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„Deutscher Nobelpreis“ für Prof. Dr. Rupert Huber

Deutsche Forschungsgemeinschaft verleiht Regensburger Physiker den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis


14. März 2019

Am Mittwoch, dem 13. März 2019, wurden im Festsaal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin die diesjährigen Leibniz-Preise der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verliehen. Die mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotierten Forschungsförderpreise gelten als die „deutschen Nobelpreise“. Dieses Jahr werden insgesamt zehn herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Disziplinen geehrt – unter ihnen der Regensburger Physiker Prof. Dr. Rupert Huber.

International bekannt wurde Professor Huber mit seinen Arbeiten zur Ultrakurzzeitphysik. Sein Team entwickelt Superzeitlupenkameras, mit denen die unvorstellbar schnellen Bewegung von Elektronen, Atomen und Molekülen visualisiert werden kann. Das Spannende dabei: Diese mikroskopischen Bewegungen gehorchen nicht den Gesetzen der klassischen Mechanik, sondern den geheimnisvollen Regeln der Quantenphysik. „Da gibt es einen ganzen Nanokosmos zu entdecken, der auch technologisch genutzt werden könnte, etwa für künftige Informationstechnologien, höchsteffiziente Solarzellen oder verlustfreien Stromtransport“, meint Professor Huber.


Professor Dr. Rupert Huber (rechts im Bild) mit DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider bei der Verleihung des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises in Berlin; Foto: DFG


Seine Arbeitsgruppe beschränkt sich aber nicht darauf, ultraschnellen Bewegungen nur zuzusehen. Sie bedient sich eines raffinierten Tricks, um auch ultraschnell einzugreifen: sogenannter Lichtwellen-Elektronik. Die Kernidee besteht darin, das schwingende elektrische Feld von Lichtblitzen wie eine extrem hochfrequente Wechselspannung einzusetzen, um Elektronen schneller als eine einzelne Lichtschwingung zu beschleunigen. Langfristig könnte man so Computer bauen, die millionenfach schneller als derzeitige Rechner sind. Der Grundlagenforschung eröffnet diese Melange aus Optik und Elektronik schon jetzt vollkommen neue Möglichkeiten. Die Arbeitsgruppe entwickelte z. B. einen Teilchenbeschleuniger für Festkörper und demonstrierte gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jascha Repp das schnellste Rastertunnelmikroskop der Welt, mit dem erstmals die Bewegung eines einzelnen Moleküls in atomarer Superzeitlupe verfolgt werden konnte.

Professor Huber schätzt die kooperative Atmosphäre an der Universität Regensburg. Daher ist er besonders vom neuen Regensburger Zentrum für ultraschnelle Nanoskopie (RUN) begeistert. Die gemeinsame Initiative der Naturwissenschaften wurde 2018 vom Wissenschaftsrat zur Förderung empfohlen. In dem 40 Millionen Euro teuren Neubau, in dem systematisch bewegte Bilder aus dem Nanokosmos der Biologie, Physik und Chemie aufgenommen werden können, sieht Huber besonderes Potential: „Das ist weltweit einmalig und macht Regensburg zum Zentrum eines der wichtigsten Zukunftsgebiete der Naturwissenschaften“.


Über Prof. Dr. Rupert Huber

Prof. Dr. Rupert Huber studierte von 1994 bis 1999 Physik an der Technischen Universität München (TUM) und wurde dort auch promoviert. Seine Forscherkarriere führte ihn nach Hongkong, Berkeley und Konstanz, ehe er 2010 einen Ruf auf eine Professur für Physik an der Universität Regensburg erhielt.


Über den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde 1985 eingerichtet und gilt als der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis. 1986 erhielt ihn unter anderem der Philosoph Prof. Dr. Jürgen Habermas. Der Leibniz-Preis soll die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erleichtern.


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