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Minimalinvasive Therapie (MIT) und multimodale Schmerztherapie

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Für die spezielle orthopädische Schmerztherapie (multimodale Schmerztherapie und/oder MIT: Minimal Invasive Therapie) haben wir im Laufe von 15 Jahren Techniken entwickelt, wie wirbelsäulenbedingte Nervenschmerzen gezielt mit Injektionen und Infiltrationen behandelt werden können. Sowohl Bandscheibenvorfälle als auch Verschleißerkrankungen können mit einem komplexen Programm der Schmerztherapie erfolgreich behandelt werden. In vielen Fällen kann dadurch eine Operation vermieden werden.

Die verschiedenen Injektionen, die je nach Beschwerdebild eingesetzt werden, machen die gereizten Nerven unempfindlich. Die Wirbelsäulenbeweglichkeit verbessert sich und die Belastbarkeit wird wieder hergestellt. Auch Vorfälle der Bandscheiben können sich teilweise zurückziehen, so dass die Nerven nicht mehr komprimiert werden.


Injektionsprogramm

Injektionsprogramm Die wichtigste Komponente der minimal-invasiven Therapie ist das Spritzenprogramm. Täglich zweimal (am Wochenende einmal täglich) werden die schmerzhaften Punkte der Hals- oder Lendenwirbelsäule mit einer Injektion behandelt. Dabei wird gezielt, je nach Ursache der Beschwerden, der erkrankte Wirbelsäulenteil behandelt.

Abb. links: Aufbau eines Lendenwirbelkörpers mit dazugehöriger Bandscheibe und Nervenstrukturen

Injektionsformen

Wurzelnahe Injektion an der WS (Spinalnervenanalgesie)

Schema Bandscheibenvorfall Diese Spritze erhalten Patienten, die von lokalen Wirbelsäulenproblemen, einem Bandscheibenvorfall oder einer Bandscheibenvorwölbung geplagt sind. Aus der Form der Erkrankung entsteht Druck auf eine bestimmte Nervenwurzel.
Spinalnervenanalgesie Die Spritze wird Ihre Nervenwurzel durch ein örtlich wirkendes Betäubungsmittel (z.B. Scandicain) zunächst beruhigen, so daß der Schmerz reduziert wird. Außerdem wird nach mehreren Injektionen die Reizschwelle für den Schmerz so verändert, daß ein Schmerzreiz den Nerven nicht so leicht irritieren kann. Durch die Verminderung der Schmerzen kommt es zudem zu einer zunehmenden Entspannung Ihrer verkrampften Muskulatur. Der Teufelskreis „Schmerz – Verspannung – Schmerz“ wird dadurch unterbrochen.


Facetteninfiltration

Facetteninfiltration

Die Facettengelenke sind die Gelenke, durch die die Wirbelkörper untereinander verzahnt sind.
Durch Fehlstellungen und Lockerungen innerhalb der Bänder und Kapseln der Wirbelsäule und auch durch Verschleißprozesse kann es zu Reizungen dieser Gelenke kommen, die sich in einem Rückenschmerz, aber auch in wechselnden Schmerzausstrahlungen bemerkbar machen.

Auch hier erreichen wir die Schmerzreduktion mit einem Betäubungsmittel wie schon oben beschrieben, indem dieses Mittel direkt an die kleinen Wirbelgelenke (die Facettengelenke) gespritzt wird. Um sicher zu gehen, daß wir bei der Injektion auch genau die Wirbelgelenke treffen, führen wir diese Injektion üblicherweise unter Zuhilfenahme eines kleinen Röntgengerätes (Bildwandler) durch.

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Epidurale Injektion

Epidurale Injektion Diese Spritze ist speziell für Patienten mit Problemen innerhalb des Wirbelkanales gedacht. Es wird gezielt der Bandscheibenvorfall, die Bandscheibenvorwölbung oder die Wirbelkanalenge behandelt.
Die Injektion erfolgt zwischen zwei Wirbelkörper. Es wird der Wirbelkanal aufgesucht und das Medikament dann ganz gezielt in den Wirbelkanal, genau an den Ort des Problems, gespritzt.

Für diese Injektion haben wir eine spezielle Technik entwickelt. Die Spritze erfolgt mit ganz dünnen Spezialinjektionsnadeln unter streng sterilen Bedingungen.

