Projektbereich A


Vegetationsgeschichtliche Untersuchungen zum Landschaftswandel am Bogenberg (Niederbayern), Schloßberg (Oberpfalz) und im Vorderen Bayerischen Wald

Oliver Nelle (Dipl. Biol.)





Zielsetzung

Die Landschaft befindet sich in einem ständigen Wandel. Ursachen dieses Veränderns sind abiotische wie biotische Faktoren, die sich ergänzen, zusammenwirken und auf vielfältige Weise verzahnen. Der Mensch hat schon früh in seine Umwelt eingegriffen und diesem natürlichen Wandel der Landschaft einen neuen Aspekt, eine neue Dimension hinzugefügt. Inwieweit er seine Umwelt nachhaltig, mitunter desaströs, verändert hat, muß immer wieder für den spezifischen Fall im räumlichen, zeitlichen und kulturhistorischen Zusammenhang untersucht werden.

Im Rahmen des Graduiertenkollegs "Paläoökosystemforschung und Geschichte" wird angestrebt, die Veränderung der Vegetation und ihre Ursachen in der weiteren Umgebung ausgewählter urnenfelderzeitlicher Höhenbefestigungen zu rekonstruieren. Wie hat der Mensch zur Zeit der Höhensiedlungen seine Umwelt verändert? Welche Konsequenzen hatte das menschliche Wirtschaften für die Vegetation, insbesondere die Waldvegetation? Ist eine Veränderung der Vegetation ausschließlich durch den Menschen induziert worden, oder überlagern sich menschliche, weitere biotische und abiotische Faktoren? Ist die Vegetation nachhaltig durch den Menschen verändert worden, oder hat sich die vormals vorhandene Situation "regeneriert", als der Nutzungsdruck des Menschen in bestimmten Räumen nachließ? Ließ dieser Nutzungsdruck überhaupt nach?

Um die Vegetationsgeschichte des Umfeldes ausgewählter Siedlungsobjekte und ausgewählter Zeitscheiben analysieren und interpretieren zu können, soll die weitere räumliche wie auch zeitliche "Umgebung" einbezogen werden. Im räumlichen wie zeitlichen Kontext ist die Interpretation – das "Einhängen" - von Einzelbefunden möglich und eine Rekonstruktion des Landschaftswandels zugänglich.
 
 

Untersuchungsobjekte und –gebiet

Ausgehend von konkreten archäologischen Objekten soll in einem räumlichen Kontext – die die Objekte umgebende Landschaft – nach Daten für die Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte gesucht werden.

Insbesondere durch den Vergleich der gewonnenen Daten an den Objekten selbst (botanische Reste aus dem Grabungsmaterial, s. u.) mit den Daten aus der Umgebung kann versucht werden, die Beziehung Höhenbefestigung - Umland aus botanischer Sicht nachzuzeichnen und damit wichtige Informationen zur Siedlungs- und Wirtschaftsweise des damaligen Menschen erhalten.
 

Zeitscheiben

Um den zeitlichen Kontext herstellen zu können, soll nicht ausschließlich eine Zeitscheibe betrachtet werden. Folgende Zeitabschnitte zur Datenerhebung herangezogen werden:


Datensätze

Aus oben genannten Raum und Zeit lassen sich folgende Datensätze erheben und auswerten:


Methodik

Zur vegetationsgeschichtlichen Untersuchung werden folgende Methoden zur Anwendung kommen: