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Ein halbes Monatsgehalt für ein Buch

Uhr - Mittwoch 10. November 2010, 00:00 Uhr

In Weißrussland muss man ein halbes Monatsgehalt investieren, um ein einziges wissenschaftliches Buch kaufen zu können. Nicht nur aus diesem Grund ist in diesem Jahr für die Dozenten und Studierenden der Universität Mascherov in Weißrussland Weihnachten schon im November: Die Universitätsbibliothek Regensburg spendete rund 200 englischsprachige Bücher aus dem Bereich Naturwissenschaften, die zwischenzeitlich auch in Witebsk angekommen sind.

Initiator Josef Reithmair sieht in der Buchspendeaktion einen „Akt glaubwürdiger Völkerfreundschaft“. Er hatte sich im vergangenen Jahr in Weißrussland um eine Arbeitsstelle bemüht und dabei festgestellt, woran es den dortigen Universitäten mangelt, u.a. an wissenschaftlicher Literatur. Seine Anfrage im Hinblick auf eine Buchspende für die osteuropäische Universität beim Rektor der Universität Regensburg, Prof. Dr. Thomas Strothotte, blieb nicht ungehört. Zum einen konnte die Uni Regensburg in den vergangenen Jahren ihre Osteuropa-Kompetenz konsequent ausbauen und zahlreiche Vorzeigeprojekte initiieren, zum anderen unterhält die Universität Regensburg mehr partnerschaftliche Beziehungen zu osteuropäischen Universitäten und bietet mehr osteuropaspezifische Studien- und Austauschprogramme als jede andere deutsche Hochschule. Dem Rektor war daher die Unterstützung der Universität in Witebsk mit Büchern ein besonderes Anliegen.

„Bücherspenden haben bei uns schon fast Tradition“, sagte der stellvertretende Bibliotheksdirektor Dr. Albert Schröder. Er fügte an, dass die Universitätsbibliothek bereits vor einiger Zeit ein Buchspendeprogramm speziell für Osteuropa inszeniert habe, von dem die Universitäten in Odessa (Ukraine) und in Almaty (Kasachstan) profitiert hätten. „Für die aktuelle Bücherspende haben wir entbehrliche Literatur aus den aktuellen Beständen der Universitätsbibliothek ausgesondert“, weiß Dr. Schröder. Die Bücherspende der Universitätsbibliothek Regensburg löste so große Freude aus, dass die Botschaft der Republik Belarus (Weißrussland) in Berlin zwei Mitarbeiter entsandte, um die Bücher vor Ort abzuholen.

Hintergrundinformation:
Witebsk (Wizebsk) ist eine Stadt im Norden Weißrusslands nahe der Grenze zu Russland und Lettland mit rund 353.000 Einwohnern. Sie hat einen Flusshafen an der Dwina, ist Industriestadt (Maschinenbau, Leicht-, Nahrungsmittel-, Textilindustrie), Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt sowie kultureller Mittelpunkt des Gebietes mit Universität, Hochschulen, Theater, Museen, Galerien und Baudenkmälern. Die Witebsker Mascherov Universität (WSU) wurde im Jahr 1910 gegründet und hat 11 Fakultäten.

UB Regensburg spendet Bücher

Zum Bild: Wladimir Yakutorich (rechts) und Eugeni Kozak (Mitte) von der Botschaft der Republik Belarus (Weißrussland) waren extra nach Regensburg gekommen, um von Dr. Albert Schröder (links) die in 20 Kartons verpackten Bücher entgegenzunehmen.

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