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Vom Teamwork der Nukleinsäuren

Henna Kapoor belegt 2. Platz im Research Pitch Contest der CGU


Angst vor genetisch veränderten Pflanzen? Muss nicht sein, wenn es nach Henna Kapoor geht. Die Doktorandin an der Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin der Universität Regensburg hat ihre Forschung in diesem Bereich unlängst in „guter Wissenschaftssprache“ bei einem Wettbewerb der Compostela Group of Universities (CGU) erklärt und die potenziellen Vorteile von genetisch veränderten Organismen damit so klar dargelegt, „dass sie dazu beitragen kann, die Angst vor diesen zu verringern“: So urteilt die Jury des Research Pitches Contest der CGU, die Henna Kapoor mit ihrem Video auf den zweiten Platz wählte.
 
In der CGU haben sich seit 1994 mehr als 60 Universitäten, darunter auch die UR, in einem weltweiten Netzwerk zusammengetan, das die Überzeugung eint, dass Diversität und Multikulturalität universitäres und akademisches Leben prägen müssen. Die CGU-Mitglieder haben sich gemeinsam darauf verständigt, diese Werte in der alltäglichen Zusammenarbeit und im Dialog an ihren Universitäten zu wahren und zu unterstützen. Zum fünften Mal hat die CGU nun ihren Research Pitch Contest ausgerichtet, bei dem Henna Kapoor, Doktorandin an der Regensburg International Graduate School of Life Sciences (RIGeL) und Mitglied der Forschungsgruppe von Professor Dr. Klaus Grasser im Bereich Zellbiologie und Pflanzenbiochemie, den zweiten Platz gewann. Forschungsgruppenleiter Klaus Grasser freut sich mit Henna Kapoor: „Gratulation, Henna, zu dieser tollen Auszeichnung! Ich habe ja schon erlebt, dass Du komplexe wissenschaftliche Themen auch allgemein verständlich erklären kannst. Es freut mich außerordentlich, dass du mit deinen Fähigkeiten die Jury überzeugen konntest!“

In ihrem Pitch über „Teamwork“ verschiedener RNA-Polymerase-Transkriptionsfaktoren in Arabidopsis thaliana, der Acker-Schmalwand, einer einjährigen Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler, erläutert Henna Kapoor in einem Video die Forschung ihrer Gruppe. Die Jury lobte Henna Kapoors Video als Beitrag zu guter Wissenschaftskommunikation: Nicht zuletzt die Illustration mit Beispielen sei wertvoll und damit „an die Wahrnehmung von Nichtfachleuten angepasst“. Die Arbeit der ganzen Gruppe sichtbar zu machen ist der Doktorandin, die vor Beginn ihrer Forschung an der UR ein Masterstudium an der Universität Göttingen mit einer Masterarbeit am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben absolviert hat, sehr wichtig. Forschung und ihre Ergebnisse zunehmend auch über visuelle Formate und Social Media möglichst verständlich zu kommunizieren hält sie für unabdingbar: „Viele Forschungsgruppen tun das zwischenzeitlich“, sagt die Biologin, „das ist der Weg, den in Zukunft alle werden gehen müssen.“
 
Sie selbst tut das mit Begeisterung und hat in Regensburg ideale Bedingungen für ihre Promotion gefunden: die Möglichkeiten für ihre Forschungsfragen seien „perfekt“, sagt Henna Kapoor. Sie beginnen beim Austausch mit den Kolleg:innen und reichen bis zur technischen Ausstattung der Labors. Seit eineinhalb Jahren ist Henna Kapoor zwischenzeitlich in Deutschland, in den kommenden zweieinhalb Jahren wird sie an der UR ihre Doktorarbeit abschließen.
Woran forscht Henna Kapoor in und mit ihrer Gruppe? „Jeder lebende Organismus hat verschiedene Prozesse - auf DNA-, RNA- und Proteinebene, die ständig in uns ablaufen“, sagt Henna Kapoor. „Wenn wir gehen, sprechen, oder essen beispielsweise.“ Die Forschungsgruppe untersucht, was mit Pflanzen passiert, wenn man bestimmte Faktoren entfernt, die am Prozess der genetischen Informationsübertragung von der DNA zur RNA mitwirken. Bei manchen Pflanzen zeigt dies sehr hohe Wirkung. „Wir haben unter anderem auch damit begonnen, abiotischen Stress, wie Hitze, Trockenheit, Kälte oder Salz zu testen, um zu sehen, wie die veränderten Pflanzen auf diese Umweltänderungen reagieren.“
Die Labortage sind lang, aber wenn Henna Kapoor Zeit hat, dann verbringt sie diese gerne mit Freund:innen an der Donau, geht Radeln und malt – mit Öl, mit Acryl, mit Aquarellfarben. Ein Hobby, das sie mit 14 Jahren in ihrer Schulzeit in Indien für sich entdeckte. Was malt eine Biologin? „Blumen!“, sagt Henna Kapoor lachend, „es können aber auch Landschaften sein. Und ‚roads leading to nowhere‘ tauchen da auch auf.“ Wenn sie Zeit und Muße für dieses Hobby findet, dann lässt es sie gewissermaßen „abtauchen“, erzählt Henna Kapoor, habe meditativen Charakter. Daraus zieht sie Kraft für den Forschungs- und Arbeitsalltag.
RIGeL, in dessen Rahmen Henna Kapoor promoviert, bietet ein strukturiertes PhD-Programm für junge Wissenschaftler:innen in den vier Disziplinen Biomedizin, Zelluläre Biochemie und Biophysik, Molekulare Ökologie und Evolution sowie Neurobiologie. Das Forschungsspektrum reicht von molekularen Mechanismen bis hin zu komplexen biologischen Systemen. Die Doktorand:innen entwickeln in und mit RIGeL wissenschaftliche und akademische Exzellenz, die sie auf Karrieren im akademischen Bereich und in der Industrie vorbereiten.


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