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Wie schnell sind Mäuse?

Medieninformatiker der Universität Regensburg messen, wie schnell Mäuse, Tastaturen und Gamepads wirklich sind


10. Mai 2019

Vor allem bei Computerspielen, aber auch in vielen anderen Bereichen, ist es wichtig, dass die Eingabe des Benutzers möglichst schnell bei der Anwendung ankommt. Dabei spielt die Wahl des Eingabegeräts eine wichtigere Rolle, als bisher bekannt. Medieninformatiker der Universität Regensburg haben nun eine Methode entwickelt, um präzise und schnell zu messen, wie viel Zeit zwischen einem Tastendruck und der Reaktion des Computers darauf vergeht. Das Forschungsprojekt „Physical-Digital Affordances“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Zentrums Digitalisierung.Bayern (ZD.B) gefördert.

Die Wissenschaftler untersuchten 36 verschiedene Eingabegeräte – Mäuse, Tastaturen und Gamepads – von verschiedenen Herstellern. Für jedes Gerät führten sie automatisiert 10.000 Messungen durch. Dabei stellten sie fest, dass sich nicht nur die durchschnittliche Verzögerung (Latenz) bei den Geräten stark unterscheidet - zwischen 5 und 35 Millisekunden – sondern, dass die Verzögerung bei vielen Geräten stark schwankt. Ein Tastendruck kommt mal etwas früher und mal etwas später beim Betriebssystem an. „Wir waren selbst sehr überrascht, wie stark sich die Eingabegeräte hier unterscheiden, und wie groß die Unterschiede auch bei Geräten des gleichen Herstellers sind. Zum Beispiel hat die Firma Logitech sowohl extrem schnelle, als auch eher langsame Mäuse im Portfolio“, erzählt Dr. Raphael Wimmer, Leiter der ZD.B-Nachwuchsgruppe „Physical-Digital Affordances“. Dies ist für normale Benutzer in der Regel verschmerzbar. Bei Computerspielen oder anderen Anwendungen, bei denen schnelle und präzise Reaktionen gefragt sind, kann dieser Unterschied aber entscheidend sein. Einige der Geräte kann man allerdings zu einer höheren Geschwindigkeit zwingen, indem man das Betriebssystem instruiert, das Gerät einfach häufiger nach Updates zu fragen. Die Erkenntnisse stellten die Forscher am Donnerstag, dem 9.Mai 2019, auf der Fachkonferenz "CHI '19" in Glasgow, UK, vor.

Die detaillierten Messergebnisse finden sich auf der Projektwebseite: https://hci.ur.de/projects/latency
Dort kann man auch Software und Bauanleitung herunterladen, um selbst die Geschwindigkeit von Tastaturen, Mäusen und Gamepads zu messen. Dazu muss man allerdings das Gerät öffnen, was zum Verlust der Garantie führen kann. Die Wissenschaftler erproben deshalb momentan Verfahren, um nicht-invasive Latenzmessungen durchzuführen.


Originalpublikation:

Raphael Wimmer, Andreas Schmid, and Florian Bockes. 2019. On the Latency of USB-Connected Input Devices. In Proceedings of the 2019 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI '19). ACM, New York, NY, USA, Paper 420, 12 pages.
DOI: https://doi.org/10.1145/3290605.3300650


Ansprechpartner für Medienvertreter:

Dr. Raphael Wimmer
ZD.B-Nachwuchsgruppe "Physical-Digital Affordances"
Am Lehrstuhl für Medieninformatik
Telefon: 0941/46297531
E-Mail: raphael.wimmer@ur.de

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