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Humboldt-Stipendiat Dr. Bijan Mondal startet Forschungsprojekt an der Universität Regensburg


13. September 2019 | Interview von Christina Glaser


Vor 250 Jahren (am 14. September 1769) kam er auf die Welt – Alexander von Humboldt. Er war nicht nur ein großer Forscher, er förderte überdies andere junge Wissenschaftler. Auch heute werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in seinem Namen gefördert: von der Alexander von Humboldt-Stiftung. Einer dieser jungen Wissenschaftler ist Dr. Bijan Mondal. Er hat ein Humboldt-Forschungsstipendium für Postdoktoranden erhalten. Seit Anfang August ist er an der Universität Regensburg um sein Forschungsprojekt durchzuführen. Wir haben ihn gefragt, was er vorhat und wie seine ersten Eindrücke von Regensburg sind.


Herr Dr. Mondal, Sie haben sich entschieden, Ihr Forschungsvorhaben im Rahmen des Humboldt-Forschungsstipendiums an der Universität Regensburg durchzuführen. Wieso ist Ihre Wahl auf diese Forschungseinrichtung gefallen?

Dr. Bijan Mondal: Zunächst einmal bin ich der Alexander-von-Humboldt-Stiftung sehr dankbar, dass ich mit dem äußerst prestigeträchtigen Humboldt-Forschungsstipendium ausgezeichnet wurde. Das Forschungsstipendium gibt mir die Möglichkeit, mit Prof. Dr. Manfred Scheer zu arbeiten, der ein sehr angesehener und international herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Metallorganischen Chemie ist. Die Durchführung meiner Forschungen an einem erlesenen Institut wie der Universität Regensburg, gemeinsam mit einem so bedeutenden Forscher, wird mir eine starke Plattform geben, um meine wissenschaftliche Karriere fortzuführen. Die Laboratorien von Prof. Scheer sind voll ausgestattet und ausgerichtet für die Metallorganische Forschung, was mir hilft, mir mehr Details über die Forschungstechniken auf diesem Gebiet anzueignen. Prof. Scheer unterhält mit vielen bedeutenden metallorganischen Chemikern Kooperationen, was mir in der Zukunft helfen wird, mit vielen führenden Wissenschaftlern diese Kooperationen auszubauen und Spitzenforschungen auf neu entstehenden Gebieten der Forschung durchzuführen.

Das Thema Ihres Forschungsprojekts lautet Organometallic-Organic Hybrid Supramolecular Cages and Polymeric Materials Utilizing Complexes with Cyclic En-Ligands (E = P and As). Wie würden Sie das Projekt beschreiben?

Das Projekt folgt einer recht einfachen und allgemeinen Methode innerhalb des Gebietes der bekannten Koordinationschemie. In den letzten Jahren wurden stetige Anstrengungen unternommen, um neue poröse Materialien zu entwickeln, infolge ihres hohen Potentials für Anwendungen in der Gasspeicherung und -trennung, der Pharmakotherapie, der Lumineszenz, der Nicht-linearen Optik, in der Katalyse und in der Detektion kleiner Moleküle. Auf diesem Gebiet erlauben ein sorgfältiges Design der verwendeten Liganden und eine geeignete Auswahl der Metallionen-Vorstufen den Zugang zu einem breiten Spektrum an supramolekularen Derivaten mit exklusiven und einzigartigen Architekturen. Der neuste Wissenstand auf dem Gebiet der porösen Materialien und der diskreten nano-dimensionierten Supramoleküle hat das große Potential der Polypnictogen, En-Ligandkomplexe (E = P, As) als verknüpfende Einheiten und als Bausteine für das Design neuer polymerer und diskreter Moleküle gezeigt. Die Etablierung von metallorganisch-organischen Hybridmaterialien als eine Ergänzung zu anorganisch-organischen Analoga könnte neue Perspektiven in der metallorganischen Chemie wie in den Bereichen der Gasspeicherung, der Katalyse oder der molekularen Erkennung, eröffnen. Dieses Forschungsgebiet ist äußerst faszinierend und herausfordernd.


