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Forschungsprojekte

Arabella Cortese

Cilicia as sacral landscape: encountering the invisible presence of ist late antique saints

Darstellung des Projekts

Ziel des Projektes ist es, besonders aussagekräftige Beispiele von kilikischen Kirchenbauten der Spätantike, in denen Heilige verehrt wurden, zu analysieren. Es geht darum zu verstehen, wie die Christianisierung der Stadt die Gestaltung seiner gewohnten Lebensumwelt langsam veränderte, welche Rolle diese bedeutende Anziehungspunkte für Pilger und Besucher in Bezug auf die Siedlungen spielte und welche Auswirkung sie auf die Stadtentwicklung hatten.

Dabei wird die Architektur und die Aufteilung ihrer Räume, sowie Quellen über die Frequentierung dieser Bauten (Lage, Große, Ausstattung, Nutzung, Begehbarkeit, Anbindung an die Stadt/ Straße, Sichtbarkeit) und die Wahrnehmung der Verehrungsorte jedes Befundes eingehend untersucht.

Das Ergebnis wird eine Studie sein, in der nicht nur das funktionale Verständnis der kilikischen Kirchen betrachtet wird, sondern auch die Rolle, die die spätantiken Kirchengebäude in der Stadtentwicklung und bei der kilikischen Metropolen spielten. Durch eine kombinierte Analyse von archäologischen Befunden und Textquellen wird zudem versucht, die Erfahrungen und die Gedankenwelt der damaligen Kirchenbesucher zu erschließen.


Dr. Elisa Di Natale

vorl. Titel des Forschungsprojekts:

Liturgische Kircheneinrichtung im Mittelalter: Pulpita, Altäre, Taufbecken, Weihwasserbecken (XI.-XIII. Jhdt).


Giulia Fioratto

Nascita e sviluppo di una metropoli romana dell’Italia settentrionale: Aquileia.

Darstellung des Projekts

In diesem Projekt soll untersucht werden, wie die lateinische Kolonie Aquileia, die 181 v. Chr. gegründet wurde, in kurzer Zeit zu einer der wichtigsten Städte im Nordosten Italiens und auch im römischen Reich wurde. Laut Ausonio scheint Aquileia am Ende des IV. Jahrhunderts “Moenibus et portu celeberrima”(Ausonio 11,9, 4) zu sein und eine entscheidende Rolle unter den wichtigsten Städten des Mittelmeers zu spielen. Das Hauptziel dieses Projekts ist die Beantwortung einiger wichtiger historischer Fragen, bzw. wann und wie Aquileia aus einer lateinischen Kolonie der Cisalpina zu einer Metropole des römischen Reiches wurde und welche Dynamik zur Entstehung und Entwicklung eines wirtschaftlichen, kulturellen, architektonische und religiösen Zentrums wichtig war.

Dass Aquileia ein wichtiger Handelshafen ist, wird sowohl aus Quellen als auch aus archäologischen Funden erkannt, und das Wachstum der Stadt selbst hängt immer mit dieser Rolle zusammen, nicht zuletzt die Untersuchung eines anderen Aspekts, der ebenso wichtig sein könnte, nämlich sein Verhältnis mit dem Territorium. Daher ist eine sorgfältige und parallele Betrachtung der Organisation des Landes hilfreich, um zu verstehen, wie die landwirtschaftliche Fläche von der Kolonie genutzt wurde, und um zu verstehen, was produziert wurde und unter welchen Bedingungen es genutzt wurde, sei es für die Selbstversorgung oder sogar für den Export. Bestimmte Aspekte, die behandelt werden, sind: eine Analyse der Besetzung des Territoriums, Landverteilungssystem, ländliche Siedlung (Villen und Farmen), Produktionsanlagen, Clustersiedlung (vicii und pagi), außerstädtisches Heiligtum, die Beziehung zwischen Incolae und Kolonisten und die Produktionen des Gebietes.

Die zeitlichen Grenzen dieses Projekts reichen von der Gründung der Kolonie (181 v.Chr.) bis zu Attilas Plünderung (452 n.Chr.)


