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"Quantensprung in der Therapie der chronischen Hepatitis C: DAA (direct acting antivirals)“

Mittwoch 20. Mai 2015, 19:30 Uhr

Vortragsreihe der DPhG-LG Bayern

Herr Prof. Dr. med. Hartwig Klinker (Zentrum Infektiologie, Med. Klinik u. Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg):

"Quantensprung in der Therapie der chronischen Hepatitis C: DAA (direct acting antivirals)“

Die Hepatitis C-Virus (HCV)-Infektion nimmt in 60 – 80% einen chronischen Verlauf. Weltweit sind ca. 170 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland wird die Zahl der chronisch Infizierten auf ca. 500.000 geschätzt. Im langjährigen Verlauf entwickeln 20 – 30% der Patienten eine Leberzirrhose. Viele Jahre bestand die Standard¬behandlung einer chronischen C-Hepatitis in der Gabe von pegyliertem Interferon-α in Kombination mit Ribavirin über einen Zeitraum von 6 – 12 Monate. Hierdurch konnte die Infektion bei Vorliegen eines HCV-Genotyp 1 in ca. 40% geheilt werden, bei Vorliegen eines HCV-Genotyp 2/3 gelang die Heilung in 70 – 80%. Im Jahre 2011 wurden mit den Wirkstoffen Boceprevir und Telaprevir die ersten NS3-Protease-Inhibitoren (PI) und damit erstmals „Direct Acting Antivirals/DAA“ für die Behandlung der C-Hepatitis/Genotyp 1 zugelassen. Die Behandlung erfolgt zusammen mit Interferon-α und Ribavirin als Triple-Therapie. Die Heilungsrate beträgt unter dieser Therapie ca. 70%. Wegen der hohen Pillenlast (11-17 Tabl./Tag), der Notwendigkeit einer sehr regelmäßigen Einnahme und gleichzeitigen Nahrungsaufnahme sowie des Nebenwirkungsprofils der Medikamente stellt die Triple-Therapie allerdings hohe Anforderungen an die Patienten. Da sowohl Boceprevir als auch Telaprevir Sub¬strate und Inhibitoren des Cytochrom P4503A4-Enzyms sind, besteht ein hohes Wechselwirkungspotenzial mit zahlreichen anderen Substanzen. Aktuell befinden sich zahlreiche weitere DAA in klinischer Entwicklung, die Zulassung der ersten Präparate 2014 hat bereits jetzt zu einer Änderung des Therapiestandards geführt. Am 17.1.14 wurde Sofosbuvir, ein HCV-Polymerase-Inhibitor, für die Behandlung der HCVGenotypen 1-6 zugelassen, seit Mai 2014 steht Simeprevir (NS3-PI), seit August Daclatasvir (NS5a-Inhibitor) zur Verfügung. In Phase 2/3-Studien werden u. a. Alisporivir, Asuna¬previr, Dasabuvir, Ledipasvir, Ombitasvir, ABT-450/r, GSK2336805 und MK 5172 untersucht. Charakteristika neuer Therapieregime sind Heilungsraten von > 90%, die Möglichkeit einer „single tablet“-Therapie, ein geringeres Interaktionspotenzial und eine erheblich reduzierte Nebenwirkungsrate. Mittelfristig werden reine DAA-Regime ohne Interferon- und Ribavirin- Komedikation verfügbar sein und verschiedene individualisierte Therapieschemata den Standard für alle HCV-Genotypen darstellen.

Gäste sind herzlich willkommen.

Veranstaltungsort

Haus der Begegnung der Universität Regensburg
Hinter der Grieb 8
93047 Regensburg

Informationen/Kontakt

DPhG – LG Bayern
Prof. Dr. A. Buschauer
Institut für Pharmazie
Universität Regensburg
Universitätsstraße 31, 93053 Regensburg
Telefon: 0941 943-4827/23
Armin.Buschauer@ur.de
www-dphg.ur.de

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