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„Bioökonomie findet Stadt“

Bauzaunausstellung bringt Wissenschaft auf das neue Freigelände der PrinzLeoKultur


20. Juli 2021 | Fotos: ©  Bilddokumentation Stadt Regensburg/Peter Ferstl

Am Freitag, 16. Juli 2021, öffnete die PrinzLeoKultur die Pforten für eine breitgefächerte kulturelle Zwischennutzung. Unter anderem können Interessierte die Bauzaunausstellung, ein Verbundprojekt der Universität Regensburg und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg zum Thema „Grünes Erdgas“ zu besichtigen. Die Bauzaunausstellung gehört zu den 16 neuen Förderprojekten im „Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

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Wie können wir nachhaltiger leben? Wodurch trägt die Bioökonomie zur Bewältigung der Klimakrise bei? Und was haben Algen, Pilze, Gras, alternative Baustoffe und bunte Farben damit zu tun? Die Open-Air-Ausstellung gibt überraschende Antworten und lädt Interessierte bis in den Herbst 2021 ein, sich zu diesen Themen zu informieren. Regensburg ist, neben Bochum, Bielefeld, Bremen, Halle (Saale), Karlsruhe, Oldenburg, Potsdam und Siegen eine der Städte, in denen die Bauzaunausstellung „Bioökonomie findet Stadt“ hängt und die spannende Projekte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus diesen Städten leicht verständlich zeigt.

In Regensburg zeigt das Verbundprojekt der Universität und der Ostbayerischen Technischen Hochschule zum Thema „Grünes Erdgas“, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran arbeiten, woher zukünftig die Kraftstoffe für den Schwerlastverkehr, die Schifffahrt und die Industrie kommen sollen. Die Lösung liegt in den Power-to-Gas-Technologien. Es gibt bereits heute Versuchsanlagen, die aus Ökostrom, Wasser und CO2 sauberes Erdgas herstellen. Dieses hat beste Brenneigenschaften und kann über das bestehende Erdgasnetz zu den Verbraucher:innen geleitet werden. Wissenschaftler:innen aus Regensburg wollen nun einen neuen Weg beschreiten, um zukünftig ganz Deutschland mit diesem sauberen Gas zu versorgen.

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Dazu haben sie aus dem Lehrstuhl für Mikrobiologie & Archaeenzentrum der Universität Regensburg eigens eine Firma ausgegründet, die Microbify GmbH. Anstatt große Anlagen zu bauen, verlagern sie die Gasproduktion in den Untergrund, in ehemalige Erdgaslagerstätten, die bislang als Zwischenspeicher für importiertes Erdgas genutzt wurden. In diesen Untergrundspeichern leben Mikroorganismen, die auf natürlichem Weg das grüne Erdgas bilden. Die Forscher:innen wissen, dass die Archaeen lediglich mit Wasserstoff und CO2 gefüttert werden müssen, damit sie das grüne Erdgas bilden. Der Lehrstuhl für Mikrobiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Dina Grohmann, an dem auch das deutsche Archaeenzentrum angesiedelt ist, kann auf jahrzehntelange Studien und Kultivierungserfahrung dieser speziellen Mikroorganismen zurückgreifen.

Präsentiert wird die Ausstellung vom Verein „proWissen Potsdam e.V.“ gemeinsam mit dem Verein „science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V.“ aus Halle (Saale). Beide sind, genau wie die Stadt Regensburg, Mitglied im Strategiekreis „Wissenschaft in der Stadt!“ (SK WISTA). Dieser Strategiekreis hat das Ziel, das Thema Verortung von Wissenschaft in der Stadt voranzutreiben und Möglichkeiten zum Austausch zwischen Gesellschaft und Forschung zu schaffen. Das Projekt und die Bauzaun-Ausstellung seien ein gutes Beispiel, „sowohl für die hochschulübergreifende Zusammenarbeit innerhalb des bei der OTH eingebetteten Verbund-Forschungsprojekt „ORBIT“ als auch für die gelungene Kooperation unserer beiden Hochschulen mit der Stadt Regensburg“, betonte auch Prof. Dr. Nikolaus Korber, Vizepräsident für Studium, Lehre und Weiterbildung, bei der Eröffnung der Ausstellung am Freistagabend.

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Bioökonomie heißt verantwortungsvoll und nachhaltig handeln. Wie? Ganz einfach: Papier aus Gras, Kaffeekapseln aus Holz,Energiespeicher aus Eierschalen – allgemein: umweltverträgliche Produkte auf der Basis nachhaltiger Rohstoffe. Durch Forschung wird bereits heute versucht, Lösungen für die Anforderungen von morgen zu finden. Die präsentierten Projekte ermöglichen es, unsere Welt besser zu verstehen und die Probleme unserer Zeit zu lösen.

Nachhaltig geht es bei dieser Ausstellung nicht nur inhaltlich zu. Die Bauzaunbanner bestehen zu 100% aus recycelten PET-Flaschen und werden nach dem Ende der Ausstellung im Rahmen von Kunstprojekten erneut verwertet. Informationen zum Projekt und zu begleitenden Veranstaltungen unter
www.wissenschaft-in-der-stadt.de/biooekonomie

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Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie

Wie können wir nachhaltiger leben, Ressourcen schonen und gleichzeitig unseren hohen Lebensstandard erhalten? Das Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie hält Antworten auf diese Frage bereit. Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, im Dialog mit Wissenschaft und Forschung den Wandel hin zu nachhaltigen, biobasierten Produktions- und Konsumweisen zu diskutieren. In vielfältigen Formaten wird das Konzept der Bioökonomie mit all seinen Potenzialen und Herausforderungen erlebbar gemacht und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).


Ansprechpartner für Medien

Prof. Dr. Dina Grohmann
Lehrstuhl für Mikrobiologie
Universität Regensburg
Telefon: 0941 943-3147
Mail: dina.grohmann@ur.de

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