Zu Hauptinhalt springen

Presse

Die Zukunft der privaten Altersvorsorge

DFG und NCN fördern deutsch-polnisches Forschungsprojekt an der Universität Regensburg, der Warsaw School of Economics und dem Forschungszentrum GRAPE


17. Januar 2022

Können sich Menschen gut genug auf ihren Ruhestand vorbereiten? Unterstützt der Staat das Sparen fürs Alter in ausreichendem Maße? Wie sieht das optimale Finanzprodukt für die Absicherung des Lebensabends aus? Dies sind fundamentale und drängende Fragen in Zeiten, in denen die öffentlich finanzierten Rentensysteme unter enormem Druck stehen und die Politik vermehrt auf private Altersvorsorge setzen möchte.

Ein Zusammenschluss aus Forscher:innen der Universität Regensburg, der Warsaw School of Economics und des polnischen Forschungszentrums GRAPE wollen diesen Fragen nachgehen. Ihr Forschungsvorhaben „Modelle begrenzter Rationalität und Umverteilung im Kontext der Rente“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem polnischen National Science Center (NCN) im Rahmen des deutsch-polnischen Beethoven-Kooperationsprogramms mit fast 500 000 Euro gefördert. Prof. Dr. Fabian Kindermann, Inhaber des Lehrstuhls für die Ökonomie des öffentlichen Sektors an der Universität Regensburg, ist Koordinator des Projekts. Auf der polnischen Seite sind Prof. Krzysztof Makarski (Warsaw School of Economics) und Prof. Joanna Tyrowicz (GRAPE) die leitenden Forscher:innen.

Prof. Dr. Fabian Kindermann koodiniert das Gemeinschaftsprojekt. © Antonia Prölls/UR

Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines volkswirtschaftlichen Simulationsmodells, mit dem sich das Vorsorgeverhalten von Haushalten beschreiben lässt. Ein Kernaspekt der Arbeit ist die Frage nach der Ungleichheit zwischen einzelnen Personen. Ungleichheit ist dabei nicht nur entlang klassischer ökonomischer Dimensionen zu verstehen – wie beispielsweise Ungleichheit in Bildung, Einkommen oder Lebenserwartung. Die Studie will auch explizit auf die kognitiven Aspekte des individuellen Vorsorgeverhaltens eingehen. Die empirisch-verhaltensökonomische Forschung hat sich bereits seit geraumer Zeit mit kognitiven Limitationen, wie etwa unzureichendem Finanzwissen oder einem Mangel an Selbstkontrolle, beschäftigt. Das Forschungsprojekt „Modelle begrenzter Rationalität und Umverteilung im Kontext der Rente“ soll derartige Verhaltensweisen nun explizit in einem Simulationsmodell berücksichtigen und insbesondere deren Zusammenspiel mit anderen, die Ungleichheit verstärkenden Faktoren, untersuchen. Unter Zuhilfenahme des entstandenen Modells sollen schließlich Politikempfehlung für eine optimale Ausgestaltung von öffentlich geförderten Altersvorsorgemaßnahmen abgeleitet werden.


Informationen/Kontakt

Prof. Dr. Fabian Kindermann
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre des öffentlichen Sektors 
Tel.: +49 (0)941 943 2711
E-Mail: Fabian.Kindermann@wiwi.uni-regensburg.de
 

Kommunikation & Marketing

 

Anschnitt Sommer Ar- 35_