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Die wahren Kosten der billigen Lebensmittel

Veröffentlichungsdatum 9. September 2020
idowa.de | Regensburg

Ein Interview mit Prof. Dr. Hirschfelder über die Ergebnisse der Folgekosten-Studie von Uni Augsburg und PENNY

Eine Studie von Wirtschaftsinformatikern der Universität Augsburg hat dieser Tage zu Diskussionen über den Wert und die Kosten von Lebensmitteln geführt: Im Auftrag der PENNY Markt Gmbh hat die Uni Augsburg die sogenannten "wahren Kosten" für acht Eigenmarken-Produkte der Supermarktkette berechnet. Dazu zählen Umwelt- und soziale Folgekosten, die bei der Herstellung von Lebensmitteln entstehen; für diese Kosten müssen nicht der Hersteller oder die Verbraucherin aufkommen, sondern die Allgemeinheit. Würde man diese Folgekosten einberechnen, müssten vor allem tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Milch und Käse drei- bis viermal so teuer sein.

Idowa.de hat mit dem Regensburger Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Gunther Hirschfelder über die Ergebnisse der Studie gesprochen. Hirschfelder hält sie für gut nachvollziehbar, zumal es seines Erachtens so etwas wie gerechte Preise ohnehin nie gegeben habe - leidende Tiere, ausgelaugte Böden oder ausgebeutete Arbeiter seien keine neue Entwicklung, doch die Schieflage habe sich im heutigen System verschärft. Laut Professor Hirschfelder resultiert die auf Wachstum ausgerichtete, konventionelle europäische Landwirtschaft aus den Bestrebungen, die Nahrungsproduktion effektiver zu machen und auch in Krisenzeiten genug Lebensmittel für die gesamte Bevölkerung produzieren zu können. Dieses Ziel sei erreicht, die damit einhergehenden negativen Auswirkungen werte er nicht als böse Absicht, sondern sie seien "fast schon 'unfallsmäßig'" geschehen.

Hirschfelder macht deutlich: Um eine Wende hin zu einer ökologischeren Landwirtschaft vollziehen zu können, müssen Politik, Landwirte und Verbraucher zusammenarbeiten: „In dieser ganzen Agrardiskussion hilft es, glaube ich, allgemein nicht weiter, nach Schuldigen zu suchen. Wir müssen überlegen, wo wir produktiv nach vorne denken können“, so Hirschfelder auf idowa.de.

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