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Prof. Dr. Weyma Lübbe in den Bayerischen Ethikrat berufen

2. Oktober 2020


Wie die Bayerische Staatskanzlei am 1. Oktober 2020 bekannt gegeben hat, ist Professorin Dr. Weyma Lübbe, Inhaberin des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Universität Regensburg, in den Bayerischen Ethikrat berufen worden. Das neu gegründete Gremium soll Ministerpräsident Dr. Markus Söder und die Bayerische Staatsregierung in den entscheidenden Zukunftsfragen der Gesellschaft beraten. Unter dem Vorsitz der früheren Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler wird sich der Ethikrat mit der gesamten Bandbreite ethischer Fragen – insbesondere in den folgenden Themenbereichen – auseinandersetzen: Sozial- und Gesellschaftswissenschaften, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Ökonomie, Wirtschaftsethik, Ökologie und Nachhaltigkeit, Lebenswissenschaften und Bioethik. 


Der Ethikrat ist mit jeweils neun Frauen und neun Männern geschlechterparitätisch besetzt, arbeitet unabhängig und kann auch aus eigener Initiative heraus tätig werden; er arbeitet ehrenamtlich. Die Mitglieder werden laut Ministerrat das gesamte Spektrum ethisch relevanter Bereiche aus Theologie, Naturwissenschaft, Philosophie, Soziologie und Ökonomie repräsentieren. 

Über Prof. Dr. Weyma Lübbe

Geboren 1961 in Münster/Westfalen, studierte Weyma Lübbe Philosophie, Literaturwissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Zürich, Konstanz und München. Sie promovierte und habilitierte im Fach Philosophie. 1999 übernahm sie die Professur für Praktische Philosophie an der Universität Leipzig und wechselte 2009 auf den entsprechenden Lehrstuhl an der Universität Regensburg. Lübbe hat über Max Webers soziologische Kategorienlehre promoviert und über die Bedeutung der strafrechtlichen Zurechnungslehre für verantwortungsethische Fragen habilitiert. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte liegen in der Theoretischen Ethik und in ausgewählten Problemen der Angewandten Ethik, des Rechts und der ökonomischen Wissenschaften. Regelmäßig kommentiert Lübbe praxisnahe Kontroversen, zum Beispiel zum Organspendewesen, zum Folterverbot, zum Problem des wissenschaftlichen Fehlverhaltens oder zur COVID-19-Pandemie. Sie war von 2008 bis 2012 Mitglied im Deutschen Ethikrat und ist Mitglied der BerlinBrandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Zur Förderung ihres Buchprojekts zur Ethik der medizinischen Ressourcenallokation („Nonaggregationismus“, 2015) erhielt sie das Opus magnum-Stipendium der VolkswagenStiftung. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

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