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Veranstaltungen

CfP Internationale Jahrestagung "Städtische Rechtskulturen"

Internationale Jahrestagung "Städtische Rechtskulturen in der Vormoderne", Regensburg, 15.-17. Juni 2023

veranstaltet vom Forum Mittelalter der Universität Regensburg
in Verbindung mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2337 "Metropolität in der Vormoderne"
gefördert von der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth und der DFG


Konzept und CfP | verlängerte Deadline 30.06.2022:
[English version]

Städte und Städtelandschaften sind im Mittelalter immer wieder Schauplätze wichtiger rechtlicher Entwicklungen. Dies geschieht unter den Bedingungen der städtischen Anwesenheitsgesellschaft, in der sich die unterschiedlichen Gruppen im direkten Austausch gegenüberstehen können bzw. müssen. Die Frage, wie sich die Regelungen von gesellschaftlichen und privaten Aushandlungsprozessen in den europäischen Städten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit entwickeln, wird im Zentrum unserer Tagung stehen.
Unser Interesse gilt dabei der Vielfalt der rechtlichen Praktiken, die sich in den europäischen Städten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit herausbilden. In durchaus auch langen Prozessen bilden sich neue Formen der Konfliktbewältigung und Rechtssicherung heraus, werden bewährte juristische Formen weiterverwendet oder umgedeutet und wechseln sich Innovationen und Institutionalisierungsprozesse ab. Diese Prozesse sind geprägt von den unterschiedlichen regionalen Traditionen der jeweiligen Stadt oder Städtelandschaft. Sie nutzen die schriftliche Kommunikation und Archivierung genauso wie Formen der Konfliktschlichtung in der Anwesenheits-kommunikation der Städte. Es sind Formen, die auf traditionelle Eliten zurückgehen, aber auch solche, die neue funktionale Eliten begründen.
Die internationale Jahrestagung des Forums Mittelalter „Städtische Rechtskulturen in der Vormoderne“ schlägt einen dezidiert interdisziplinären Zugang vor. Sie will historische, rechtsgeschichtliche, wirtschaftsgeschichtliche, kulturgeschichtliche und linguistische Forschungen bündeln, um die Variation und Variabilität der rechtlichen Praktiken der vormodernen Städte adäquat erfassen zu können. In dieser Hinsicht leistet sie auch einen wichtigen Beitrag zum Forschungsprogramm des GRK 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ an der UR.
Unser call for papers richtet sich deshalb an Vertreterinnen und Vertreter der oben angesprochenen Disziplinen und lädt sie ein, die ganze Bandbreite von historischen Zeugnissen zu nutzen, um die städtischen Rechtspraktiken sowohl aus der normativen wie der deskriptiven Perspektive der historischen Akteure zu rekonstruieren.
Im Fokus steht dabei auch die komparatistische Perspektive. Unser Ziel ist es, die unterschiedlichen urbanen, schriftkulturellen und rechtlichen Traditionslinien der Regionen und Städtelandschaften des vormodernen Europas fruchtbar zu machen, um aus dem Vergleich der Regionen ein differenziertes Bild der Entwicklungen gewinnen zu können. Besonders interessant scheint uns, Regionen mit unterschiedlich starkem Nachwirken der antiken Schriftkultur gegenüberzustellen und nach der Rolle der schriftkulturellen Prägung etwa in den Städten Norditaliens oder Südfrankreichs für die Entwicklung der städtischen Rechtskulturen zu fragen. Gerade die Gegen-überstellung der unterschiedlichen kulturellen Räume und der Vergleich der rechtlichen Entwicklungen ist ein wichtiges Ziel der Tagung.

Die Beiträge sollen 30 Minuten nicht überschreiten; sie können auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch gehalten werden. Das Programm wird – neben einem Abendvortrag am 15. Juni 2023 –  auf zwei Tage verteilt (Freitag, 16. Juni 2023, 9-17 Uhr; Samstag, 17. Juni 2023, 9-13 Uhr). Im Falle einer Einladung zum Vortrag werden die Reise- und Unterbringungskosten übernommen. Es ist geplant, die Tagungsbeiträge in der seit 2005 jährlich fortgesetzten Reihe Forum Mittelalter Studien (Verlag Schnell&Steiner, Regensburg) zu veröffentlichen. Interessent*innen werden gebeten, bis zum 15.06.2022 einen Vortragsvorschlag zusammen mit einem Abstract (max. 350 Wörter) und kurzen biographischen Angaben einzureichen (maria.selig@ur.de).


