch benehmt!“ Etwas verdutzt bleiben wir. Später feuern wir zusammen mit den Zagrebern die Bayern an. Es ist wirklich schön zu sehen, dass die Kroaten mehr für Bayern fiebern, als wir selbst. Bayern verliert leider. 0:2. Schade. Ich hätte gerne zusammen mit den Menschen von hier gejubelt. Viel schlimmer ist jedoch, dass bereits zu diesem Zeitpunkt – obwohl unsere Reise hier so weit im Norden beginnt, die ersten Kinder an uns herantreten, um zu betteln.

Nach dem Spiel sitzen wir noch ein bisschen zusammen, bis wir erschöpft von der Reise zurück ins Hotel gehen. Wieder im Hotel genieße ich mein Einzelzimmer. Ich kenne noch niemanden gut aus der Gruppe. Ich kuschle mich unter die ganzen weichen, smaragdgrünen Decken. Ich kann lange nicht einschlafen. Dann dafür umso tiefer.

Dies sollte die einzige Nacht auf dieser Reise werden, von der ich morgens nicht nass vom Schweiß aufwachen würde...

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