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„Frauen sind die besseren Verhandler“

Helga Schmid, Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD), besucht die Universität Regensburg


4. Februar 2020 | von Christina Glaser

„Es ist der Höhepunkt der Vorlesungsreihe“, betonte Prof. Dr. Stephan Bierling, als er vor Kurzem seinen Gast, Helga Schmid, vorstellte. Die Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) hat die Universität Regensburg besucht, um mit Prof. Bierling und dem Publikum über die „EU in einer Welt der Krisen und Konflikte“ zu sprechen.

In einer Zeit, in der sich die Weltlage verkompliziert, war das Gespräch mit Helga Schmid besonders spannend. Denn Helga Schmid agiert nicht nur aus Brüssel heraus, sondern ist auch mitten im Geschehen, wenn Verhandlungen geführt werden. So war sie beispielsweise maßgeblich an den Verhandlungen mit dem Iran über das Atomabkommen beteiligt. Auch heute sei es unter anderem der Iran, der auf ihrer Agenda stehe, so Schmid. Der Grund: Präsident Donald Trump, der das Abkommen aufgekündigt hat. Die EU versuche nun, dafür zu sorgen, dass der Iran trotzdem von dem Abkommen profitiere. Sonst hätte der Iran keinen Anreiz, sich daran zu halten. Auch der Nahe und Mittlere Osten, so zum Beispiel Syrien und Libyen, stünden derzeit auf ihrer Tagesordnung.



Frau Schmid erklärte, warum Frauen die besseren Verhandler sind: „Frauen haben bei Verhandlungen die Fähigkeit, sich besser in die Ausgangslage des anderen hineinzuversetzen“. Männer würden oft nicht zuhören und ihre Verhandlungsstrategie schnell auf den Tisch legen. Frauen dagegen warteten erst einmal ab, ließen den anderen sich verausgaben und könnten dann angreifen, so Helga Schmid mit einem Schmunzeln.

Über Helga Schmid

Helga Schmid hat zunächst Romanische Sprachen, Literatur, Geschichte und Politikwissenschaft an der LMU in München und an der Sorbonne in Paris studiert. 1990 trat sie in den Auswärtigen Dienst ein und wurde später Pressesprecherin der Deutschen Botschaft in Washington D. C. Danach arbeitete sie als politische Beraterin für die beiden deutschen Außenminister Klaus Kinkel und Joschka Fischer. Im Anschluss wurde sie Leiterin des Politischen Stabs und Leiterin des Ministerbüros, 2006 bis 2010 fungierte sie als Direktorin der Strategie- und Frühwarneinheit des Hohen Vertreters der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik Javier Solana. Nach Gründung des Europäischen Auswärtigen Dienstes wurde Frau Schmid zunächst stellvertretende Generalsekretärin für politische Fragen. Seit 2016 ist sie Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes und damit höchste außenpolitische Beamtin der EU.


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