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Sebastian Enghofer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Sebastian Enghofer M.A.

Gebäude PT, Zimmer PT 3.1.31
Telefon: 0941 943-3557

E-Mail: sebastian.enghofer@politik.uni-regensburg.de

Für Sprechstundentermine bitte per E-Mail anfragen!


Curriculum Vitae

10/2011-09/2014 Bachelor of Arts an der Universität Regensburg im Fach Politikwissenschaft, VWL und Philosophie
03/2011-04/2011 Praktikum im bayerischen Landtag
10/2014-09/2017

Master of Arts an der Universität Regensburg im Fach Kriminologie und Gewaltforschung

Master of Arts an der Universität Regensburg im Fach Demokratiewissenschaft

06/2016-11/2016 Studentische Hilfskraft am Institut für Osteuropastudien Regensburg, Schwerpunkt Frozen and Unfrozen Conflicts
Seit 03/2017 Referent für politische Bildung beim Amt für kommunale Jugendarbeit der Stadt Regensburg
Seit 10/2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Regensburg, Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Westeuropa (Prof. Dr. Martin Sebaldt)

Lehre

Sommersemester 2021

Politische Psychologie - eine Einführung (Übung)

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Wintersemester 2020/21

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Teil der Ringvorlesung Gesellschaft des Masterstudiengangs Kriminologie und Gewaltforschung

Sommersemester 2020 Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)
Wintersemester 2019/2020

Beyond Dignity and Freedom? Demokratietheoretische Implikationen des Neuroliberalismus (Übung)

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Teil der Ringvorlesung Gesellschaft des Masterstudiengangs Kriminologie und Gewaltforschung

Sommersemester 2019

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Wintersemester 2018/2019

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Teil der Ringvorlesung Gesellschaft des Masterstudiengangs Kriminologie und Gewaltforschung

Sommersemester 2018

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Technokratie oder Demokratie? Technischer Fortschritt als Herausforderung moderner Demokratien (Übung)

Wintersemester 2017/2018

Einführung in den Vergleich Westlicher Regierungssysteme (Grundkurs)

Teil der Ringvorlesung Gesellschaft des Masterstudiengangs Kriminologie und Gewaltforschung


Mitgliedschaften

Forschungsschwerpunkte

  • Demokratietheorien und Politische Ideengeschichte
  • Kriminologie und Biosoziale Kriminalitätstheorien
  • Terrorismus, Insurgency und Counter-Insurgency
  • Verhaltensökonomische Policy-Instrumente
  • Politische Psychologie

Publikationen

Zeitschriftenartikel

  • Enghofer, Sebastian. 2021. „Nudging als Strategie gegen Fake News“. Die Polizei 112(2): 64–72.
  • Enghofer, Sebastian, und Daniel Müller. 2020. „Fakt vs. Fake in der Corona-Krise - Kriminologische und gesellschaftliche Implikationen“. Die Polizei 111(10): 400–408.
  • Enghofer, Sebastian, und Oliver Hidalgo. 2018. „Carl Schmitts Paradigma der Internationalen Beziehungen und seine sicherheitspolitische Bedeutung“. Carl-Schmitt-Studien 2(2): 7–31.

Beiträge in Sammelbänden

  • Enghofer, Sebastian. 2020. „Anomie durch Akzeleration? Der Faktor Zeit als Stresselement demokratischer Politik am Beispiel der Internet-Revolution“. In Demokratie und Anomie. Eine fundamentale Herausforderung moderner Volksherrschaft in Theorie und Praxis, hrsg. Martin Sebaldt u. a. Wiesbaden: Springer VS, 329–49.

  • Bein, Simon, und Sebastian Enghofer. 2020. „Das Problem der Anomie: Ideengeschichtliche Traditionen und moderne sozialwissenschaftliche Theorien“. In Demokratie und Anomie: Eine fundamentale Herausforderung moderner Volksherrschaft in Theorie und Praxis, hrsg. Martin Sebaldt u. a. Wiesbaden: Springer, 19–38.

