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Multi-Scale Modelling & Physical Chemistry of Colloids

Ein Nachbericht zur Bunsen-Tagung 2021 in Regensburg


17. Mai 2021 | von Prof. Dr. Bernhard Dick

Bunsen-tagung

Die Deutsche Bunsen-Gesellschaft wurde im Jahr 1894 unter dem Namen „Deutsche Elektrochemische Gesellschaft“ als wissenschaftliche Fachgesellschaft für Physikalische Chemie gegründet. Jedes Jahr treffen sich ihre Mitglieder zu einer großen Fachtagung – der Bunsen-Tagung – in einer anderen Stadt im deutschsprachigen Raum.


Die 120ste Bunsen-Tagung sollte 2021 in Regensburg stattfinden und wurde von den Professoren der Physikalischen Chemie der hiesigen Fakultät für Chemie und Pharmazie unter der Federführung von Bernhard Dick und Patrick Nürnberger organisiert. Sie stand unter dem doppelten Hauptthema „Multi-Scale Modelling & Physical Chemistry of Colloids“. Wegen der Corona-Pandemie musste der Plan einer Präsenztagung aufgegeben werden. Stattdessen fand die Tagung vom 10. bis 12. Mai zwar unter Regensburger Leitung, aber zum ersten Mal in der 127jährigen Geschichte der Bunsen-Gesellschaft als virtuelle Tagung statt.


Dennoch war die Teilnahme am wissenschaftlichen Programm ebenso groß wie bei vorangegangenen Präsenztagungen: 550 registrierte Teilnehmende verfolgten an ihren Bildschirmen 156 wissenschaftliche Vorträge und diskutierten an 206 Postern vor allem mit jungen Nachwuchstalenten deren Forschungsprojekte, die in der Regel ihre Doktorarbeiten vorstellten.


Den Auftakt des Festaktes bildeten Grußworte von Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, sowie des bayerischen Wissenschaftsministers Bernd Sibler und der Oberbürgermeisterin von Regensburg, Getrud Maltz-Schwarzfischer, gefolgt von der Ansprache des 1. Vorstands der Bunsen-Gesellschaft, Dr. Florian Budde. Anschließend wurden zwei hervorragende Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet: Dr. Kai Steffen Exner (Universität Duisburg-Essen) erhielt den Ewald-Wicke Preis, PD. Dr. Lars Heinke (Karlsruher Institut für Technologie) nahm den Nernst-Haber-Bodenstein Preis entgegen. Außerdem wurden zwei Preise der Paul-Bunge Gesellschaft verliehen, welche jeweils ein Lebenswerk in der Erforschung der Geschichte wissenschaftlicher Geräte auszeichnet: Rückwirkend für das Jahr 2020 erhielt Prof. Dr. Simon Werrett (UCL London) den Preis, da in jenem Jahr die Bunsen-Tagung coronabedingt ganz ausgefallen war. Der Preis für 2021 ging an Prof. Dr. Liba Taub (Newnham College, Cambridge UK). Den Höhepunkt der Zeremonie bildete der Vortrag von Prof. Dr. Daan Frenkel (University of Cambridge, UK) zum Thema „Entropy, Colloids, and COVID19“, mit dem er das wissenschaftliche Programm eröffnete.


Während der wissenschaftliche Austausch zu aktueller Forschung während der beiden folgenden Konferenztage klar im Mittelpunkt stand, rundeten eine virtuelle Firmenausstellung, Vorträge aus der Industrie, sowie unterschiedliche Diskussionsformate die Tagung ab und sorgten für einen sehr abwechslungsreichen Charakter, obwohl alle doch „nur“ vor dem eigenen Rechner saßen.


Zum Ende der Tagung wurden noch einmal Preise verliehen, diesmal an den jungen Nachwuchs: neben dem prestigeträchtigen Agnes-Pockels Promotionspreis wurden die besten Poster prämiert, wobei fünf der Geehrten schon jetzt ein Vortrag auf der nächsten Bunsen-Tagung zugesagt wurde. Dank des virtuellen Formats konnten erstmals alle Teilnehmenden bei der Prämierung der Poster mitwirken.


Die Bunsen-Gesellschaft freut sich, dass sie trotz Corona weder am Umfang noch an der Qualität der Tagung Abstriche machen musste. Sie ist der Universität Regensburg für die vielfältige Unterstützung dankbar, die diese vor allem bei der Vorbereitung geleistet hat.

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