Organisation der Jahrestagung:

Prof. Dr. Maria Selig| Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft | Institut für Romanistik | Universität Regensburg

Kontakt:
Dr. Susanne Ehrich | Koordination "Forum Mittelalter" | susanne.ehrich@ur.de



Vergangene Veranstaltungen können Sie dem Archiv entnehmen.


Mittelaltergespräche

In den Mittelaltergesprächen diskutieren Regensburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig mit universitären und außeruniversitären Mediävistinnen und Mediävisten.


Sommersemester 2022

Kontakt und Zoomzugangsdaten unter: 
Dr. Susanne Ehrich | susanne.ehrich@ur.de | Wissenschaftliche Koordination



Vergangene Veranstaltungen können Sie dem Archiv entnehmen.



Werkstattgespräche

Die Werkstattgespräche des Forums Mittelalter dienen der Profilierung und interdisziplinären Vernetzung der eigenen Forschungen, sowie der Vorstellung aktueller mediävistischer Projekte und Qualifikationsarbeiten an der Universität Regensburg.


Webinar "Petrus Wilhelmi and Central-European Music in the 15th Century"

26. Oktober 2021, 16.15 Uhr

Prof. Dr. Paweł Gancarczyk (Polish Academy of Sciences)
Chair: Dr. Antonio Chemotti (Polish Academy of Sciences)
veranstaltet vom Lehrstuhl für Musikwissenschaft (Prof. Dr. Katelijne Schiltz)

Meeting-ID: 611 1698 3977
Meeting Code: 778061


Buchpräsentation "Beiträge zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters Aldersbach", hg. v. Robert Klugseder (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. Ergänzungsband 55), St. Ottilien 2021

Zur Plakatankündigung
Zum Inhalt des Tagungsbands

08. Februar 2022, 19.00 Uhr, via Zoom

mit Vorträgen von PD Dr. Robert Klugseder (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Dr. Bernhard Lübbers (Staatliche Bibliothek Regensburg)

Robert Klugseder: 900 Jahre Kloster Aldersbach. Neue Erkenntnisse und digitale Forschungsmethoden
Bernhard Lübbers: Die ältesten Aldersbacher Rechnungen und ihr Quellenwert

Anmeldung und Zugangsdaten unter susanne.ehrich@ur.de.

veranstaltet vom Mittelalterzentrums "Forum Mittelalter" in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg


Vergangene Veranstaltungen können Sie dem Archiv entnehmen.


Ringvorlesung

"Mensch und Umwelt. Perspektiven der Vormoderne", SoSe 2022
Mi 14-16 Uhr, H 2, hybrid via Zoom



Am 29. August 2016 plädierte eine Mehrheit von Wissenschaftler:innen auf dem Internationalen Geologischen Kongress in Kapstadt dafür, den Begriff des „Anthropozän“ einzuführen – als Bezeichnung für ein neues, maßgeblich vom Menschen bestimmtes Erdzeitalter. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts seien menschliche Eingriffe in biologische, geologische und atmosphärische Prozesse auf der Erde so weitreichend, dass sie noch in 100.000 Jahren und mehr zu spüren seien. Eingriffe in Natur und Ökosystem sind aber nicht erst seit dem Industriellen Zeitalter wahrzunehmen. Forscher:innen entdecken den menschlichen Einfluss auf die Umwelt – wenn auch in geringerem Maße – bereits im Frühmittelalter, manche verfolgen ihn sogar zurück in die Jungsteinzeit.