  • Enghofer, Sebastian. 2020. „Demokratie und Weltanschauung. Zur Krise des demokratischen Charakters“. In Die Krise des demokratischen Rechtsstaats im 21. Jahrhundert oder Wie sich die Geschichte gegen ihr Ende wehrt. Tagung des Jungen Forums Rechtsphilosophie (JFR) in der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR) im April 2019 in Salzburg, hrsg. Kristin Y Albrecht, Lando Kirchmair, und Valerie Schwarzer. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 151–64.

  • Enghofer, Sebastian, und Johannes Eberhardt. 2020. „Kriminologie der Beschleunigung. Zum Zusammenhang von sozialer Beschleunigung und Anomie“. In Kriminalistik und Kriminologie in der VUCA-Welt - Herausforderungen, Entwicklungen und Perspektiven, Rothenburger Beiträge, hrsg. Ralph Berthel. Rothenburg/OL: Hochschule der Sächsischen Polizei, 167–204.

  • Enghofer, Sebastian, und Daniel Müller. 2020. „Biosoziale Kriminalitätstheorien – eine Renaissance des geborenen Verbrechers?“ In Kriminalistik und Kriminologie in der VUCA-Welt - Herausforderungen, Entwicklungen und Perspektiven, Rothenburger Beiträge, hrsg. Ralph Berthel. Rothenburg/OL: Hochschule der Sächsischen Polizei, 269–312.

  • Enghofer, Sebastian, Daniel Müller, und Alessandro Parrino. 2020. „Wie Cyberterrorismus stattfindet – und warum wir ihn nicht sehen. Wirklichkeitsmanipulation als virtuelle Gewalt“. In Cyberkriminologie: Kriminologie für das digitale Zeitalter, hrsg. Thomas-Gabriel Rüdiger und Petra Saskia Bayerl. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 217–39. http://link.springer.com/10.1007/978-3-658-28507-4.

  • Enghofer, Sebastian. 2017. „Baruch de Spinoza, der theologischpolitische Komplex im Judentum und das Problem des freiheitlichen Staates“. In Staat und Religion, hrsg. Oliver Hidalgo und Christian Polke. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 159–74. http://link.springer.com/10.1007/978-3-658-17607-5_11.

Beiträge in Lexika

Mitherausgeberschaft

Working-Paper


Vorträge

  • 21. und 22.01.2020 "DIgital Nudging", Verbraucherservice-Tagung in Tutzing
  • 28. und 29.09.2019 "Technischer Fortschritt als Problem der Demokratie", Seminar "Digitalisierung - Chance oder Bedrohung der Demokratie?", Billdungszentrum Kloster Banz, Hanns-Seidel-Stiftung
  • 25.04.2019 "Zwischen Skylla und Charybdis - Der Rechtsstaat vor der Herausforderung durch radikale Volkssouveränität und Technokratie", XXVII. Tagung des Jungen Forum Rechtsphilosophie (Salzburg)
  • 03.02.2019 "Extremismus als Herausforderung der Demokratie - Aktuelle Entwicklungen und Tendenzen" im Bildungszentrum Kloster Banz, Hanns-Seidel-Stiftung
  • 28.01.2019 "Der Umgang mit der deutschen Vergangenheit im neuen Rechtsextremismus", Tutzinger Schülerforum "Leben in der Diktatur: Zur Geschichte des Nationalsozialismus"
  • 09.10.2018 "Links- und Rechtsterrorismus: Wie gefährdet ist die deutsche Demokratie?", Fortbildungsseminar "Sozialkunde, Sozialwissenschaftliche Arbeitsfelder, Sozialpraktische Grundbildung" der APB Tutzing / Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen
  • 11.02.2018 "Der technische Fortschritt als demokratietheoretisches Problem", Seminar "Macht und Ohnmacht des Volkes" im Bildungszentrum Kloster Banz, Hanns-Seidel-Stiftung
  • 22.10.2017 "Der technische Fortschritt als demokratietheoretisches Problem", Seminar "Macht und Ohnmacht des Volkes" im BVS-Bildungszentrum Holzhausen, Hanns-Seidel-Stiftung

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel:
Beyond dignity and freedom
Demokratietheoretische Implikationen des Neuroliberalismus