Sie sind nun seit etwa eineinhalb Monaten an der Universität Regensburg. Konnten Sie schon erste Erkenntnisse gewinnen? Wenn ja, welche?

Ich wurde in die verschiedenen Einrichtungen der Universität Regensburg durch das ‚Welcome Center‘ der Universität und meine sehr netten Laborkollegen eingeführt. Verschiedene Programme (Stammtisch und Outing) werden vom ‚Welcome Center‘ der Universität organisiert, die eine gute Möglichkeit bieten, sich mit anderen zu treffen. Das Mensaessen erinnert mich an die früheren Kantinen-Zeiten mit meinen Kollegen in Indien, wo zahlreiche Diskussionen bei einem Mittagessen stattfanden.

Welche Stationen haben Sie vor Ihrem Regensburg-Aufenthalt durchlaufen?

Ich habe meine Promotion auf dem Gebiet der Polyedrischen Borane an einem der führenden Forschungsinstitute Indiens durchgeführt, dem Institute of Technology (IIT) Madras. Anschließend habe ich dort 18 Monate lang einen Postdoc-Aufenthalt absolviert, bevor ich ins HP Green R & D Centre, HPCL, Bengaluru, Indien, wechselte, wo meine Forschungen auf synthetische Schmierstoffe und der Polyalphaolefinsynthese (PAO) gerichtet waren.

Wie sind Sie hier untergebracht? Ist Ihre Familie mit Ihnen nach Regensburg gekommen?

Momentan lebe ich, vermittelt durch das „Welcome Center“, im Gästehaus der Universität. Die Mitarbeiter des Welcome Centers sind eine sehr effiziente und hilfsbereite Gruppe von Menschen, die mich auch bei der Beschaffung meiner Aufenthaltsgenehmigung und von anderen Dokumenten unterstützt haben, sowie auch bei der Suche nach einem Kindergartenplatz für meine Tochter Bispasha. Meine beiden ersten Monate habe ich in München verbracht und dort einen von der Humboldt Stiftung geförderten Intensivdeutschkurs absolviert; während dieser Zeit konnte meine Familie nicht bei mir sein. Meine Frau Jhumpa arbeitet in Indien als Chemielehrerin, aber ich denke, wir werden zusammen viel Spaß haben, wenn die beiden im nächsten Sommer nach Regensburg kommen.

Wie gefällt es Ihnen bisher in Regensburg?

Bis jetzt habe ich in zwei bayerischen Städten gewohnt, München und Regensburg. Mir gefällt das vergleichsweise kleinere, ruhige und entspannte Regensburg. Es macht Freude, im Stadtzentrum dicht bei der Donau zu leben. Schon zu meinen Highschool-Zeiten war deutsche Geschichte mein Lieblingsfach und daher streife ich gerne durch die Regensburger Altstadtstraßen, die so außerordentlich geschichtsträchtig sind.

Gibt es etwas, was Sie in Deutschland besonders überrascht oder gewundert hat?

Der moderne öffentliche Personennahverkehr und das deutsche Straßenverkehrsrecht haben mich schon überrascht. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die für meine Forschungen so angenehme und ruhige Atmosphäre.

Was haben Sie sich, abgesehen von Ihrem Forschungsprojekt, für Ihren Regensburg-Aufenthalt vorgenommen?

Ich treffe gerne neue Leute mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, schaue mir neue Orte an und bewege mich gern in der Natur und beschränke mich dabei nicht auf Regensburg allein. Auf jeden Fall aber wird Regensburg für mich durch die Unterstützung der angesehenen Humboldt Stiftung mit Blick auf meine zukünftige Forscherkarriere und meine Kontakte, die ich knüpfen kann, einen Wendepunkt markieren.


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