Stefan-Bernhard Langer

Die Baugeschichte, Chronologie und Funktion der sogenannten Oberen Agora der Stadt Ephesos vom Hellenismus bis zur mittleren Kaiserzeit.

Darstellung des Projekts

Das Dissertationsprojekt behandelt ein Platzareal in Ephesos, das in der Forschung unter den Namen Obere Agora bzw. Staatsmarkt Bekanntheit erlangte. Der Staatsmarkt befindet sich, als eine von zwei Agorai, innerhalb der ephesischen Neustadt, die unter dem Diadochen Lysimachos gegründet wurde. Obwohl das Platzareal in den Jahren 1955-1972 weitestgehend freigelegt wurde, blieb die dokumentarische Aufarbeitung jener Großgrabung jedoch weitestgehend auf der Strecke, was vor allem die südliche, östliche und westliche Platzbebauung betrifft. Die jüngsten Untersuchungen im Rahmen eines von der DFG geförderten und vom ÖAI unterstützten Forschungsprojektes der Uni Regensburg und OTH Regensburg/TU Berlin versuchten in den Jahren 2014-2016 sowie 2018 dieses Defizit zu kompensieren.

In dieser Arbeit soll vorrangig der Prozesscharakter der baulichen Aktivitäten in und um den Platz beleuchtet werden und zwar vom Zeitraum der Gründungszeit unter Lsyimachos bis zur mittleren Kaiserzeit. Dabei stehen die Forschungsfragenfragen im Vordergrund: Wie hat sich der Platz von der Gründungszeit bis zur mittleren Kaiserzeit verändert? Ging es um die Realisierung architektonischer Gesamtkonzepte oder lassen die Veränderungen am Platz sukzessive Entwicklungsstränge erkennen? Welche Faktoren waren ausschlaggebend? Diesen Fragen sollen Einzelanalysen der Bauwerke in und um des Platzareals vorausgehen, um letztendlich epochale Gesamtbilder des Platzes zu entwerfen.

Neben der baugeschichtlichen Entwicklung interessiert auch die Frage nach den damit einhergehenden funktionalen Veränderungen. Fungierte das Platzareal schon seit der Gründungszeit als Agora bzw. politische Agora? Inwiefern war der Kaiserkult seit Beginn der römischen Kaiserzeit am Platz präsent?

Zu guter Letzt soll geklärt werden, wie sich der Platz räumlich, architektonisch und funktional in das ephesische Stadtgebiet eingliedern lässt und wie sich die einzelnen Entwicklungsschritte mit der Stadtgeschichte in Einklang bringen lassen.


Charlotte Neubert

Konstruktion einer metropolitanen Identität. London im späten Mittelalter.

Darstellung des Projekts

Info: Keine Informationen vorhanden.


Mercedes Och

Fleischkonsum in der antiken Metropole Rom.

Wirtschaftliche, religiöse und soziale Aspekte zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 4. Jh. n. Chr.

Darstellung des Projekts

Fleischkonsum wird im antiken römischen Kontext meist den Oberschichten zugeschrieben und das häufig in einem vollkommen überzogenen Maß. Die literarischen Quellen geben gern prunkvolle Gastmähler mit einer Fülle von Fleischgerichten wieder, die kaum der Realität entsprochen haben können. Aus diesem Grund beschäftigt sich dieses Dissertationsprojekt mit der Frage nach den Zusammenhängen zwischen wirtschaftlichen, religiösen und sozialen Faktoren des Fleischkonsums in der antiken Metropole Rom. Die Arbeit ist diachron ausgerichtet und untersucht die Veränderungen zwischen dem 2. Jh. v. Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. Als Quellengrundlage dienen sowohl schriftliche Quellen mit landwirtschaftlichem Kontext, archäologische Ausgrabungsberichte sowie inschriftliche Überlieferungen der römischen Opfer- und Prozessionspraxis, das Sozialleben betreffende antike Briefwechsel als auch diverse kleinere, im gesamten antiken Quellenfundus verstreute Hinweise auf den Fleischkonsum. Durch die Zusammenschau der Erkenntnisse aus den drei übergeordneten Punkten kann ein Geflecht aus sich gegenseitig bedingenden Zusammenhängen zwischen den Faktoren "Wirtschaft", "Religion" und "Soziales" herausgearbeitet werden, wodurch ein detailliertes Bild des sich verändernden Fleischkonsums in der antiken Metropole Rom entsteht.