Abstract

Mit dem Erscheinen von Richard Thalers und Cass Sunsteins „Nudge – Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness“ (2008) wurde der  Verhaltensökonomie eine breite Aufmerksamkeit zuteil, welche insbesondere in der Frage politischer und staatlicher Anwendungen von „Nudges“ bis heute anhält.
Die Grundidee von Nudging, und dem damit verbundenen Konzept des libertären Paternalismus, ruht auf zwei Prämissen: Menschen verhalten sich erstens nicht gemäß des Modells des homo oeconomics, sondern entscheiden häufig intuitiv (Kahneman, 2012) nach unterbewussten Heuristiken (Gigerenzer, 2009, 2013; Gigerenzer, Hertwig, & Pachur, 2011). Deswegen, so die zweite Prämisse, ist es keine Freiheitseinschränkung, wenn Erkenntnisse über die Entscheidungsumgebung (choice architecture) genutzt werden, um Menschen dazu zu bringen, ihre selbst gesetzten Ziele besser zu erreichen und somit die Ideen von Liberalismus und Paternalismus miteinander zu versöhnen (Thaler & Sunstein, 2008, S. 5–6).
In der seitdem anhaltenden Debatte lassen sich mehrere affirmative und kritische Positionen unterscheiden: zum Einen wird Thaler & Sunstein vorgeworfen, begrifflich unsauber zu arbeiten (exemplarisch Schramme, 2016) und dadurch menschliche Autonomie zu gefährden, indem politisches Handeln utilitaristisch auf Nützlichkeit und Effizient reduziert wird (Saint-Paul, 2011). In eine ähnliche Richtung argumentieren Autoren, welche dem libertären Paternalismus technokratische Tendenzen unterstellen (Feitsma, 2018) und daraus eine mögliche Inkompatibilität mit demokratischer Politik (Lepenies & Malecka, 2016) oder dem Verfassungsrecht (A. Alemanno & Spina, 2014; Alberto Alemanno, Sibony, & Sunstein, 2015; Kemmerer, Möllers, Steinbeis, & Wagner, 2016) ableiten.
Zum Anderen kritisieren an sich affirmative Autoren Nudging auf Grundlage mangelnder Effektivität bspw. hinsichtlich der Wirkungsdauer (Brandon et al., 2017; Jachimowicz, Duncan, Weber, & Johnson, 2019) der Intervention, oder aufgrund der Beobachtung, dass auf der verhaltenspsychologischen Basis des Nudging auch andere Formen der Intervention denkbar sind, welche die Autonomie von Individuen stärker respektieren (Hertwig, 2017; Hertwig & Grüne-Yanoff, 2017). Im Rahmen der Evaluation von Nudging werden dabei auch Fragen nach der Vereinbarkeit von Legitimität und Transparenz von Nudges und ihrer Effektivität aufgeworfen (Schmidt, 2017).
Allerdings fehlt in der Vielzahl an ethischen, rechtlichen und teils politikwissenschaftlichen Publikationen eine dezidierte Untersuchung aus Perspektive der politischen Theorie. Dies wird teils damit erklärt, dass Nudging angesichts Themen wie Geschlechtergleichheit, Klimawandel usw. „einfach nicht wichtig genug sein könnte“ (Freeman, 2013). Die wenigen Veröffentlichungen aus dem Bereich der politischen Theorie, welche sich explizit mit Demokratien in einer „nudge world“ (Waldron, 2014) auseinandersetzen, konzentrieren sich auf eine enge Auswahl von verhaltensökonomischen Konzepten (so bspw. (Kelly, 2012) und versuchen auch keine systematische Verknüpfung der ethischen, rechtlichen und ideengeschichtlichen Argumente mit den psychologischen Grundlagen von Nudging, um daraus einen Deutungsrahmen zur Evaluation von verhaltensbasierten Politikinstrumenten zu gewinnen, welcher nicht einseitig die Pro- oder Contra-Seite befürwortet.
So ist im Hinblick auf die Debatte um Nudges insgesamt zu konstatieren, dass die Debatte häufig daran krankt, dass Autoren „aneinander vorbei schreiben“ und dementsprechend eine unangemessene Polarisierung erfolgt. So passt bspw. der häufig erhobene Vorwurf einer Gefährdung von Autonomie und Freiheit durch Nudging nur schlecht zum gleichzeitigen Eingeständnis, dass Nudging ein zu unbedeutendes Interventionsinstrument sei, um von der politischen Theorie wahrgenommen zu werden (Lepenies & Malecka, 2016, S. 495).
In Folge dieser Diskrepanzen wird sich oft auf die individualistische Perspektive von Nudging versteift: entweder auf ethischer Seite, indem nur die (vermeintliche oder befürchtete) Einschränkung individueller Freiheit, Würde und Autonomie (Hausman & Welch, 2010) und die Verteidigungsfähigkeit des libertären Paternalismus dagegen (Bovens, 2009) fokussiert wird; oder auf rechtlicher Seite, indem die Gefährdung fundamentaler Bürgerrechte problematisiert wird (A. Alemanno & Spina, 2014). Diese individualistische Perspektive nehmen Autoren wie (Whitehead, 2018) zum Anlass, in Anlehnung an den Begriff des Neoliberalismus von „Neuroliberalismus“ zu sprechen und damit ebenfalls zwar eine Perspektive der politischen Theorie zu eröffnen, diese aber einseitig auf eine Kritik an neoliberalen Governancestrukturen zu reduzieren.
Insgesamt fehlt somit eine Perspektive auf Nudging, welche systematisch die Frage nach den institutionellen Implikationen des libertären Paternalismus stellt und dabei auf Grundlage verschiedener demokratietheoretischer Modelle (Liberalismus, Republikanismus und deliberative Konzepte) die Vor- und Nachteile von Nudging im Hinblick auf die unterschiedlichen Stoßrichtungen dieser Modelle herausarbeitet. Dies stellt nicht zuletzt deswegen ein Makel dar, da es zwar Untersuchungen zur globalen Verbreitung von Nudging und der Bereitschaft von Regierungen, verhaltensbasierte Politikinstrument zu benutzen (Sunstein, Reisch, & Kaiser, 2018; Sunstein, Reisch, & Rauber, 2018) gibt, diese aber jenseits der empirischen Feststellung von Unterschieden keine klare Ursache dafür feststellen.
Die Verbindung von demokratietheoretischen, institutionellen Perspektiven auf Nudging mit Fragen hinsichtlich der Effektivität und individuellen ethischen und rechtlichen Bewertung davon kann hier in Verbindung mit unterschiedlichen politischen Kulturen einen Erklärungsansatz dafür liefern, inwieweit Nudging in unterschiedlichen Ländern nicht nur ethisch, demokratietheoretisch und rechtlich vertretbar ist, sondern auch effektiv durchführbar ist.


