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Besuch aus Oxford: Bessel-Preisträger Prof. Dr. Johnston forscht an der UR zu Kernfragen für Solarzellen der Zukunft


23. August 2019 | von Margit Scheid

Seit Anfang August ist Professor Dr. Michael B. Johnston von der Universität Oxford im Rahmen eines von der Alexander von Humboldt-Stiftung finanzierten Forschungsaufenthalts an der Universität Regensburg zu Gast. Bereits im Juni hatte die Stiftung Johnston für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Terahertz-Spektroskopie von Halbleiter-Nanodrähten und Perowskiten mit dem Friedrich Wilhelm Bessel-Preis ausgezeichnet. Neben einem Preisgeld von 45.000 Euro erhalten die Preisträger die Möglichkeit, ihre Forschungsvorhaben mit Fachkollegen in Deutschland voranzutreiben. Professor Johnstons Wahl fiel auf die Universität Regensburg, durch seinen Forschungsaufenthalt an der Fakultät für Physik eröffnen sich für ihn „wirklich spektakuläre wissenschaftliche Möglichkeiten“, wie er selbst sagt.

Prof. Dr. Johnston mit Dr. Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, bei der Verleihung des Bessel-Preises; © Humboldt-Stiftung/Jens Jeske

Professor Johnston möchte die Wochen in Regensburg dazu nutzen, mit superschnellen Mikroskopen der Frage auf die Schliche zu kommen, weshalb sogenannte Halid-Perowskite als derart effiziente Solarzellen funktionieren können. Besonders eng arbeitet er dabei mit dem Lehrstuhl für Experimentelle und Angewandte Physik zusammen; dessen Inhaber, Prof. Dr. Rupert Huber, war es auch, der Johnston für den Bessel-Preis der Humboldt-Stiftung vorgeschlagen hatte. „Ich kenne Michael Johnston schon seit vielen Jahren von internationalen Fachkonferenzen. Seit Langem beeindrucken mich seine extrem sauberen spektroskopischen Messungen an Halbleiter-Nanostrukturen mit langwelligen Infrarotwellen – sogenannter Terahertzstrahlung. In jüngerer Zeit gelang es ihm, diese Terahertz-Zeitdomänen-Spektroskopie höchst erfolgreich auf die faszinierende Materialklasse der Halid-Perowskite anzuwenden, die ein ganz neues Kapitel in der Nutzung der Sonnenenergie aufschlagen könnten. Gerade die Kombination zwischen rigoroser Grundlagenforschung und nachhaltigen technologische Anwendungen imponieren mir. Das hat mich auch motiviert, Herrn Prof. Johnston für den Bessel-Preis vorzuschlagen“, so Professor Huber.

Michael Johnston forscht und lehrt seit 2002 an der Universität Oxford. 1999 führte ihn sein Weg von der australischen University of New South Wales ins britische Cambridge, von dort wechselte er 2002 an die Universität Oxford, wo er zunächst als Dozent und von 2008 an als Assistenzprofessor tätig war. Seit 2014 ist er Professor für Physik mit dem Schwerpunkt Halbleiterphysik. Für seine Forschungsergebnisse an Halbleiter-Nanodrähten erhielt er im Jahr 2017 bereits den Somiya Award for International Collaboration der International Union of Material Research Societies (IUMRS) und im Jahr 2018 die Harrie Massey-Medaille vom Australischen Institute of Physics und dem Institute of Physics, UK. Ferner leitet Professor Johnston ein Projekt des UK Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC), das den Einsatz von aufgedampften Perowskit-Halbleitern in höchsteffizienten Solarzellen erforscht und vorantreibt.

„Gemeinsam mit Professor Johnston sind wir auf der Suche nach dem mikroskopischen Mechanismus, der für die sagenhaften Quanteneffizienzen von neuartigen Perowskit-basierten Festkörpern in Solarzellen verantwortlich ist. Wenn wir diese Kernfrage beantworten können, wären wir vermutlich in der Lage, die Effizienz von Solarzellen weiter zu optimieren“, erklärt Rupert Huber das gemeinsame Forschungsziel.

„Es ist mir eine Ehre, von Prof. Huber eingeladen zu werden, dessen Labor in der Regensburger Fakultät für Physik so viele bemerkenswerte Durchbrüche in meinem Bereich gebracht hat, und ich freue mich sehr über die Aufnahme unserer neuen Zusammenarbeit für Metallhalogenid-Perowskit-Halbleiter. Dies ist mein erster Besuch in Regensburg und ich bin sehr glücklich, die schöne Altstadt zu erleben. Neben der schönen Architektur hat die Stadt ein wunderbares Ambiente und ich genieße die lokale Küche.“

© iStock.com/Ministry of Joy © Julia Dragan

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