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Eine Geste der Versöhnung

Uni Regensburg übergibt mittelalterliche Urkunde an das Stadtarchiv Ypern


Pressemitteilung vom 2. Oktober 2014

Eine Delegation der Universität Regensburg, bestehend aus Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Wagner, Kanzler Dr. Christian Blomeyer und Universitätsarchivar Dr. Andreas Becker, hat am Montag eine mittelalterliche Urkunde aus dem belgischen Kloster Mesen während einer feierlichen Zeremonie an das Stadtarchiv Ypern übergeben. Die Urkunde war überraschend im Regensburger Universitätsarchiv gefunden worden. Es handelt sich um ein Beutestück deutscher Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Die Übergabe an das Stadtarchiv Ypern, den Rechtsnachfolger des Klosterarchivs zu Mesen, fand im Beisein von Jan Durnez, dem Bürgermeister der Stadt Ypern, Dr. Eckart Cuntz, dem deutschen Botschafter beim Königreich Belgien, und Prince Henri-Albert de Merode, dem Präsidenten der Belgisch-Bayerischen Gesellschaft statt.

Das Archiv der Universität Regenburg übernahm im Dezember 2011 bei einer regulären Aktenübergabe zahlreiche Unterlagen und Gegenstände aus der Fakultät für Katholische Theologie. Dazu gehörte auch ein älterer Tresor, der von der früheren Philosophisch-Theologischen Hochschule Regensburg in den Besitz der Fakultät übergegangen war. Im Inneren des Tresors fand sich auch die – gut erhaltene – mittelalterliche Urkunde in lateinischer Sprache. Vermutlich wurde die Urkunde im Winter 1914/15 von deutschen Soldaten entwendet, die zu dieser Zeit das Kloster besetzt hatten. Inhaltlich geht es in der Urkunde vom 25. Juni 1290 um ein Schlichtungsverfahren vor dem Grafen von Flandern im Zuge eines Streits zwischen der Stadt Ypern und der Äbtissin der Abtei Mesen um die (Schiffs-)Freiheit auf einzelnen Kanälen der Region.

Nach einer sorgfältigen Klärung der Besitzverhältnisse strebte die Universität Regensburg eine zügige Restitution an. Im Ratssaal des Yperner Rathauses nahm Dr. Rik Opsommer, Stadtarchivar von Ypern, die Urkunde in Verwahrung. Sie wird nun als eines der ältesten Dokumente des Yperner Stadtarchivs der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Rückgabe der Urkunde ist als symbolische Geste der Versöhnung zu verstehen – seitens einer Universität, die sich ihrer internationalen Verantwortung bewusst ist.

Im Anschluss an die feierliche Übergabe der Urkunde nahm die Regensburger Delegation an einer Zeremonie vor dem 1927 von den Briten errichteten Menepoort („Gedenktor“) in Ypern teil. Seit über 80 Jahren wird dort täglich um 20.00 Uhr „The Last Post“ gespielt; in Erinnerung an die Namen von fast 55.000 vermissten Soldaten der Flandernschlachten, deren Schicksal noch immer ungeklärt ist. Die Vertreter der Universität Regensburg haben im Rahmen der Zeremonie einen Kranz niedergelegt.

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