Digitales Lernen
Während viele Schüler*innen digitale Angebote zum eigenständigen Lernen bereits nutzen (Wolf, 2018), fehlen bislang empirische Daten zur optimalen Wirksamkeit im Chemieunterricht. Zudem ist unklar, unter welchen Bedingungen eine lernwirksame Umsetzung von Flipped Classroom im Chemieunterricht – insbesondere mit Hilfe von Erklärvideos – erfolgen kann (Abeysekera & Dawson, 2015). Darüber hinaus ist der Einfluss des Vorhandenseins kognitiver Lernstrategien bei Schüler*innen auf das erfolgreiche selbstregulierte Lernen mit Erklärvideos unzureichend geklärt.
In dem interdisziplinären Forschungsprojekt FALKE-digital wird die Wirksamkeit von Erklärvideos im Flipped Classroom-Unterricht, sowie der Einfluss kognitiver Lernstrategien von Schüler*innen im Umgang mit Erklärvideos u.a. im Fach Chemie untersucht (Frei et al., 2020).
Flipped Classroom-Konzept
Dazu wird im Rahmen einer Vergleichsstudie mit Pre-Post-Follow-Up-Design das Thema Redoxreaktionen eingeführt. Während die beiden Treatmentgruppen im Flipped Classroom-Konzept unterrichtet werden, wird die Kontrollgruppe traditionell unterrichtet. Eine der beiden Treatmentgruppen erhält zusätzlich ein Strategietraining zur Förderung kognitiver Lernstrategien im Umgang mit Erklärvideos. Die Dauer des Treatments beträgt vier Unterrichtsstunden. Hierbei ist eine Stichprobe von n ≈ 600 Schüler*innen der 9. & 10. Jahrgangsstufe geplant, die sich auf 30 Klassen aufteilen und randomisiert zwei Treatment- und einer Kontrollgruppe zugewiesen werden.
Die Maßnahme FALKE-digital wird als Teil des Projekts L-DUR im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert (01.03.2020-31.12.2023, Förderkennzeichen 01JA2010).