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Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten. Sie stellen nur den Totenschein aus.

2018-10-18 Literarisches-quartett 1 _jk


„Ich erwarte, dass ich nicht gelangweilt werde. Das ist mein Hauptverhältnis zur Literatur.“ (Marcel Reich-Ranicki)

So kurz, so gut.
Der Satz trifft mit großer Sicherheit auf nahezu alle Leser literarischer Werke zu.

Und gelangweilt hat sich vermutlich auch niemand der zahlreichen Besucher des von Prof. Dr. Michael Heese ins Leben gerufenen „Literarischen Quartetts mit Lehrenden und Studierenden“, welches nunmehr in zweiter Auflage am vergangenen Donnerstag in der Regensburger Altstadt „Hinter der Grieb“ stattgefunden hat. Neben Prof. Dr. Heese haben dieses Mal die Studentin Daniela Kuhn, Prof. Dr. Ursula Regener sowie Prof. Dr. Tonio Walter Werke der literarischen Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit vorgestellt, diskutiert und mit Kritik bedacht.



„Uns wird von Zuschauern oft vorgeworfen, dass wir die Bücher nicht hinreichend loben. Wir sind nicht der verlängerte Arm der Werbeabteilungen deutscher Verlage.“ (Marcel Reich-Ranicki)

Diesem Fazit des großen alten Mannes der Literaturkritik gemäß, entfachten sich auch am Donnerstagabend nicht selten äußerst kontroverse Diskussionen aus der Präsentation der jeweiligen Werke. Neben „Moonglow“ von Michael Chabon wurden „Leere Herzen“ von Juli Zeh, „Letztes Lied einer vergangenen Welt“ von Anthony Marra und „Die Welt von Gestern“ von Stefan Zweig besprochen. Die Auswahl der Texte oblag dabei jedem Präsentierenden selber und war thematisch nicht abgesprochen. Umso bemerkenswerter, dass alle ausgewählten Autoren sich dem politischen Sujet verschrieben haben, wenn auch in gänzlich unterschiedlicher Weise und Qualität...

Insofern kann es durchaus zutreffend sein, wenn Marcel Reich-Ranicki einmal behauptete, man solle nicht vergessen, dass „manchmal eine Schreibblockade für die Leser ein Segen sei.“ Denn es gebe „Menschen, die auf eine hinreißende Weise Blödes von sich geben.“

Glücklicherweise traf dies nur auf Weniges zu, das am Donnerstag verlesen und besprochen wurde. Vielmehr war es für Kritiker wie Publikum ein interessanter, abwechslungs- und auseinandersetzungsreicher Abend, der so manchen Besucher verleiten wird, bei der nächsten Auflage im Mai wieder dabei sein zu wollen.

Denn eines kann man sicherlich attestieren: „Das Literarische Quartett hat […] oft amüsiert, bisweilen geärgert, nie gelangweilt.“ (Marcel Reich-Ranicki)


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