Man muß sich vorstellen, dass es bei diesen Erkrankungen zu einem Schwellungszustand einer oder mehrerer Nervenwurzeln innerhalb des Wirbelkanales kommt. Die Enge wird dadurch noch gravierender und die Irritation der Nerven gesteigert. Es gilt, diese Reaktion in den Griff zu bekommen, und vor allem auch den Schwellungszustand der Nervenwurzel, der letztlich den Schmerz verursacht, zu verringern. Bei einem Bandscheibenvorfall wird durch die Spritze auch eine Schrumpfung der Bandscheibe erreicht.
Die hierzu verwendeten Medikamente sind in der Regel eine Mischung aus Kochsalzlösung und Kortison.
Die lokale Verwendung von Kortison geht nicht mit den sonst geläufigen, ausgeprägten Nebenwirkungen einher. Es handelt sich lediglich um eine geringe Menge, die mit der speziellen Injektionstechnik genau an der Stelle plaziert wird, wo die Abschwellung erreicht werden soll.

Anmerkung zum Thema "Kortison"

Es gibt kein besseres Medikament zur Abschwellung. Nebenwirkungen treten v.a. dann auf, wenn Kortison in großen Mengen, auf Dauer und systemisch, d.h. im ganzen Körper wirkend, verabreicht wird. Genau das geschieht aber bei unserer Behandlung nicht. Wir benutzen eine sehr geringe Kortisondosis. Die Menge können wir so gering halten, weil wir das Medikament durch die spezielle Injektionsform direkt an den Wirkort bringen können. Von daher wird auch nur eine ganz kleine Menge von Kortison vom Körper aufgenommen.

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Epidural-perineurale Injektion

Epidural-perineurale Injektion Diese Spritze ist eine spezielle Abwandlung der epiduralen Injektion. Sie wird bei Patienten angewendet, die entweder an einem Bandscheibenvorfall, oder, nach einer Operation an der LWS, unter Narbenproblemen mit narbiger Umklammerung der Nervenwurzel leiden.

Die Injektionsnadel wird unter Abwandlung der Injektionsrichtung im Wirbelkanal genau zur Nervenwurzel dirigiert. Hier wird dann das Kortison-Kochsalzgemisch abgesetzt. Die Bedrängung der Nervenwurzel durch Bandscheibenvorfall oder Narbe kann so gelöst werden.

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Physikalische Therapie

Während des stationären Aufenthaltes erhalten Sie eine physikalische Therapie, die aus einer Wärmebehandlung (Fangopackung) und einer Elektrotherapie besteht.
Durch diese Behandlung wird eine Muskellockerung erreicht. Die muskuläre Entspannung trägt zur Schmerzreduktion bei. Infolgedessen kann es auch zu einer Besserung eventuell vorliegender Fehlhaltungen kommen.

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Bewegungsbad

Bad Abbach hat eine lange Tradition als Bad mit Heilquellen. Zu Ihrer Genesung, zur Schmerzerleichterung, zum Training der Muskulatur und des Kreislaufsystems und letztendlich auch zur Bewegungsschulung ist das tägliche Bewegungsbad wichtig.

Während dieser Behandlung lernen Sie, sich im Wasser rückenschonend zu verhalten. Durch spezielles Training erreichen Sie eine Muskelkräftigung, die für eine dauerhafte Schmerzreduktion notwendig ist.
Auch am Wochenende ist das Schwimmbad für Sie zum individuellen Training geöffnet.

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Würfellagerung

Zur Ausstattung auf Station gehören ein Lagerungswürfel und eine Knierolle zur richtigen Beinlagerung.
Diese „Geräte“ sind dazu da, der Wirbelsäule Entlastung zu verschaffen. Nach einer Injektion (siehe unten unter "MIT- Spritzenprogramm“) sollte der Patient in jedem Fall für mindestens eine Viertelstunde den Würfel nutzen. Die Wirbelsäule wird entlastet, der Raum für die Bandscheiben wird wieder etwas größer. Auch im Laufe des Tages sollten Sie in den Ruhezeiten öfter die Würfellage einnehmen. Um die Bandscheiben weiter zu entlasten, sollten Sie sich bemühen, nicht zuviel zu sitzen und im Liegen die Beine nicht ganz auszustrecken, sondern die Knierolle zu verwenden.