Zusammengefasst lautet die Forschungsfrage: Wie viel Nudging verträgt eine Demokratie? Wo liegen Potentiale und Grenzen von verhaltensbasierten Policyinstrumenten innerhalb verschiedener Demokratiemodelle als Maßstab zur Evaluation von Nudging-Maßnahmen?

Methodisch soll in der Arbeit dabei im Theorieteil zuerst die demokratietheoretische Perspektive entwickelt werden:

  1. Klärung der Defintionen: Was ist Nudging, libertärer Paternalismus und ihr Verhältnis zueinander?
  2. Nachzeichnung zentraler Prämissen der liberalen, republikanischen und deliberativen Demokratietheorien
  3. Inwieweit sind zentrale Anforderungen der jeweiligen Demokratiemodelle mit Nudging kompatibel? Welche Gefährdungsmomente existieren? Inwieweit ist Nudging explizit sinnvoll innerhalb einer bestimmten Theorie?
  4. Definition der Variablen, welche eine Kompatibilität jeweils nahelegen oder nicht
  5. Operationalisierung: Mit welchen Indikatoren werden diese jeweils gemessen?


Im zweiten, empirischen Teil sollen dann mittels des Most-Dissimilar-Designs Nudging-Maßnahmen aus dem Bereich der Kriminalitätsprävention und der Gesundheitsvorsorge herangezogen werden, um zu untersuchen, inwiefern entsprechende Projekte jeweils aus demokratietheoretischer Perspektive zu bewerten sind und ob sich damit auch eventuelle Unterschiede in der Umsetzung erklären lassen.



  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
  2. Institut für Politikwissenschaft

Lehrstuhl für Vergl. Politikwissenschaft (Westeuropa)

 
 
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