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Veranstaltungskalender

Internationale Tagung "Extrakanonische Traditionen und das Heilige Land Texte, Rituale und materiale Kultur im spätantiken Palästina"

Dienstag 02. Juli 2019, 14:00 Uhr - Freitag 05. Juli 2019, 16:00 Uhr
Poster

Das Heilige Land verdankt seine Bedeutung im spätantiken Christentum den biblischen Lokaltraditionen. Gleichwohl trugen auch außerkanonische Texte wesentlich zur Ausprägung seiner Sakraltopographie bei. Auch wenn die Konstruktion des christlichen Heiligen Landes primär von biblischen Koordinaten bestimmt ist, sind nicht nur manche frühen Lokaltraditionen mit apokryphen Quellen verbunden; vielmehr wird die Differenzierung und Entwicklung der Sakraltopographie während der ganzen Spätantike und darüber hinaus auch von außerkanonischen Dokumenten geprägt, die biblische Angaben häufig ergänzen, ihnen gelegentlich aber auch widersprechen. Neben der Identifikation von Lokaltraditionen kommt deren Translation, Akkumulation, bewusste Kombination oder unbewusste Konfusion vor. Da der Gebrauch der Heiligen Stätten in leibhaftigen Vollzügen und in der Vergegenwärtigung maßgeblicher Traditionen in symbolischer Kommunikation besteht, ist eine vielschichte Interaktion zwischen Texten, Ritualen und materieller Kultur zu beobachten. Stätten und Realien können dabei real, historisch, imaginär oder erfunden sein; konkurrierende religiöse Traditionen innerhalb des Christentums sowie im weiteren interreligiösen Rahmen des nachbiblischen Judentums und des frühen Islams tragen zusätzlich zur Komplexität der Situation bei.

Anders als das rabbinische Konzept einer gestuften, um den Tempel und die Stadt Jerusalem zentrierten Heiligkeit scheint das christliche Verständnis des Heiligen Landes in erster Linie mit Gestalten aus biblischen und apokryphen Erzählungen verknüpft zu sein. Das Programm der geplanten Tagung wird sich deshalb an biblischen und parabiblischen Gestalten orientieren: an Patriarchen, Königen, Propheten und anderen Figuren aus der hebräischen Bibel, an Jesus und seiner Familie sowie Aposteln und anderen frühen Jüngerinnen und Jüngern.

Die einzelnen Beiträge befassen sich (1) mit der Wechselwirkung zwischen biblischen und parabiblischen Traditionen in der Ausprägung des Heiligen Landes, (2) mit der Interaktion zwischen Texten, Ritualen und materialer Kultur einschließlich der Monumente und Ikonographie, (3) mit kommunikativen Strategien symbolischer Vergegenwärtigung, mit der komplexen Verwendung autoritativer extra-kanonischer Traditionen und mit ihrer Rolle im religiösen Leben im spätantiken Palästina, (4) mit der Bedeutung außerkanonischer Traditionen im Austausch zwischen Palästina und anderen Gegenden und (5) mit kritischen Fragen zur Datierung und zu historischen oder interreligiösen Einflüssen.

Die gemeinsam mit dem Centre for the Study of Early Christianity der Hebräischen Universität Jerusalem veranstaltete Tagung stellt auch den Auftakt der öffentlichen Aktivitäten des auf Basis der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe 2770 „Jenseits des Kanons: Heterotopien religiöser Autorität im spätantiken Christentum“ in Regensburg neu eingerichteten Centre for Advanced Studies „Beyond Canon“ dar.

Programm: 

Veranstaltungsort

Andreasstadel, Andreasstraße 28, 93059 Regensburg

Informationen/Kontakt

beyond-canon@ur.de

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CENTRE FOR ADVANCED STUDIES

BEYOND CANON

Heterotopien religiöser Autorität im spätantiken Christentum (FOR 2770)

Logo Quadratisch
Sekretariat:

ulrike.linder-windbichler@ur.de

Tel.: +49 941 943-5972

Wiss. koordination:

stephanie.hallinger@ur.de

Tel.: +49 941 943-5971