Sebastian Pößniker

Materieller Lebensstandard und Marktkonjunktur im süddeutschen Raum 1350-1800. Löhne und Preise anhand institutioneller Rechnungsbuchüberlieferung in Regensburg im interstädtischen Vergleich.

Darstellung des Projekts

Info: Keine Informationen vorhanden.


Claudio Schäfer

Mediolanum: Von der metropolis Insubrae zum municipium civium Romanorum

Eine Provinzstadt im Prozess der Transformation: Sonderstellung oder historisches Beispiel?

Darstellung des Projekts

Ziel der Arbeit soll sein, die Anpassungsprozesse des römischen Mediolanum von einer keltischen Stammeshauptstadt im dritten Jahrhundert v. Chr. hin zu einer Provinzstadt bis in das zweite Jahrhundert n. Chr. herauszuarbeiten. Dabei gilt es, Merkmale und sukzessive Veränderungen der Metropolität der norditalienischen Stadt zu untersuchen und wie die Bevölkerung daran beteiligt war und damit umging. Dies soll sowohl durch die Betrachtung der lokalen Elite, als auch durch Dokumentationen der einfacheren Bevölkerung, eingeschränkt durch die Quellen vor allen der breiten Mittelschicht, ermöglicht werden. Hierbei sei die Unterstützung der Oberschicht für den Konsul Marcus Emilius Lepidus zu erwähnen, der versuchte die Nachfolger der sullanischen Strömung zu stürzen. Die Mailänder erhofften sich im Zuge dessen den Provinzvorsitz von der Stadt Mutina (dem heutigen Modena) für sich zu sichern, allerdings scheiterte die Rebellion und wurde mit härtesten Repressionen unterdrückt. Der Umgang mit dem Verlust der Funktion als politisches Zentrum mit der zeitgleichen Maximierung der Wohnfläche, Erhöhung der Siedlungsdichte und der Errichtung von Monumentalbauten soll, gerade im Vergleich mit Städten wie Mutina, erforscht werden.

Da Mediolanum sowohl als keltischer Zentralort, als auch als römische Provinzstadt für den überregionalen Handel und ein sehr ertragreiches Umland bekannt war, gilt es etwaige römische Umstrukturierungen nach der Eroberung der Region zu betrachten und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt zu beleuchten. Die Regionen der Cisalpina südlich des Po wurden nach der Eroberung Ende des dritten Jahrhunderts v. Chr. teils radikal umstrukturiert, sowohl was Siedlungsgebiete als auch was Handelsrouten betrifft. Im Gegensatz dazu blieb die Transpadana weitestgehend davon verschont. Die Region wurde schließlich essentiell für die Versorgung Italiens. Die Insubrer sollen etwa so fette Schweine gezüchtet haben, dass diese kaum stehen konnten und die Landwirtschaft war so ergiebig, dass die Transpadana eine strategisch sehr wichtige, jedoch gleichzeitig geographisch exponierte Provinz wurde.