Die Ringvorlesung des Mittelalterzentrums „Forum Mittelalter" in Zusammenarbeit mit dem GRK „Metropolität in der Vormoderne“ möchte der Frage nach der historischen Gestaltung von Mensch-Natur-Beziehungen von der Antike bis in die Frühe Neuzeit nachgehen. Das Begriffspaar "Mensch und Umwelt" soll dabei nicht nur binär verstanden werden, indem ausschließlich auf Naturveränderung durch den Menschen oder Abhängigkeit menschlicher Geschichte von spezifischen Umweltbedingungen fokussiert würde. Vielmehr spiegeln bereits vormoderne Quellen eine gegenseitige Einflussnahme und ein komplexes System von Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur. Aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Fächer wie der Alten und Mittelalterlichen Geschichte, der klassischen und christlichen Archäologie und Kunstgeschichte, den Philologien, der Theologie sowie den historisch arbeitenden Naturwissenschaften sollen in diesem Rahmen Wahrnehmungen und Diskurse über Natur und Umwelt in Literatur, Architektur, Kunst und Religionen in den Fokus rücken sowie Praktiken in umweltbedingten Krisenzeiten und frühe Auswirkungen des Klimawandels thematisiert werden. Auch an der UR nicht vertretene Fächer wie die Paläo-Ökologie, die die Intensitäten menschlichen Einwirkens auf die Umwelt über Zeit und Raum verfolgt, werden einbezogen. Die Beiträge aus der Mittelalter-Archäologie und frühneuzeitlichen Umweltgeschichte werden sich mit der Stadtentwicklung Regensburgs und deren Wechselwirkungen mit naturräumlichen, geologischen und ökologischen Faktoren befassen.


Zum Vorlesungsverzeichnis


04. Mai 2022
Prof. Dr. Julian Jachmann (Kunstgeschichte, Architekturgeschichte und -theorie | UR) „Architektur, das schnellste Pferd. Aspekte der Natur in der Architekturtheorie der Frühen Neuzeit“

11. Mai 2022
Dr. Iris Nießen (Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie | FSU Jena)
„Vormodernes Leben in der Aue: Eine umweltarchäologische Studie zum Donauquartier in Regensburg (Archäologie unter dem Museum der Bayerischen Geschichte)“

18. Mai 2022
Prof. Dr. Jörg Sonntag (Mittelalterliche Geschichte | TU Dresden | UR)
„Doppelte Paradiese? Die Natur als metaphorischer Wegweiser klösterlichen Lebens im Mittelalter“

25. Mai 2022
Dr. Arabella Cortese (Christliche Archäologie | Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München)
„Natur und Architektur im Rauen Kilikien: archäologische Befunde und literarische Quellen zu zwei spätantiken Pilgerorten“

01. Juni 2022
Dr. Susanne Ehrich (Mediävistische Germanistik | UR)
„Die Fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht: die leidende Natur als Warnung und Erbauungsmedium im späten Mittelalter“

08. Juni 2022
Prof. Dr. Dominik Collet (Umwelt- und Klimageschichte | Universität Oslo)
„Die Ökologie der vormodernen Stadt: Regensburg und die Klimaanomalie 1770-1772“

15. Juni 2022
Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid (Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit | UR)
„Elysian Fields. Der englische Landschaftsgarten des 18. Jahrhunderts als paradiesische Welt“

22. Juni 2022
PD Dr. Oliver Nelle (Archäobotanik, Paläoökologie | Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart)
„Mensch und Umwelt in Raum und Zeit: der Beitrag der Paläo-Ökologie“

29. Juni 2022
Prof. Dr. Felix Pirson (Klassische Archäologie | Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts)
„Mensch-Umwelt-Interaktion im Kontext einer antiken Mikroregion: das Beispiel Pergamon“

06. Juli 2022
Prof. Dr. Martin Zimmermann (Alte Geschichte | LMU München)
„Lost Cities. Vom Leben mit verlassenen Städten in antiken Kulturen“
mit anschließendem Workshop im Forschungskolloquium des GRK

13. Juli 2022
Prof. Dr. Harald Buchinger (Liturgiewissenschaft | UR)
„Bedrohliche Umwelt. Bittprozessionen in der Vormoderne“

20. Juli 2022
Prof. Dr. Peter Poschlod (Ökologie und Naturschutz | UR)
“How climate and man-made climate change affected and affect our landscape and biodiversity”

27. Juli 2022: Klausur


Kontakt und Zugangsdaten: Dr. Susanne Ehrich | Koordination Mittelalterzentrum "Forum Mittelalter" | susanne.ehrich@ur.de



Vergangene Veranstaltungen können Sie dem Archiv entnehmen.



Mittelalterzentrum "Forum Mittelalter"

Veranstaltungskalender

Eine Übersicht über die Veranstaltungen im SoSe 2022 finden Sie hier.


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  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
  2. Institut für Geschichte

Forum Mittelalter

Interdisziplinärer mediävistischer Forschungsverbund

Sprecher

Prof. Dr. Jörg Oberste


Wissenschaftl. Koordination

Dr. Susanne Ehrich

Kontakt

Susanne.Ehrich@ur.de

Homepage

www.forum-mittelalter.ur.de