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The forgotten decades: Greek-German relations

DAAD fördert Hochschulpartnerschaft zwischen der UR und der Panteion-Universität Athen 

3. Februar 2020


Seit der griechischen staatlichen Unabhängigkeit in den 1830er Jahren existieren tiefe und vielfältige Beziehungen zwischen Griechenland und den deutschen Staaten bzw. Deutschland. In einigen Bereichen sind diese recht gut untersucht, wie beispielsweise die Phase der „Bavarokratie“, als Griechenland von 1832 bis 1862 mit Otto I. aus dem Hause Wittelsbach einen bayerisch-deutschen König hatte oder die für Griechenland traumatische Besatzungszeit während des Zweiten Weltkriegs.


Mit den bislang weniger beachteten deutsch-griechischen Verflechtungen in der Zeitspanne von 1950 bis 1990 befasst sich ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für drei Jahre mit rund 146.500 Euro gefördertes deutsch-griechisches Forschungsvorhaben. Das DAAD geförderte Projekt mit dem Titel „The forgotten decades: Greek-German relations from the late 1950s to the 1980s“ zielt auf die Schaffung einer dauerhaften Kooperation in Lehre, Forschung und Weiterentwicklung zwischen der Panteion Universität in Athen und der Universität Regensburg. Als dritter Partner wird das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung seine spezifischen außeruniversitären Kompetenzen in die Partnerschaft einbringen. Die Projektleitung liegt auf griechischer Seite bei Prof. Dr. Christina Koulouri von der Pantheon Universität Athen sowie bei Prof. Dr. Vangelis Karamanolakis von der Universität Athen. Auf Regensburger Seite sind Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, Direktor des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung und Prof. Dr. Rainer Liedtke, Inhaber des Lehrstuhls für Europäische Geschichte, für das Projekt verantwortlich. Die Förderperiode startet im Januar 2020 und läuft bis Ende 2022.


Forschungshinhalte: Gastarbeiter, Militärjunta, Tourismus und EG-Beitritt

Komplettiert durch eine kleine Gruppe von Doktorand*innen und Masterstudierenden aus beiden Ländern widmet sich das Team vier verschiedenen Forschungsfeldern: Migration von griechischen Gastarbeitern in die Bundesrepublik, deutsche Reaktionen auf die griechische Militärjunta (1967-74), deutscher Individual- und Massentourismus nach Griechenland seit den 1970er Jahren und der Rolle Deutschlands beim griechischen EG-Beitritt (vollzogen 1981). Neben einer Reihe einzelner wissenschaftlicher Publikationen werden in gemeinsamer Projektarbeit sowohl eine Online-Ausstellung als auch ein MOOC (Massive Open Online Course) zum Gesamtprojekt erstellt werden, die sich beide auch an eine interessierte außerwissenschaftliche Öffentlichkeit wenden.


Das Vorhaben basiert auf der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Wissenschaftlern in den letzten Jahren, die u.a. ein ebenfalls DAAD gefördertes Kooperationsprojekt (https://greekgermanpasts.eu/) sowie einen Gastprofessorenaufenthalt der griechischen Projektverantwortlichen, Professor Dr. Christina Koulouri, in Regensburg im Jahr 2019 umfasste. Die Partner verfügen über ideale komplementäre Expertisen sowie ausreichende Schnittmengen, um eine langfristige Kooperation zum Erfolg werden zu lassen. So ist Regensburg das führende Zentrum in der Südosteuropaforschung in Deutschland, die Panteion-Universität wiederum besonders stark in der Beschäftigung mit der modernen Geschichte Griechenlands sowie der gegenwärtigen Situation des Landes. Professor Koulouri ist die renommierteste Spezialistin für Public History in Südosteuropa.


Nachwuchsförderung auf internationaler Ebene

An beiden Standorten wird das Projekt die jeweilige Internationalisierungsstrategie maßgeblich befördern. In der beantragten Maßnahme wird dafür der Grundstein durch ein Programm gelegt, das die forschungsorientierte Aus- und Weiterbildung von Promovierenden und Masterstudierenden fokussiert. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, ihre Beschäftigungschancen zu erhöhen. Gastlehraufenthalte tragen zur Internationalisierung der Lehre an den Partneruniversitäten bei. An beiden Orten werden Transfer- und Informationsmaßnahmen organsiert. Die teilnehmenden jungen bzw. angehenden Wissenschaftler*innen werden sowohl ihre Forschungsfertigkeiten verbessern als auch nützliche Erfahrungen in der internationalen Gruppenarbeit machen.


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