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Krankengymnastik

Für diejenigen Patienten, die mit Rückenbeschwerden zu uns kommen, wird eine Gruppengymnastik mit muskelstabilisierenden Übungen aus der Entlastungshaltung durchgeführt. Die Patienten sollen diese Übungen soweit erlernen, daß sie sie zu Hause selbständig weiter durchführen können. Nur durch dauerhafte Übung - auch später zu Hause -, können die bei fast allen Bandscheibenpatienten bestehenden Muskelungleichgewichte zwischen der Bauch- und Rückenmuskulatur gebessert werden. Ein gutes Muskelkorsett und eine ausgeglichene Bauch- und Rückenmuskulatur sind zur dauerhaften Schmerzbewältigung unabdingbar notwendig!
Diese Übungen sind erstaunlich einfach. Aber sie sind speziell zum muskulären Training bei bandscheibenbedingten Beschwerden entwickelt worden. Wenn Sie richtig und intensiv üben, werden Sie den Effekt des Trainings bald merken. Durch das veränderte Körpergefühl haben Sie dann auch eine gute Therapiekontrolle. Die eintretende Beschwerdebesserung wird Sie sicher von der Wirksamkeit der Übungen überzeugen.

Die Übungen können Ihnen nur helfen, wenn Sie auch nach der Entlassung aus der stationären Behandlung zu Hause selbständig weiter trainieren. Mindestens 1 x 30 Minuten pro Tag ist die goldene Regel. Einen „Auslaßversuch“ haben die meisten Bandscheibenpatienten schon einmal gestartet. Oft werden diese kleinen Sünden recht schnell bestraft – der Schmerz kehrt dann möglicherweise zurück! Also sollte man die Übungen, so lästig sie auf Dauer auch sein mögen, kontinuierlich weiter machen, auch wenn es Überwindung kostet.

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Rückenschule

Weiterhin bieten wir eine Rückenschulung an. Hier lernen Sie, wie Sie Ihr Leben rückenfreundlicher gestalten können, es wird Ihnen das richtige Liegen und Sitzen, das richtige Laufen und Stehen, Heben und Tragen beigebracht.
Auch hier gilt, daß die einzuhaltenden Regeln sicher recht einfach zu erlernen sind, daß Sie aber immer wieder Schwierigkeiten im Alltagsleben damit haben werden, weil Sie all diese Bewegungen ja schon recht lange falsch machen. Es ist sehr schwer, Bewegungsabläufe und Gewohnheiten zu ändern! Hier macht Übung den Meister! Deshalb nie den Mut verlieren und weitermachen!

Patienten, die sich körperlich belastbarer fühlen oder auch schon zu Hause regelmäßig Sport getrieben haben, sollten sich bei den zuständigen Stationsärzten nach der Möglichkeit der medizinischen Trainingstherapie erkundigen. Unter Anleitung der Krankengymnasten wird hier, zum Teil mit Hilfe von Geräten, die Muskulatur gezielt weiter trainiert.

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Nachsorge

Durch die minimal-invasive Therapie ist in den allermeisten Fällen eine deutliche Besserung der Beschwerden zu erzielen. Eine Wirbelsäulen-Operation kann dadurch vermieden werden. Wie bei allen Behandlungsarten ist auch bei dieser Methode die Nachsorge nach Beendigung der stationären Therapie sehr wichtig; mithilfe der Rückenschule kann der schonende Umgang mit der Wirbelsäule gut erlernt werden. Die selbstständig durchzuführenden Übungen sind für Menschen, die an Wirbelsäulen-Beschwerden leiden, notwendig, um eine erneute Verschlimmerung zu vermeiden.

In manchen Fällen kann die minimal-invasive Therapie jedoch nicht angewendet werden, oder sie verhilft nicht zu einer ausreichenden Beschwerebesserung. Dies gilt insbesondere, wenn es durch einen Bandscheibenvorfall zu akuten Lähmungen im Bereich der Beine oder Füße kommt. Auch hochgradige Instabilitäten im Bereich der Wirbelsäule sind häufig nicht minimal-invasiv zu behandeln. In solchen Fällen können wir jedoch auch operative Verfahren anbieten.

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  1. Fakultät für Medizin

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