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Anton-Claudio Schäfer

Claudio Sch _fer

Universität Regensburg - Sedanstraße 1
Anton-Claudio Schäfer, Raum 227 (GRK 2337 Metropolität)
93055 Regensburg

Telefon: 0941/943-7649

E-Mail: schaefer.anton.claudio@gmail.com


Lebenslauf

Anton-Claudio Schäfer studierte seit dem Wintersemester 2009/10 an der Universität Regensburg zuerst Lehramt Gymnasium (Geschichte und Englisch) und wechselte mit dem Wintersemester 2010/11 zu einem Bachelorstudium mit Hauptfach Geschichte mit den Schwerpunkten Antike und Mittelalter und Kunstgeschichte sowie Politikwissenschaft als Nebenfächer. Er war ab dem Sommersemester 2010 Mitglied der Fachschaft Geschichte u.a. mit Vorsitz im Jahr 2015. Die Abschlussarbeit hatte die Integration der Kelten in das Imperium Romanum mit  Schwerpunkt auf der Religion als Indikator des kulturellen Wandels zum Thema. Seit dem Sommersemester 2013 bis zum Wintersemester 2016/17 studierte er den Masterstudiengang Geschichte an der Universität Regensburg mit  dem Schwerpunkt in alter Geschichte. Den Abschluss erlangte er durch eine Arbeit zum Bild der Kelten im Spiegel römischer Autoren, wobei sich der betrachtete zeitliche Rahmen der Rezeption von der späten Republik bis zum Anfang des zweiten Jahrhunderts n. Chr. erstreckte. Seit September 2017 promoviert Anton-Claudio Schäfer bis voraussichtlich September 2020 im Rahmen des Graduiertenkollegs 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Regensburg zum antiken Mailand und dessen Entwicklung vom insubrischen Hauptort hin zu einer römischen Provinzstadt.


Forschung

Forschungsinteressen

  • Geschichte mit dem Fokus auf der Alten Geschichte
  • Mailand in historischer Perspektive
  • Interaktion zwischen Kelten und Römern
  • Integrationsprozesse von Kelten in das römische Reich

Forschungsprojekt

Mediolanum: Von der metropolis Insubrae zum municipium civium Romanorum

Eine Provinzstadt im Prozess der Transformation: Sonderstellung oder historisches Beispiel?

Ziel der Arbeit soll sein, die Anpassungsprozesse des römischen Mediolanum von einer keltischen Stammeshauptstadt im dritten Jahrhundert v. Chr. hin zu einer Provinzstadt bis in das zweite Jahrhundert n. Chr. herauszuarbeiten. Dabei gilt es, Merkmale und sukzessive Veränderungen der Metropolität der norditalienischen Stadt zu untersuchen und wie die Bevölkerung daran beteiligt war und damit umging. Dies soll sowohl durch die Betrachtung der lokalen Elite, als auch durch Dokumentationen der einfacheren Bevölkerung, eingeschränkt durch die Quellen vor allen der breiten Mittelschicht, ermöglicht werden. Hierbei sei die Unterstützung der Oberschicht für den Konsul Marcus Emilius Lepidus zu erwähnen, der versuchte die Nachfolger der sullanischen Strömung zu stürzen. Die Mailänder erhofften sich im Zuge dessen den Provinzvorsitz von der Stadt Mutina (dem heutigen Modena) für sich zu sichern, allerdings scheiterte die Rebellion und wurde mit härtesten Repressionen unterdrückt. Der Umgang mit dem Verlust der Funktion als politisches Zentrum mit der zeitgleichen Maximierung der Wohnfläche, Erhöhung der Siedlungsdichte und der Errichtung von Monumentalbauten soll, gerade im Vergleich mit Städten wie Mutina, erforscht werden.

