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EODOPEN: Digitalisierung von Werken des 20. Jahrhunderts

96.000 Euro für Teilprojekte der Universitätsbibliothek Regensburg

29. Januar 2020

Während neuere wissenschaftliche Publikationen heute oftmals auch in elektronischer Form veröffentlicht werden und ältere Bücher dank verschiedener Digitalisierungsprojekte in den letzten Jahren recht gut digital erschlossen sind, klafft aufgrund der komplexen Urheberrechtssituation eine Lücke für Werke aus dem 20. Jahrhundert. Zudem sind einige Titel auch in Papierform für die Allgemeinheit nicht mehr verfügbar, sei es, weil sie vergriffen sind oder weil sie aufgrund des säurehaltigen Papiers, auf dem sie gedruckt wurden, kurz vor dem Zerfall stehen.


Hier setzt das von der Europäischen Kommission geförderte Kooperationsprojekt EODOPEN an. Die Universitätsbibliothek Regensburg wird dabei zusammen mit 15 Partnerbibliotheken aus elf Ländern daran arbeiten, mehr Werke des 20. Jahrhunderts elektronisch verfügbar zu machen. Die Laufzeit des Projekts reicht bis zum 31. Oktober 2023, die Fördersumme allein für die Universitätsbibliothek Regensburg beträgt rund 96.000 Euro. „Wir werden die Mittel für die Digitalisierung von mindestens 1.000 Büchern mit Erscheinungsjahr nach 1900 einsetzen und wünschen uns Vorschläge von unseren Nutzern“, erklärt Dr. Albert Schröder, stellvertretender Direktor und Projektverantwortlicher der Universitätsbibliothek Regensburg.

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Das Projekt EODOPEN verfolgt verschiedene Ansätze, um Hemmnisse bei der elektronischen Verfügbarkeit der Werke des 20. Jahrhunderts abzubauen. Unter bestimmten Umständen erlaubt das Urheberrecht die Digitalisierung vergriffener und verwaister Werke. Besonders großzügig sind die Regelungen für sehbehinderte und blinde Menschen (Marrakesch-Vertrag). Durch den Abschluss von Verträgen mit kommerziellen sowie nicht-kommerziellen Rechteinhabern sollen zusätzlich Werke zugänglich gemacht werden. Oftmals muss in einem ersten Schritt überhaupt geklärt werden, wo die Rechte liegen – hierzu wollen die Projektpartner Geschäftsgänge ausarbeiten, geeignete Werkzeuge entwickeln und schließlich Bibliothekare in der praktischen Umsetzung schulen. Darüber hinaus werden die 15 Partnerbibliotheken ein gemeinsames Online-Portal einrichten, um die digitalisierten Bücher und Zeitschriften für potentielle Nutzer sichtbar und damit auch nutzbar zu machen. Das Portal wird voraussichtlich gegen Ende der Projektlaufzeit, also im Sommer 2023 zur Verfügung stehen. Im Mittelpunkt von EODOPEN steht gemäß des Förderprogramms „Creative Europe Culture“ die Zusammenarbeit der Bibliotheken untereinander und der Dialog mit ihren Nutzern über Ländergrenzen hinweg.


Die Universitätsbibliothek Regensburg war bereits an zwei vorausgegangenen EU-Projekten beteiligt, an die sich EODOPEN jetzt anschließt: Das Projekt „Digitisation on Demand“ im Zeitraum von 2006 – 2008 und das Projekt „eBooks on Demand“ im Zeitraum von 2000 – 2014. Aus diesen Projekten ist der Dienst „EOD - eBooks on Demand“ hervorgegangen, der an der UB Regensburg und zahlreichen weiteren europäischen Bibliotheken genutzt werden kann: Urheberrechtsfreie Bücher, die zwischen 1501 und 1931 erschienen und im Bestand der Universitätsbibliothek Regensburg oder der Staatlichen Bibliothek Regensburg vorhanden sind, werden auf Wunsch, soweit es das Urheberrecht zulässt, digitalisiert und gegen ein Entgelt als elektronisches Buch geliefert.


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