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Professor Manfred Scheer mit Alexander Todd – Hans Krebs Lectureship ausgezeichnet

Preis der Royal Society of Chemistry ehrt Wissenschaftler:innen, die die Chemie „deutlich voranbringen“


09. Juni 2021

Professor Dr. Manfred Scheer, vom Lehrstuhl für Anorganische Chemie an der Universität Regensburg, wurde mit der Alexander Todd – Hans Krebs Lectureship der Royal Society of Chemistry ausgezeichnet. Professor Scheer erhielt den Preis für seine Forschungen zur Hauptgruppen- und Metallorganischen Chemie und wird nun mindestens eine Vorlesung in Großbritannien halten.

„Ich fühle mich wegen der Verleihung des Alexander Todd – Hans Krebs Lectureship‘s sehr geehrt. Die Verleihung ist neben meiner international äußerst sichtbaren Forschung sicherlich auch auf meine jahrelange sehr intensive Forschungskooperation mit englischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zurückzuführen“, erklärt Professor Scheer.

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Professor Dr. Manfred Scheer wurde von der Royal Society
of Chemistry ausgezeichnet. © Dr. Petra Scheer

Die Arbeitsgruppe von Professor Scheer ist an der Universität Regensburg auf dem Gebiet der Molekülchemie, mit Ausrichtung auf eine materialwissenschaftliche Nutzung der synthetisierten Verbindungen, tätig. Das Forschungsinteresse richtet sich auf die Synthese und die Untersuchung des Reaktionsverhaltens substituentenfreier Hauptgruppenelement-Ligandkomplexe, mit Schwerpunkt auf den Elementen der 15. Gruppe.

“Selbstorganisation ist ein allgemeines Prinzip in der Natur, um Leben zu entwickeln und auf Veränderungen zu reagieren”, erklärt Professor Scheer. Dabei werden kleine Einheiten zu größeren Aggregaten verbunden und beim Wachsen entstehen z.B. Proteine und andere riesige Moleküle.
Um solche biochemischen Prozesse auf einer einfachen chemischen Plattform nachzuahmen, verwendet die Gruppe fünffach symmetrische Bausteine, um durch Selbstorganisationsprozesse kugelförmige Aggregate zu bilden, die nanoskalig sind und Gäste aufnehmen können.
Während es der Gruppe gelungen ist, riesige kugelförmige Moleküle mit der Größe kleiner und mittelgroßer Proteine zu synthetisieren und zu charakterisieren, ist die Frage nach ihrer Verwendung und Funktionalität noch ein offenes Thema.
Eine kürzlich gefundene Möglichkeit besteht darin, große kugelförmige Moleküle, die für die Wirt-Gast-Chemie geeignet sind, mit den Vorteilen dreidimensionaler Netzwerke zu kombinieren.

„In einer kürzlich durchgeführten Überprüfung unseres Anerkennungsportfolios haben wir uns verpflichtet, sicherzustellen, dass unsere Preise die unglaubliche Vielfalt und Exzellenz der Chemie widerspiegeln, die heute betrieben wird. Die Arbeit von Professor Scheer ist ein Paradebeispiel für diese Leidenschaft und wir sind stolz, seinen Beitrag mit diesem Preis zu würdigen“, erklärt Dr. Helen Pain, Hauptgeschäftsführerin der Royal Society of Chemistry.

Zu Professor Scheer
Von 2011 bis 2020 war Prof. Scheer Vorstandsmitglied der Wöhlervereinigung für Anorganische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), von 2015 bis 2020 war er deren Präsident. Von 2012 bis 2020 war er gewähltes Mitglied des Fachkollegiums Molekülchemie 321 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seit 2014 ist er Mitglied der Auswahlkommission für den Alfred-Stock-Gedächtnispreis und den Wilhelm-Klemm-Preis der GDCh, die beiden höchsten GDCh-Preise für Exzellenz in der Anorganischen Chemie. Darüber hinaus ist er seit 2019 gewähltes Mitglied des Senats der Universität Regensburg und seit 2018 Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften.

www.uni-regensburg.de/chemie-pharmazie/anorganische-chemie-scheer/startseite/index.html

Die Lectureship
Die Lectureship, die nach dem britischen Chemienobelpreisträger Alexander Todd (1957) sowie dem deutsch-britischen Medizinnobelpreisträger Hans Krebs (1953) benannt ist, wird abwechselnd von der britischen Royal Society of Chemistry sowie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vergeben. Die Lectureship ehrt Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Großbritannien und Deutschland, die durch ihre Forschung die Chemie deutlich vorangebracht haben.


Die Royal Society of Chemistry
Die Royal Society of Chemistry ist eine internationale Organisation, die Chemiewissenschaftler:innen untereinander, mit anderen Wissenschaftler:innen und mit der Gesellschaft als Ganzes verbindet. Gegründet im Jahr 1841 und mit Sitz in London, Großbritannien, hat sie eine internationale Mitgliederzahl von über 50.000.
Von den Wissenschaftler:innen, die in der Vergangenheit einen Preis der Royal Society of Chemistry erhalten haben, haben über 50 Nobelpreise für ihre Pionierarbeit erhalten, darunter der Nobelpreisträger von 2019, John B. Goodenough.

ANSPRECHPARTNER FÜR MEDIEN

Professor Dr. Manfred Scheer
Universität Regensburg – Lehrstuhl für anorganische Chemie
Tel.: 0941 943-4440
E-Mail: manfred.scheer@ur.de
https://www.uni-regensburg.de/chemie-pharmazie/anorganische-chemie-scheer/startseite/index.html

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