Hier haben wir umfassende Informationen zur Forschungstätigkeit des Arbeitskreises Anorganische Chemie in flüssigem Ammoniak für Sie zusammengestellt.
Reaktionen in wasserfreiem flüssigem Ammoniak
Ammoniak NH₃ ist bei Raumtemperatur ein Gas, kann jedoch durch Abkühlen unter −33 °C kondensiert werden und ist dann ein vielseitiges Lösungsmittel. Besonders wichtig ist seine Stabilität gegenüber stark reduzierenden Systemen wie hochgeladenen Anionen oder sogar freien Elektronen. Viele der von uns untersuchten Teilchen können nur in Ammoniak solvatisiert werden, Beispiele sind Sb₅⁵⁻, As₆⁴⁻, Si₉⁴⁻ oder PbSe₃⁴⁻.
Abb.1: Lösungen von Natrium in wasserfreiem flüssigen Ammoniak mit der charakteristischen blauen bzw. bronzenen Farbe der entstehenden Elektrid-Lösungen (links, Mitte). Handelsübliche Kartusche mit unter Druck verflüssigtem NH₃ (rechts).
Kristallisation und Charakterisierung ammoniakreicher Solvatkristalle
Aus flüssigem Ammoniak kristallisieren die Produkte oft in Form stark lösungsmittelhaltiger Kristalle, den sogenannten Ammoniakaten, aus. Diese spalten leicht Ammoniak ab und zersetzten sich deshalb schon bei niedrigen Temperaturen, oft schon ab −20 °C. Mit einer speziellen Präparationstechnik gelingt es, diese Kristalle gekühlt und unter Luftausschluss zu charakterisieren, die wichtigste Untersuchungsmethode ist dabei die Röntgenstrukturanalyse.
Cluster-Anionen der Gruppen 14 und 15
Homoatomare Anionen der Hauptgruppenelemente sind beliebte Untersuchungsobjekte der Grundlagenforschung, an ihnen können Verknüpfungsmuster der Elemente und fundamentale Aspekte unpolarer chemischer Bindungen besonders gut studiert werden... mehr
Zinnbismuthide
Durch die Substitution einzelner Ecken der homoatomaren Cluster durch Fremdatome, welche sich in Größe, Elektronegativität oder Valenzelektronenzahl unterscheiden, können die Reaktivitäten der Zintl-Ionen gezielt beinflusst werden... mehr
Carbonylate: Strukturen, Intermediate und Reaktivitäten
Homoleptische und heteroleptische Carbonylkomplexe können in flüssigem Ammoniak leicht mit Alkalimetallen direkt reduziert werden. Dabei entstehen negativ geladene Komplexe, sogenannte Metallcarbonylate, welche mit Einkristallröntgenstrukturanalyse charakterisiert werden können. mehr
Einen Einblick in die präparativen Methoden des AK Korber liefern die Videos von AmmoniaNOW in der Mediathek der Universität Regensburg. Hier der Link zum Kanal: https://mediathek2.uni-regensburg.de/list/688 (externer Link, öffnet neues Fenster)