Da Mediolanum sowohl als keltischer Zentralort, als auch als römische Provinzstadt für den überregionalen Handel und ein sehr ertragreiches Umland bekannt war, gilt es etwaige römische Umstrukturierungen nach der Eroberung der Region zu betrachten und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt zu beleuchten. Die Regionen der Cisalpina südlich des Po wurden nach der Eroberung Ende des dritten Jahrhunderts v. Chr. teils radikal umstrukturiert, sowohl was Siedlungsgebiete als auch was Handelsrouten betrifft. Im Gegensatz dazu blieb die Transpadana weitestgehend davon verschont. Die Region wurde schließlich essentiell für die Versorgung Italiens. Die Insubrer sollen etwa so fette Schweine gezüchtet haben, dass diese kaum stehen konnten und die Landwirtschaft war so ergiebig, dass die Transpadana eine strategisch sehr wichtige, jedoch gleichzeitig geographisch exponierte Provinz wurde.

Bei der Bearbeitung steht außerdem die Frage im Hintergrund, wie weit die keltischen Wurzeln für die Stadt und Bevölkerung von Bedeutung waren und ob der Umgang mit ihnen ein eher singuläres Phänomen Mediolanums war. Die 230 in den Inschriften des ersten und zweiten Jahrhunderts n. Chr. genannten Familien bzw. gentes waren meist indigener Abstammung oder mit nichtrömischen Frauen verheiratet. Die hier vertretene Mittelschicht bestand vor allem aus lokalen Magistraten, Handwerkern und Händler und war gespickt mit ambitionierten liberti im sozialen Aufschwung. Ein paar Jahrhunderte später lässt sich der keltische Hintergrund immer noch erkennen. Zuletzt sollen die Ergebnisse der Arbeit einen Ausblick auf die Rolle der Geschichte und Entwicklung der Stadt hinsichtlich der späteren Ernennung zur Kaiserresidenz Ende des dritten Jahrhunderts n. Chr. bieten. Waren diese Veränderungen innerhalb der vier Jahrhunderte um die Zeitenwende außergewöhnlich oder eher als historisches Beispiel zu verstehen? Wieweit lassen sich metropolitane Strukturen erkennen, von denen die Kaiserresidenz später profitieren konnte? War somit diese Stadt, die schon seit der Gründung ein Schmelztiegel war, im Zuge ihrer Entwicklung ein idealer Ort für die spätere Residenz oder war die Ernennung nur dem aktuellen militärischen Zustand im dritten Jahrhundert n. Chr. geschuldet?

Die Promotion soll dabei die vorhandene Forschung zu Oberitalien mit den punktuellen archäologischen Untersuchungen vor allem zu Mailand verbinden und mit Hilfe der oben genannten Fragen die Veränderungen der Stadt und ihrer Bewohner nachvollziehbar machen. Die Forschung hierzu ist lückenhaft und auf verschiedene Disziplinen verteilt, worauf sich diese Arbeit dennoch stützen kann. Hierbei sind die aktuell erschienene Monographie von RONCAGLIA über das römische Norditalien, die Sammlung archäologisch nachvollziehbarer Bauten Mailands bei SACCHI und das Werk von GRASSI zu den Transformationsprozessen von den Insubrern in der römischen Transpadana besonders hervorzuheben. Das Konzept der Metropolität eignet sich hierbei besonders gut, um diese Prozesse zu kategorisieren und Mediolanum lange vor der Residenzwerdung eine Sonderstellung, oder eben nur eine beispielhafte Entwicklung einer in das Imperium Romanum eingegliederten Stadt zu attestieren.


Vorträge

  • Mediolanum - die vergessene Hauptstadt: 18.04.2018 in Rom im Rahmen eines Doktorandenworkshops am Deutschen Archäologischen Institut Rom


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Metropolität in der Vormoderne

DFG-GRK 2337

Sprecher

Prof. Dr. Jörg Oberste

St-grk 2337
Wissenschaftl. Koordination

Kathrin Pindl M.A.

Kontakt

Kathrin.Pindl@ur.de

Homepage

www.metropolitaet.ur.de