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Digitale Lehre läuft gut an

Das Institut für Geschichte berichtet über erste Erfahrungen


30. April 2020

Vor einigen Wochen noch waren die Bedenken immens, aber dank eines großen Engagements von allen Seiten ist die digitale Lehre am Institut für Geschichte an der Universität Regensburg inzwischen gut angelaufen. Zwar ist die Vorlesungszeit im Sommersemester 2020 noch recht jung, doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich während der Krise der Lehrbetrieb so bewältigen lässt. Einen großen Haken gibt es allerdings: Es fehlt der persönliche Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden.

Lehrende und Studierende nutzen die ganze Bandbreite an technischen Möglichkeiten. Besonders gern verwendet werden Videokonferenzen per Zoom. „Das ist zumindest eine Annäherung an die Präsenzlehre“, erzählt Prof. Dr. Rainer Liedtke, der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Geschichte. „Auch wenn es sich um eine Notlösung handelt: Unter den gegebenen Bedingungen ist es ein brauchbarer technischer Ersatz für ein Treffen von Angesicht zu Angesicht“. Viele Lehrveranstaltungen werden auch asynchron zum Herunterladen bereitgestellt, teilweise kombiniert mit kürzeren oder in Blöcken organisierten virtuellen Treffen in Echtzeit. „Wir hatten ja am Anfang befürchtet, dass uns die Technik größere Schwierigkeiten bereiten könnte. Das ist bislang zum Glück nicht der Fall“, so Prof. Liedtke. Für viele Dozierende am Institut für Geschichte ist die Konzeption der digitalen Lehre Neuland. „Learning by doing“ ist also die Devise. Unterstützung bekommen sie von Bernadette Mischka. Sie wurde über den universitären „Digitalfond“ temporär aufgestockt und hat viel Erfahrung im Bereich der digitalen Lehre. Trotzdem brauchen die Dozierenden für die Vorbereitung und Durchführung von digitaler Lehre mehr Zeit als für Präsenzveranstaltungen, auch weil für alle möglichen Eventualitäten mitgeplant werden muss.


Von den Dozierenden wird berichtet, dass die Studierenden die digitalen Formate gut annehmen. Sie bringen sich konstruktiv ein und diskutieren engagiert mit. Doch auch die Studierenden vermissen das Zusammenkommen in Seminarraum und Hörsaal. Das mag zum einen daran liegen, dass das stundenlange Arbeiten vor dem Bildschirm anstrengend ist. Zum anderen fehlt aber der soziale Kontakt. Man kann nicht noch schnell nach dem Kurs dem Dozenten eine Frage stellen oder mit den Kommilitonen einen Kaffee trinken Das bedeutet auch, dass allen Beteiligten ein besonders hohes Maß an Eigenständigkeit, Antizipationsfähigkeit, Disziplin und selbstverantwortlichem Arbeiten abverlangt wird. Trotzdem sind die digitalen Formate in der momentanen Lage eine gangbare Lösung, die auch teilweise neue Möglichkeiten bringen. Studierende schätzen es z. B., dass sie sich manche Vorlesungen zeitlich flexibel anhören können.


Ungewiss ist derzeit noch, wie die Prüfungen aussehen sollen. Hier könnten neue Formate nötig werden. Das ist davon abhängig, wie sich der Zugang zu Bibliotheken für die Studierenden in nächster Zeit entwickeln wird. Zwar gibt es massive Anstrengungen, Literatur digital zur Verfügung zu stellen und es existiert eine Notausleihe für dringend benötigte Medien zur Anfertigung von Abschlussarbeiten. Doch für die Vorbereitung von Referaten oder die Anfertigung umfassender wissenschaftlicher Hausarbeiten kann dies den stundenlangen, konzentrierten oder auch einmal den tastenden, forschenden Bibliotheksbesuch nicht ersetzen.


Weiterführender Link: Institut für Geschichte

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