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Forschung an der UR - aktuelle Meldungen

UR erhält Millionenförderung für zwei Doktorandenkollegs

Internationale Doktorandenkollegs ein „Zeichen hervorragender Arbeit in Forschung und Lehre“


23. Dezember 2021

Das Elitenetzwerk Bayern fördert ab 2022 zwei neue Doktorandenkollegs mit Beteiligung der Universität Regensburg. Zum einen wird das internationale Doktorandenkolleg „Chemische Katalyse mit photonischem oder elektrischem Energieeintrag“ an der UR mit rund 3,1 Millionen Euro gefördert. Sprecher des Kollegs ist Prof. Dr. Oliver Reiser, Forschungsdekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie der UR. Zum anderen wird das Doktorandenkolleg „RNA med - Future Leaders in RNA-based Medicine“ mit ebenfalls 3,1 Millionen Euro gefördert. Unter der Leitung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg arbeitet die UR hier mit der Technische Universität München sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammen. 
Der Förderzeitraum beläuft sich bei beiden Kollegs vorerst auf vier Jahre, mit einer Option auf weitere vier Jahre. 

Das Doktorandenkolleg „Chemische Katalyse mit photonischem oder elektrischem Energieeintrag“ erforscht chemische Reaktionen mit einer ungünstigen Energiebilanz durch die speziellen Möglichkeiten der Photo- und Elektrokatalyse. Da Strom und Licht regenerativ erzeugt werden können, führt der Ansatz darüber hinaus auch zur Vermeidung von klimaschädlichem Kohlen-dioxid. „Das Doktorandenkolleg verfolgt grundlagen-orientierte Projekte, die aber eine klare Vision für industrielle Prozesse haben und so einen Beitrag für den Wandel der chemischen Industrie zu einer nachhaltigen Produktion leisten“, sagt Prof. Reiser. „Wir freuen uns daher sehr, dass zehn namhafte Industrieunternehmen aus dem In- und Ausland mit uns zusammenarbeiten und die Doktorarbeiten intensiv begleiten werden.“
Das bayerische Konsortium besteht aus sieben Forschungsgruppen der Universität Regensburg, sowie drei Gruppen, die an der TU München und der Universität Würzburg angesiedelt sind. Acht akademische Partner aus Europa, Nordamerika und Asien werden mit dem Doktorandenkolleg kooperieren und den Doktorand:innen Forschungs¬aufenthalte oder sogar eine gemeinsame Promotion an beiden Universitäten ermöglichen.  

Alternative Reaktionspfade für „Bergauf“ Reaktionen durch photo- oder elektrochemische Anregung. © Rehbein/Reiser  
 

Im Zentrum des Doktorandenkollegs „RNA med – Future Leaders in RNA-based Medicine” steht die Erforschung und Entwicklung neuartiger Medikamente und Therapieansätze auf Basis von RNA-Molekülen. Um ein Eiweißmolekül (Protein) herstellen zu können benötigt die Zelle den entsprechenden Bauplan, der in unserer DNA gespeichert ist. Dieser kann allerdings nicht direkt verwendet werden, sondern muss zunächst in ein RNA-Molekül (mRNA) übersetzt werden. Bisherige therapeutische Ansätze konzentrieren sich hauptsächlich auf DNA und Proteine. Die therapeutische Manipulation von RNA bietet allerdings eine Reihe entscheidender Vorteile, was nicht zuletzt durch die schnelle Entwicklung mRNA-basierter Vakzine eindrucksvoll verdeutlicht wurde. „Unser Doktorandenkolleg verbindet RNA-Biologie mit Chemie, Pharmazie und Pharmakologie, was eine fundierte Ausbildung in allen wichtigen Bereichen der zukünftigen RNA-Wirkstoffforschung ermöglicht“, sagt Prof. Dr. Gunter Meister, der die Regensburger Projekte koordiniert. „Wir konnten die weltweit renommiertesten Wissenschaftler auf diesem Gebiet sowie namhafte Firmen als Partner gewinnen und freuen uns sehr, dass wir zusammen mit unseren Partnern in Würzburg und München eine ‚Kaderschmiede‘ für die zukunftsweisende RNA-Medizin errichten können“.
RNA med besteht aus drei Forschungsgruppen der Universität Regensburg sowie vier Gruppen der Universität Würzburg und jeweils zwei der TU und der LMU München. Elf akademische Partner aus Europa und Nordamerika sowie 19 Institutionen, Fachgesellschaften und Firmen unterstützen den Verbund. 

