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Gender-Food. Zur Konstruktion von Geschlecht in Produkten, Praktiken und Medien.

Studierende der Vergleichenden Kulturwissenschaft der Universität Regensburg präsentierten, was sie über Zuweisungen für Männer und Frauen bei Nahrungsmitteln, im Essverhalten und in Zeitschriften und Filmen herausgefunden haben.


29. April 2019, aktualisiert am 6. Mai 2019

Den Männern das Steak, den Frauen das Gemüse? Stereotyp oder Realität? Laut der „Nationalen Verzehrstudie“ des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel von 2005 bis 2007 unterscheidet sich das Nahrungsverhalten zwischen den Geschlechtern erheblich: Frauen essen weniger Fleisch und Wurst als Männer, trinken mehr Tee als diese und nehmen eine deutlich größere Menge an Obst zu sich; Männer bevorzugen dagegen mehr Brot, Bier und Limonaden. Bachelor- und Master-Studierende der Vergleichenden Kulturwissenschaft stellten sich die Frage, ob auch spezifische Unterschiede in anderen Bereichen als bei der Lebensmittelauswahl festzustellen sind. Am Freitag, dem 3. Mai 2019, von 9 Uhr bis 15 Uhr präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Forschungen im ZH 1 an der Universität Regensburg.


In exemplarischen Studien haben die Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler sich dem Forschungsfeld „Gender-Food“ angenommen. Die jungen Forscherinnen und Forscher untersuchten beispielsweise im Bereich „Praktiken“ die Häufigkeit und Zusammensetzung von Zwischenmahlzeiten von Studierenden beider Geschlechter. Auch ob und wie sich das Kochverhalten von Paaren nach der Geburt von Kindern ändert, war Thema. Außerdem wurde die Bewertung von weiblichem und männlichem Rauschverhalten in den Blick genommen.


Gender-food-praesentation

Das Buffet-Ratespiel: Wer hat die veganen Kokusschnecken zubereitet - Mann oder Frau?


Sehr deutliche Konstruktionen von Geschlecht ließen sich auch bei den Produkten ausmachen. Ob in den Verpackungen für Nahrungsergänzungsmittel oder bei Kräutertees – Frauen werden indirekt Stress, Anspannung und Figurprobleme unterstellt. Das setzt sich auch bei Müslis fort: Produkte für Männern enthalten mehr energiereiche Nüsse, Produkte für Frauen dagegen Zutaten für eine figurbewusste Ernährung. Dass auch schon Lebensmittel für Kinder geschlechtsspezifische Muster entwerfen, zeigt der Blick auf Verpackungen von Jogurtsorten: rosa Verpackungen mit hübschen Prinzessinnen stehen blauen gegenüber, die mit entschlossenen Feuerwehrmännern bedruckt sind.
Mit dem Blick auf verschiedene Medien, setzen sich Geschlechtskonstruktionen fort: im Kochbuch, bei Männer- bzw. Frauenzeitschriften und in Werbefilmen – Medien ironisieren einerseits Klischees, mehrheitlich verfestigen sie diese aber. Ein Paradebeispiel dafür ist die Zeitschrift „Beef. Männer kochen anders“.


Am Ende jedes Themenblocks diskutierten die Studierenden mit den Besuchern der Präsentation. Passend zum Thema wurden in einem Gender Food-Buffet Kleinigkeiten zum Essen und Trinken serviert - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten erraten, welcher Snack von einer Frau oder aber von einem Mann zubereitet wurde und dabei ihren eigenen Vorurteilen und gängigen Klischees auf die Spur kommen.


Ansprechpartnerin für Medienvertreter:

Dr. Esther Gajek
Am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft
Universität Regensburg
Tel.: 0941 943-3638
E-Mail: esther.gajek@ur.de


Weiterführender Link: Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft

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