Bei der Bearbeitung steht außerdem die Frage im Hintergrund, wie weit die keltischen Wurzeln für die Stadt und Bevölkerung von Bedeutung waren und ob der Umgang mit ihnen ein eher singuläres Phänomen Mediolanums war. Die 230 in den Inschriften des ersten und zweiten Jahrhunderts n. Chr. genannten Familien bzw. gentes waren meist indigener Abstammung oder mit nichtrömischen Frauen verheiratet. Die hier vertretene Mittelschicht bestand vor allem aus lokalen Magistraten, Handwerkern und Händler und war gespickt mit ambitionierten liberti im sozialen Aufschwung. Ein paar Jahrhunderte später lässt sich der keltische Hintergrund immer noch erkennen. Zuletzt sollen die Ergebnisse der Arbeit einen Ausblick auf die Rolle der Geschichte und Entwicklung der Stadt hinsichtlich der späteren Ernennung zur Kaiserresidenz Ende des dritten Jahrhunderts n. Chr. bieten. Waren diese Veränderungen innerhalb der vier Jahrhunderte um die Zeitenwende außergewöhnlich oder eher als historisches Beispiel zu verstehen? Wieweit lassen sich metropolitane Strukturen erkennen, von denen die Kaiserresidenz später profitieren konnte? War somit diese Stadt, die schon seit der Gründung ein Schmelztiegel war, im Zuge ihrer Entwicklung ein idealer Ort für die spätere Residenz oder war die Ernennung nur dem aktuellen militärischen Zustand im dritten Jahrhundert n. Chr. geschuldet?

Die Promotion soll dabei die vorhandene Forschung zu Oberitalien mit den punktuellen archäologischen Untersuchungen vor allem zu Mailand verbinden und mit Hilfe der oben genannten Fragen die Veränderungen der Stadt und ihrer Bewohner nachvollziehbar machen. Die Forschung hierzu ist lückenhaft und auf verschiedene Disziplinen verteilt, worauf sich diese Arbeit dennoch stützen kann. Hierbei sind die aktuell erschienene Monographie von RONCAGLIA über das römische Norditalien, die Sammlung archäologisch nachvollziehbarer Bauten Mailands bei SACCHI und das Werk von GRASSI zu den Transformationsprozessen von den Insubrern in der römischen Transpadana besonders hervorzuheben. Das Konzept der Metropolität eignet sich hierbei besonders gut, um diese Prozesse zu kategorisieren und Mediolanum lange vor der Residenzwerdung eine Sonderstellung, oder eben nur eine beispielhafte Entwicklung einer in das Imperium Romanum eingegliederten Stadt zu attestieren.


Innocent Smith

Doers of the Word: Bible Missals and the Celebration of the Eucharist in the 13th Century.

Darstellung des Projekts

My dissertation is focused on the Bible Missal, an important but understudied genre of medieval manuscript which combines the scriptural texts of the Latin Vulgate with the prayers, chants, and readings recited by the priest during the Eucharistic celebration of the Mass. In some cases, these Bible Missals contained all the texts necessary for the Mass throughout the entire year as well as the complete biblical text. In these cases, the Missal portion would typically contain just the opening words of biblical passages, referring the user to the rest of the manuscript to find the complete biblical texts. In other cases, the Missal portion presented an abbreviated selection of Masses that could be used on various occasions throughout the year.

The liturgical selections contained in the extant bible missals thus present a wide range of material that gives a precious insight into both the development of various liturgical traditions in the 13th century as well as the processes of customization and design of medieval bibles. In this dissertation, I will analyze the phenomenon of 13th century bible missals, showing the range of physical formats and liturgical features present in the extant manuscripts as well as the standardized elements found in most examples. I will take an interdisciplinary methodological approach, drawing on insights from the disciplines of codicology, liturgiology, musicology, and art history.

Through this dissertation, I hope to show that Bible Missals are an essential source for understanding the development and practice of the medieval liturgy. Bible Missals have much to offer in terms of the understanding the spirituality of the bible in the middle ages, the relationship between book ateliers and the religious clients and communities they served, and the commonalities and distinctions between the liturgies of medieval religious orders shortly after their foundation. This dissertation will contribute to a growing body of literature on the material culture of the medieval bible, showing the significance of the liturgical features of an important body of manuscripts.


Christopher Sprecher

“A Banquet of Victory”: The Institution and Spread of Constantinopolitan Feasts of Episcopal Relic Translation and the Rehabilitation of Urban Honour in the 9th–12th Centuries.

