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140 Physiker aus der ganzen Welt treffen sich in Regensburg

22. Internationale Konferenz über Noncontact Atomic Force Microscopy


7. August 2019

Vom 29. Juli bis 2. August 2019 fand an der Universität Regensburg die 22. Internationale Konferenz über Noncontact Atomic Force Microscopy, eine Mikroskopietechnik die einzelne Atome abbilden und sogar Strukturen innerhalb von Atomen sichtbar machen kann, statt. Die Tagung hat ihren Ursprung im Jahr 1998 in Osaka (Japan) und wurde seitdem jährlich wechselweise in Asien, Europa und Amerika abgehalten. Dieses Jahr kamen in Regensburg insgesamt 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zur Tagung zusammen, um sich über die wichtigsten Entwicklungen in ihrem Gebiet auszutauschen.

Am ersten Tag fand ein Symposium statt, in dem zunächst Professor Ernst Meyer von der Universität Basel über die Abbildung organischer Moleküle berichtete, deren atomare Auflösung erstmals vor zehn Jahren gelang. Professor Peter Grütter von der McGill Universität in Montreal (Kanada) folgte mit einem Vortrag über die Möglichkeiten, die sich eröffnen würden, wenn man die räumliche Auflösung des Kraftmikroskops mit einer hohen zeitlichen Auflösung verbinden könnte. Die Aufnahme eines atomar aufgelösten Bildes dauert nämlich Minuten, während die elektronischen Prozesse, die in Halbleitern oder Batterien geschehen in Zeiträumen von Femtosekunden (1 fs = 10-15 s, also ein Milliardstel einer Millionstel Sekunde) ablaufen. Den Abschluss des Symposiums hielt Professor Rupert Huber von der Universität Regensburg, Leibnizpreisträger 2019 und Experte für Kurzzeitoptik. Er zeigte unter anderem Abbildungen eines schwingenden Moleküls, welches mit einer Kombination aus Kurzzeitoptik und einem Tunnelmikroskop gewonnen wurde.

Die folgenden vier Tage gaben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit in 30 weiteren Vorträgen und zwei Postersitzungen mit jeweils 30 Beiträgen Spezialthemen zu diskutieren. Feierlicher Höhepunkt war das Konferenzdinner am Donnerstagabend im Haus Heuport. Dabei wurde Professor Alexis Baratoff (82 Jahre) von der Universität Basel für seine langjährigen Beiträge zur atomar aufgelösten Kraftmikroskopie ausgezeichnet. Professor Baratoff ist theoretischer Physiker, seine Beiträge zur Tunnelmikroskopie – einem Vorläufer der Kraftmikroskopie – wurden bereits im Nobelpreisvortrag von Gerd Binnig und Heinrich Rohrer, die 1986 den Physik-Nobelpreis für die Erfindung des Rastertunnelmikroskops erhalten haben, erwähnt.

Preisträger Professor Baratoff (2. von links) mit einem aus Aluminium gefertigten Modell einer Siliziumoberfläche, welches auf vierzigmillionenfach vergrößerten experimentellen Kraftmikroskopiedaten beruht. Lokale Organisatoren Prof. Dr. F.J. Gießibl (links), Prof. Dr. J. Repp (2. von rechts), PD Dr. J. Weymouth (rechts)
© Korbinian Pürckhauer

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