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Presse

Wie der Mensch die Ameisen beeinflusst

Humboldt-Stipendium für Dr. Marion Cordonnier bewilligt


30. August 2021

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat Frau Dr. Marion Cordonnier ein Forschungsstipendium für ihre Untersuchungen zur Auswirkungen der Habitatsfragmentierung auf den Genfluss in Ameisenpopulationen verliehen. Das auf 24 Monate ausgelegte Forschungsstipendium für Postdocs beginnt ab dem 1. Oktober 2021.

„Marion Cordonnier hat schon während der ersten Monate ihres Aufenthalts an der UR viel Elan und Enthusiasmus gezeigt und innerhalb kurzer Zeit wertvolle Ergebnisse zum Einfluss der Habitatsfragmentierung auf den Genfluss in Ameisenpopulationen rund um Regensburg erzielt. Ich freue mich, dass ihr Projekt mit einem Alexander von Humboldt-Stipendium weitergeführt werden kann und das Team am Lehrstuhl für Zoologie und Evolutionsbiologie mit ihr eine wertvolle und sehr engagierte Mitarbeiterin gewinnt“, freut sich Lehtstuhlleiter Professor Dr. Jürgen Heinze.

Höchste Zeit also, seine neue Mitarbeiterin vorzustellen.

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Dr. Marion Cordonnier bei der Arbeit.

Frau Dr. Cordonnier, herzlichen Glückwunsch zum Erhalt des Forschungsstipendiums. Erzähen Sie uns etwas von sich. Woher kommen Sie, wo haben Sie studiert und promoviert?

Dr. Cordonnier: Ich bin eine französische Ökologie-Forscherin, habe in Frankreich studiert und meinen Master-Abschluss in Biodiversität, Ökologie und Evolution an der Universität Grenoble Alpes gemacht. Im Oktober 2018 habe ich meine Doktorarbeit im LEHNA Lab (Laboratoire d'Ecologie des Hydrosystèmes Naturels et Anthropisés) der Universität Lyon verteidigt. In dieser Zeit konzentrierten sich meine Forschungsinteressen auf die Auswirkungen von Urbanisierung und Klimaveränderungen auf biologische Invasionen und den genetischen Austausch innerhalb eines Ameisenartenkomplexes. 2019 arbeitete ich dann im ESE-Lab der Universität Paris-Saclay. Mein Hauptprojekt zielte darauf ab, die biologischen Invasionen und kompetitiven Interaktionen innerhalb einheimischer und invasiver Ameisenarten zu untersuchen.

Wie lange sind Sie jetzt schon in Regensburg und wie gefällt es Ihnen bislang?

Dr. Cordonnier: Ich bin im Februar 2021 an die Universität Regensburg gekommen, um mit Professor Dr. Jürgen Heinze erste Experimente zu machen. Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, diese Forschung hier durchführen zu können und habe die Universität wirklich genossen! Es ist ein schöner Ort, mit einer schönen grünen Umgebung (voller Ameisen, was für mich sehr wichtig ist!). Alles ist neu, sehr komfortabel und die Leute sind angenehm und lächeln. Ich freue mich, noch zwei Jahre bleiben zu können!

Können Sie erklären, worum es in Ihrer Forschung an der Universität Regensburg gehen wird?

Dr. Cordonnier: Seit Jahren begeistere ich mich für die Auswirkungen des Menschen auf die Interaktionen zwischen Tierarten. Meine Forschung ist daher hauptsächlich durch das Verständnis motiviert, wie anthropogene Störungen die Beziehung zwischen Arten beeinflussen, die von konkurrierenden Interaktionen, Raubzügen, Paarungswahl und vielem mehr reichen. Ich habe gelegentlich Vögel, Hauskatzen oder große Säugetiere studiert, aber mein Lieblingsmodell sind Ameisen. Mein Hauptziel an der Universität wird es sein, unser Verständnis der menschlichen Auswirkungen auf mehrere winzige und schöne Ameisenarten aus der Gattung Temnothorax durch das Studium des genetischen Austauschs zwischen ihnen zu verbessern.

Mein Ziel ist es zu untersuchen, welche Umweltfaktoren die Co-Vorkommen der Arten bestimmen, wie der Mensch die genetischen Muster dieser Arten in fragmentierten Lebensräumen beeinflusst und wie vom Menschen beeinflusste Landschaften Hybridisierungsprozesse zwischen den verschiedenen Arten beeinflussen.

Können Sie erklären, warum Sie sich für Ihre Forschung für die Universität Regensburg entschieden haben?

Dr. Cordonnier: Professor Dr. Heinze ist einer der bedeutendsten Verhaltens- und Evolutionsbiologen Europas. Er hat unzählige Forschungen über Ameisen durchgeführt, viele zu den Themen, die mich faszinieren. Es ist erstaunlich, mit ihm zu arbeiten. Darüber hinaus habe ich hier in den letzten Monaten einige wunderbare Forscher getroffen und die Zusammenarbeit am Institut war sehr gut. Und schließlich hatte ich die Möglichkeit, mehrere Praktikanten der Universität zu betreuen, was zu einem wertvollen und konstruktiven Austausch und zu fruchtbaren Ergebnissen führte. Ich habe daher das Gefühl, dass es ein wunderbarer und produktiver Arbeitsplatz sein wird, und ich freue mich darauf, meine neue Position hier zu beginnen!

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Dr. Marion Cordonnier


ANSPRECHPARTNER FÜR MEDIEN

Prof. Dr. Jürgen Heinze

Universität Regensburg - LS Zoologie / Evolutionsbiologie

Tel.: 0941 943 2475

E-Mail: Juergen.Heinze@biologie.uni-regensburg.de

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