Darstellung des Projekts

Notions of honour and prestige, primacy and preëminence, have entered the modern and post-modern worlds via the cultural womb of pre-modernity, and in the European context specifically from the Late Antique world shaped by Greece, Rome, and Byzantium. Virtue, honour, and fame were all accolades that could be gained (or lost) by individuals, yet the same gains and losses in honour could be experienced on the macro-level of the city, with immense consequences in the long and short run for trade, diplomacy, and inter-urban influence. My project will examine the institution of feasts late in the ninth century in Constantinople commemorating the translation of episcopal relics to Constantinople—notably, those of Nikēphoros I and John Chrysostom—and their later spread beyond the imperial capital as a means to restoring the (by the Orthodox party perceived) lost urban honour following the second phase of Iconoclasm and the restoration of icons in 843. Loss of honour on an urban level in this tumultuous time could lead to a decline in civic fortune or reference; increase or maintenance could help preserve prominence and hegemony. With these events and this lens of liturgical celebration in mind, I shall therefore explore through close readings of the festal texts how both the rite of relic translation itself and related texts (the liturgical texts pertaining to these feasts, as well as the Life of Nikēphoros) gesture towards a process of the restoration of honour, not merely to the saints here fêted, but to the city fêting them. Thereafter, I shall examine the spread of these texts and the celebration of these feasts beyond the walls of Constantinople and into a metropolitan network of other cities and local churches via an investigation of liturgical manuscripts and typika (liturgical texts containing the orders of services and saints to be commemorated in specific locations).


Gregory Tucker

“Since we Believe in Him, Let us Sing to Him”: the Hymnography of the Middle Byzantine Cathedral Liturgy & Its Liturgical Theology

[„Da wir an ihn glauben, lasst uns zu ihm singen”: die Hymnographie der mittelbyzantinischen Kathedralliturgie und ihre liturgische Theologie]

Darstellung des Projekts

Das Projekt ist in zwei Teile aufgegliedert: der erste Teil wird eine vergleichende Edition und eine Taxonomie des Korpus außerbiblischer Hymnographie der mittelbyzantinischen Kathedralliturgie; der zweite Teil wird eine theologische Analyse eines Auszuges festtäglicher Hymnen aus jenem Korpus anbieten. Das Projekt sieht sich mithin als Werk einer liturgisch-geschichtlichen Theologie, mit angemessener Betonung auf beide Elemente: Forschungsgegenstand sind schriftliche Belege der Liturgie der Großen Kirche im mittelbyzantinischen Konstantinopel (c. 843–1204); passende historische Methodologien werden angewandt, um das Korpus festzustellen und zu analysieren; der Inhalt der Liturgie wird nachgefragt und analysiert in der expliziten Absicht, theologische Bedeutung herauszuschöpfen. Die Dissertation will darauf zielen, die klaffende Gruft zu überbrücken, die manchmal zwischen Liturgiewissenschaft und konstruktiver liturgischer Theologie besteht.

This project falls into two parts: the first will establish a comparative edition and taxonomy of the corpus of extra-biblical hymnography of the Middle Byzantine cathedral liturgy; and the second will offer a theological analysis of a selection of festal hymns from that corpus. The project endeavours to be a work of “liturgical historical theology,” with proper emphasis placed on each of those elements: the object of study is the material evidence for the liturgy of the Great Church of Constantinople in the Middle Byzantine period (c. 843–1204); appropriate historical methodologies will be employed to establish and categorize the corpus; and the content of the liturgy will be interrogated and analysed with the explicit intention of drawing out theological meaning. The dissertation seeks to bridge the gap that sometimes divides historical liturgical studies and constructive liturgical theology.


Maria Weber

Um ain Suma geltz - Schuldenpraxis in vormodernen Metropolen.

