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Computergestützte Erschließung der Observationes meteorologicae

Seit der Bestandsübernahme der Philosophisch-Theologischen Hochschule ist die Universitätsbibliothek im Besitz eines unikalen Fundus von historischen Wetteraufzeichnungen. Die Observationes meteorologicae sind handschriftliche Aufzeichnungen, die von 1792 bis 1827 im Regensburger Kloster St. Emmeram angefertigt wurden. Sie zählen zu den ältesten durchgängig geführten Wetteraufzeichnungen Europas. 

Die vollständige Erschließung und Verfügbarmachung der Aufzeichnungen sind ein erstrebenswertes Projekt der Universitätsbibliothek Regensburg, denn die Daten stellen einen interdisziplinären Forschungsgegenstand dar. Sie ermöglichen es, meteorologische Momentaufnahmen zu rekonstruieren, um gesellschaftliche Auswirkungen und Folgen von Klimaänderungen auszumachen. Regional- und wirtschaftshistorische Archivbestände können zudem durch die Wetterdaten komplementiert werden. Das Zusammenwirken dieser unterschiedlichen Bestände kann wiederum zur Analyse lokalhistorischer Entwicklungen und Ereignisse herangezogen werden. Ganz im Sinne der Digital Humanities sollen dabei computergestützte Methoden helfen, aus den analogen Beständen digitale Forschungsdaten zu erzeugen und zu analysieren.

Zur Erschließung der digitalisierten Schriftquellen werden mithilfe der Optical Character Recognition (OCR) optische Muster in digitalen Bildern zu maschinenlesbaren Texten transformiert. Die Observationes meteorologicae stellen aufgrund des handschriftlichen Textes sowie der heterogenen Steitengestaltung besondere Anforderungen an die Erkennung. Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz sollen jedoch die Layout- und Texterkennung befördern, um die tabellarischen, handschriftlichen Daten zu erschließen.

Durch die nutzerzentrierte Entwicklung eines Transkriptionstools, das mehr auf Erst- und Gelegenheitsnutzer als auf Experten ausgelegt ist, sollen die 53 Bände mit über 21.000 Seiten computergestützt erschlossen werden. Nach einer standardisierten Aufbereitung der Daten sollen diese der bestandsbezogenen Forschung zur Verfügung gestellt werden. Neben einer digitalen Edition sollen die Daten zusätzlich zweckbezogen präsentiert und visualisiert werden.


Weiterführende Publikationen:

  • Constantin Lehenmeier: Von historischen Wetteraufzeichnungen zu digitalen Forschungsdaten. Die Entwicklung eines Transkriptionstools mit Schwerpunkt Tabellen an der Universitätsbibliothek Regensburg (Teil 1). In: ZfBB 67/2 (2020), S. 93-99.
  • Constantin Lehenmeier & Manuel Burghardt: Usability statt Frustration. In: Claude Draude, Martin Lange & Bernhard Sick (Hrsg.). INFORMATIK 2019: 50 Jahre Gesellschaft für Informatik – Informatik für Gesellschaft (Workshop-Beiträge). Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V. 2019, S. 97 – 106.
  • Constantin Lehenmeier & Manuel Burghardt: Historische Wetterdaten im Spannungsfeld zwischen OCR und User- Centered Design. In Manuel Burghardt & Claudia Müller-Birn (Hrsg.). INF-DH-2018. Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V. 2018.
  • Universitätsbibliothek Regensburg: Observationes meteorologicae: Placidus Heinrich und seine Wetteraufzeichnungen (2010), Verfügbar unter https://rzbvm050.uni-regensburg.de/meteorologie/

Kontakt

Constantin Lehenmeier
IT-Mitarbeiter der Universitätsbibliothek
Computergestützte Erschließung und Handschriftenerkennung
Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Medieninformatik
Universität Regensburg
E-Mail: constantin.lehenmeier@ur.de


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