RNA als neuartiger Wirkstoff zur Bekämpfung von Krankheiten, die bisher nur unzureichend therapiert werden können. © Tim Schnyder, Universität Würzburg
 

„Die Einrichtung dieser Doktorandenkollegs im Rahmen des Elitenetzwerks Bayern ist nicht nur ein wichtiger Baustein unserer Nachwuchsförderung an der Universität Regensburg, sie ist gleichzeitig auch Zeichen der nachhaltig hervorragenden Arbeit in Forschung und Lehre in diesen Bereichen“, so Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg. „Meine Gratulation daher an Prof. Dr. Reiser, Prof. Dr. Meister und ihre Kolleg:innen.“

Das Elitenetzwerk Bayern fördert ab kommendem Jahr neben den Doktorandenkollegs an der Universität Regensburg drei weitere internationale Doktorandenkollegs an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Technischen Universität München (TUM) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) mit einem Gesamtfördervolumen von mehr als 12,5 Millionen Euro in der ersten Phase. 
Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte dazu bei der Bekanntgabe der Förderung, dass ihm die attraktive Förderung für wissenschaftliche Nachwuchstalente aus aller Welt ein wichtiges Anliegen sei. „Mit dem Elitenetzwerk Bayern unterhält der Freistaat seit nunmehr über 15 Jahren ein national und international renommiertes Instrument zur Begabtenförderung vom Abitur bis in die Postdoc-Phase hinein. Mit unseren Internationalen Doktorandenkollegs eröffnen wir den bayerischen Hochschulen die Chance, ungewöhnliche und experimentelle Formate in der Graduiertenausbildung zu verwirklichen. Damit bieten diese Kollegs bestmögliche Bedingungen, um Hand in Hand mit unseren Nachwuchstalenten innovative, kreative und leidenschaftliche
Spitzenforschung an den Zukunftsthemen unserer Gesellschaft zu realisieren.“

Die Auswahl der geförderten Projekte basiert auf einer Empfehlung der hochkarätig besetzten internationalen Expertenkommission des Elitenetzwerks Bayern unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Professor Peter Strohschneider. Neben den vier Trägeruniversitäten sind an den neuen Internationalen Doktorandenkollegs noch die Ludwig-MaximiliansUniversität München (LMU), die Bayerische Akademie der Wissenschaften und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen beteiligt.

Internationale Doktorandenkollegs
Exzellent promovieren: Das Elitenetzwerk Bayern fördert Internationale Doktorandenkollegs in verschiedenen Fachrichtungen. Die Doktorandenkollegs bieten wissenschaftlichen Nachwuchstalenten ein hoch anspruchsvolles Studien- und Forschungsprogramm, das international ausgerichtet ist. Während ihrer Promotion profitieren die Doktorandinnen und Doktoranden dabei von einer intensiven Betreuung und einer Anstellung an der Universität.

Elitenetzwerk Bayern
Das Elitenetzwerk Bayern ist eine Initiative des Freistaats Bayern zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Es unterstützt herausragende Nachwuchstalente vom Abitur bis hin zur Postdoc-Phase mit attraktiven und aufeinander abgestimmten Förderprogrammen.
Das Elitenetzwerk Bayern wurde im Jahr 2004 zur Förderung herausragender Nachwuchstalente gegründet. Auf der Basis eines Begabtenförderungskonzepts entwickelt es sich bis heute beständig weiter. Inzwischen zählt das Elitenetzwerk Bayern rund 10.000 Mitglieder und vereinigt fünf aufeinander abgestimmte Förderprogramme unter seinem Dach.


Informationen/Kontakt

INFORMATIONEN/KONTAKT 
(Doktorandenkolleg „Chemische Katalyse mit photonischem oder elektrischem Energieeintrag“)
Prof. Dr. Oliver Reiser
Forschungsdekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie
Universität Regensburg
Tel.: +49 (0)941/943-4630
Oliver.Reiser@chemie.uni-regensburg.de

INFORMATIONEN/KONTAKT 
(Doktorandenkolleg „RNA med - Future Leaders in RNA-based Medicine“
Prof. Dr. Gunter Meister 
Lehrstuhlinhaber des Instituts für Biochemie
Universität Regensburg
Tel.: +(49)(0)941/943-2847
E-Mail: gunter.meister@ur.de
 

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