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Mit der Webcam am Steinway-Flügel

Regensburger Musikpädagogen digitalisieren den Instrumentalunterricht


14. Mai 2020

Wie können Gesangs- und Instrumentalunterricht online durchgeführt werden? Vor dieser Herausforderung standen zu Semesterbeginn die Lehrbeauftragten des Lehrstuhls für Musikpädagogik und Musikdidaktik (Prof. Dr. Magnus Gaul) an der Universität Regensburg, als sie die Nachricht über die Einstellung der Präsenzlehre aufgrund der Corona-Pandemie erreichte. Die Umstellung auf die Online-Lehre ist für musikbezogene Praxisfächer eine wahrhaft neue Perspektive, die ungleich größere Hürden mit sich bringt als beispielsweise die Übertragung einer im Frontalunterricht gehaltenen Vorlesung. Drei Wochen nach Beginn der Vorlesungszeit kann Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Magnus Gaul eine durchwegs positive Bilanz ziehen: „Alle unsere Dozentinnen und Dozenten – sowohl die 60 Lehrbeauftragten, als auch meine Mitarbeiter*innen am Lehrstuhl – haben sich auf das neue Online-Format eingestellt. Bisweilen bringt die digitale Form des Unterrichtens auch Vorteile mit sich“, so Professor Gaul.

Wenn Pianist Lukas Klotz im Unterrichtsraum des Lehrstuhls am Steinway-Flügel sitzt und Klavier-Stunden gibt, gleicht der Raum optisch einem Aufnahmestudio: Ein Laptop inklusive Webcam, High-End Studiokopfhörer, Zusatz-Webcam für den Tastenblick von der Seite, ein extra Mikrofon für die optimale Tonübertragung und eine auf den Instrumentalunterricht spezialisierte Unterrichtssoftware – so ausgestattet startet der Lehrbeauftragte seinen Unterricht. Zeitgleich sitzen seine Studierenden zu Hause ebenfalls an ihren Instrumenten und Endgeräten. Zusätzlich zur normalen face-to-face Bildübertragung kann Lukas Klotz aus unterschiedlichen Blickwinkeln z. B. die Handhaltung am Klavier, die Körperhaltung oder die Spielbewegungen seiner Schülerinnen und Schüler nahezu in Echtzeit kontrollieren und optimieren. Unterrichtsmaterialien zu den aktuell gespielten Werken und Video-Aufnahmen der Übungsstunde können zeitnah über das E-Learning-Portal mit den Kursteilnehmern geteilt werden. Zusatztools wie Metronom oder Pegelanpassungen erlauben es dem Dozenten mit den Studierenden zu interagieren.

Voraussetzung für das Gelingen des Unterrichts auf technischer Seite ist natürlich eine stabile Internetverbindung. Ist diese Voraussetzung gegeben, ist der digitale Unterricht zwar ungewohnt, aber durchaus effizient: „Trotz Corona kann ich dank der technischen Hilfsmittel die Prüfungsvorbereitungen und Lehrveranstaltungen für die Studierenden fast nahtlos weiterführen“, so Lukas Klotz.

Für Professor Magnus Gaul ist die gelungene Umstellung auf die digitale Lehre auch ein Zeichen für die Zukunft: „Unsere Studierenden geben uns die Rückmeldung, dass sie die erfolgte Umstellung auf die digitalen Formate positiv erlebt haben. Ich persönlich denke, dass uns die jetzigen Erfahrungen auch in künftigen Semestern helfen können, unser Angebot zu optimieren – etwa durch die Einbeziehung von internationalen Kontakten in die Lehre mithilfe der Online-Tools“.


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