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Jede Menge Leben um den Tod

Eine Rückschau auf das erste Semester „Perimortale Wissenschaften“


15. Februar 2021

Neben den Lebenswissenschaften sind seit dem Wintersemester 2020/21 auch die Todeswissenschaften an der Universität Regensburg etabliert, denn im November 2020 ist der neue Masterstudiengang „Perimortale Wissenschaften: Sterben, Tod und Trauer interdisziplinär“ gestartet. Der an der Fakultät für Katholische Theologie beheimatete, fächerübergreifende Studiengang vermittelt ethische, psychologische, medizinische und rechtliche Kompetenzen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer. Wer ihn erfolgreich absolviert hat, kann Trauernde kompetent durch den perimortalen Raum begleiten, also durch den Zeitraum vor, während und nach dem Sterben.



„Sterben ist Zukunftsthema in einer alternden Gesellschaft“, sagt Prof. Dr. Rupert Scheule, der den Regensburger Lehrstuhl für Moraltheologie innehat und den Studiengang zusammen mit seinem Team konzipiert und ins Leben gerufen hat. Als Diakon kennt Scheule die Begleitung von trauernden Angehörigen aus erster Hand, als Hochschullehrer weiß er um das Interesse der Studierenden an den Themen Tod und Trauer – aus beiden Erfahrungen heraus entstand die Idee für den neuen Masterstudiengang. Nach etwa 18 Monaten Sondierungs- und Planungszeit starteten die „Perimortalen Wissenschaften“ im Wintersemester 2020/21 mit 41 Studienanfänger:innen. Johanna Klug, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an Professor Scheules Lehrstuhl den neuen Studiengang mitaufgebaut hat, zieht eine gemischte Bilanz: Es war ein guter Start und ein erfolgreiches Semester, aber die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den persönlichen Austausch und die Möglichkeiten zur Gruppenarbeit leider stark eingeschränkt. Doch zumindest in den ersten Semesterwochen konnten sich die Studierenden untereinander kennenlernen und den Campus erkunden. Viele Teilnehmer:innen kannten die Universität Regensburg zuvor noch nicht und sind eigens für die Perimortalen Wissenschaften an die Donau gezogen, denn deutschlandweit wird der Studiengang rund um Sterben, Tod und Trauer nur an der Universität Regensburg angeboten. Die Beweggründe für die Studienwahl sind so vielfältig wie die Lebensläufe der Studienanfängerinnen und -anfänger: Die Altersspanne unter den Studentinnen und Studenten reicht von Mitte 20 bis Ende 60 und hinsichtlich der bisherigen Studienabschlüsse und Berufserfahrung ist das Feld gemischt: Es reicht von der Zahnmedizin und der Psychologie über Soziale Arbeit bis hin zur Rechtswissenschaft.


Für die kommenden Semester hofft das Team auf eine Normalisierung des Studienalltags – noch ist zum Beispiel unklar, ob das für den Winter 2021/22 geplante Praxissemester ohne Einschränkungen stattfinden kann. Doch zum einen haben die Koordinator:innen einen Plan B: Der praktische Teil könnte um ein Semester nach hinten, in den Sommer 2022 verschoben werden. Zum anderen gehört der Umgang mit Endlichkeit und Einschränkungen zu den bereits im ersten Semester vermittelten Kompetenzen des Studiengangs, etwa in einem Seminar von Dominik Ritter: Die Fragen „Was tun, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es möchte?“ oder „Wie gehe ich mit den vielen Grenzen im Leben um?“ stellen sich nicht nur im Angesicht des Todes, sondern immer wieder auch mitten im Leben, gerade auch zu Zeiten der Corona-Pandemie.

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Für alle, die den Themenkomplex Sterben, Tod und Trauer weder verdrängen noch dramatisieren wollen, seien die von den PeWi-Studierenden ins Leben gerufenen Social Media-Accounts empfohlen: Sowohl auf Facebook als auch auf Instagram möchten die „Perimortalen Wissenschaften“ zu einem neuen Umgang mit dem Tod einladen: informativ, unbefangen und lebensbejahend. Vielleicht inspirieren die Posts in den Sozialen Medien ja die eine oder den anderen dazu, selbst das Studium in Regensburg aufzunehmen: Das nächste Studienjahr der „Perimortalen Wissenschaften“ startet im November 2021, interessierte Bewerberinnen und Bewerber können sich ab dem 1. Mai 2021 bewerben. Das Studium dauert regulär vier Semester, kann aber auch in Teilzeit absolviert werden, wodurch sich die Semesterzahl entsprechend verlängert.

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