Darstellung des Projekts

“Credit (apprestum/prestitis) was ubiquitous in later medieval society” (Goddard, Richard, Credit and Trade, S. 1 (2016)). Mit dieser Feststellung leitet Richard Goddard seine kürzlich erschienene Studie zu „Credit and Trade in later Medieval England“ ein. Die Ubiquität von Krediten und die Alltäglichkeit von (Geld-)Leihe, Pfand- und Borgkauf, Verpfändung und Versetzung von Geld und seiner materiellen Äquivalente tritt uns in der städtischen Schriftlichkeit, wie sie durch Ratsprotokolle, Gerichtsbücher und Missive auf einer obrigkeitlich-normativen Ebene repräsentiert werden, als auch in privaten Schuldbüchern, Schuldbriefen, Korrespondenzen oder chronikalischen Aufzeichnungen, vielfach entgegen.

Diese Überlieferung aus der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Reichsstadt Augsburg als Ausgangspunkt und „primäre[n] Stellvertreter der Praxis“ (Haasis/Rieske, Historische Praxeologie. Zur Einführung, S. 1 (2015)) zu nehmen und nach dem Umgang, den Praktiken und der Wahrnehmung von Geld und Schulden zu fragen, bildet den Kern des Promotionsprojektes. Aus praxeologisch-mikrohistorischer Perspektivierung, die die Quellengrundlage vorgibt, sollen die Praktiken des Schuldenmachens herausgearbeitet und in Fallbeispielen in ihren jeweiligen Kontexten dicht beschrieben werden. Dabei bilden die obrigkeitliche Normsetzung, institutionelle Regelungsmechanismen und die alltäglichen Praktiken des Schuldenmachens innerhalb der städtischen Gesellschaft den Rahmen der Untersuchung.


Dr. Markus Löx

Mailand (3.‒7. Jh.). Eine spätantike Metropole und ihr Nachleben.

Darstellung des Projekts

Während der Tetrarchie (293–324 n. Chr.) bzw. unter Konstantin I. (306–337 n. Chr.) wählten die römischen Kaiser eine Reihe von Städte als Residenzen bzw. bauten diese zu solchen aus. Wie u. a. Sirmium, Nikomedien, Antiochia und Trier nahm Mailand ebenfalls diese Funktion ein und etablierte sich im 4. Jh. n. Chr. neben Trier als führende Metropole des Westens. Diese Rolle sollte es bis zur Residenzverlegung nach Ravenna im Jahre 408 n. Chr. behalten. Der Ausbau Mailands zur Residenz unter den Tetrarchen und seine Christianisierung sind vermeintlich gut untersucht, doch fehlt eine systematische Zusammenstellung der (neueren) Grabungsergebnisse und deren Bewertung im Vergleich zu den übrigen Residenzstädten. Die Stadtgeschichte in der Zeit nach Abwandern des Hofes bis zur Etablierung der langobardischen Herrschaft in Italien ist nur selten Gegenstand von Spezialuntersuchungen gewesen. So sind wichtige Fragen bislang kaum gestellt geschweige denn beantwortet: Welche neuen Protagonisten besetzten vakante Machtpositionen nach der Aufgabe der Residenz (Bischöfe, kaiserliche Beamte etc.) und wie positionierten sie sich zur überkommenen Repräsentationskultur und -architektur? Wirkte sich der ehemalige Status als kaiserliche Residenz positiv auf die weitere Entwicklung der Metropole aus und konnte die Verdichtung städtischer Strukturen befördern? Welchen Stellenwert im kulturellen Gedächtnis der Metropole nimmt die ehemalige Funktion als Kaiserresidenz ein? Wie wird das antike Erbe, beispielsweise die baulichen Überreste der einstigen Palastanlagen im neuzeitlichen Stadtbild in Szene gesetzt?

In monographischer Form sollen diese Fragen beantwortet werden und eine Synthese zur Stadtgeschichte Mailands zwischen Spätantike und Frühmittelalter entstehen. Der Stand neuester Forschungen, der sonst nur von einem Fachpublikum rezipiert wird, soll so auch über die Fachgrenzen hinaus zugänglich gemacht werden.

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GRK 2337: "Metropolität in der Vormoderne"

 

Prof. Dr. Jörg Oberste (Sprecher)

Tel. (Sekr.): +49 941/943-3536

 

Oberste Mittelalterstd-metropole Bd12