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Bayerisch-tschechischer Wissenschaftsdialog wird weiter intensiviert


6. Juni 2019


Am 3. und 4. Juni 2019 hat in Regensburg das Vernetzungstreffen der bayerischen und tschechischen Hochschulrektoren stattgefunden. Dabei trafen sich 26 Vertreter der bayerischen und tschechischen Universitäten und Hochschulen, um sich über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und des studentischen Austausches zu informieren und weitere Kooperationen zu initiieren.

Von den Regensburger Donauinseln über die Steinerne Brücke zum Alten Rathaus – so begann das Treffen der bayerischen und tschechischen Hochschulrektoren in Regensburg. Im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses hieß Bürgermeister Jürgen Huber die 26 Vertreter der bayerischen und tschechischen Universitäten und Hochschulen bei einem Empfang willkommen. Nach der Begrüßung durch Gastgeber Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg und Mitglied im Direktorium von BAYHOST, sowie Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, um mit dem oberpfälzischen Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt, Vorsitzender des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen, und Dr. Franz Rieger, stellvertretender Vorsitzender des Europaauschusses, ins Gespräch zu kommen.

Zum eigentlichen Arbeitstreffen ging es dann weiter in den Veranstaltungssaal der Neuen Synagoge. Die Vorsitzende von Universität Bayern e.V., Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, zeigte sich in ihrem Grußwort erfreut, dass man sich nunmehr bereits das vierte Jahr in Folge zum bayerisch-tschechischen Wissenschaftsdialog zusammengefunden hatte und so der Kontakt immer intensiver werde. Dieses Netzwerk gelte es, weiter auszubauen. Auch Prof. Dr. Uta M. Feser, Vorsitzende von Hochschule Bayern e.V., bekräftigte die vielfältigen und intensiven Beziehungen. Die Hochschulen in Bayern bewegten sich im Dreieck zwischen Lehre, Forschung und Wirtschaft. Es sei regional wie überregional ihr Ziel, die Inhalte der Wissenschaft in die konkrete Praxis zu transferieren. Der stellvertretende Vorsitzende der Tschechischen Hochschulrektorenkonferenz doc. PhDr. Mikuláš Bek, Ph.D., stellte besonders die Wichtigkeit internationaler Zusammenarbeit zur Finanzierung von Wissenschaftsprojekten dar und gab einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der tschechischen Hochschulpolitik. Ministerialrat Dr. Christoph Parchmann vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ging vor allem auf die Entwicklung der Internationalisierung der Hochschulen ein.


Anschließend präsentierte die Projektmanagerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur (BTHA), Radka Bonacková, den aktuellen Stand der bayerisch-tschechischen Hochschulzusammenarbeit und die Entwicklung der Förderung durch die BTHA. Dabei wurde deutlich, dass bereits eine Vielzahl erfolgreicher Partnerschaften zwischen Bayern und Tschechien etabliert  werden konnten, deren Ausbau aber noch weiter  vorangetrieben werden soll. Sie appellierte an die Anwesenden, Studierende sowie Dozentinnen und Dozenten weiterhin für den bayerisch-tschechischen Austausch zu motivieren. Dies gelinge unter anderem durch die Einrichtung  binationaler Studiengänge und weiterer Studienangebote mit Beteiligung der Hochschulen in beiden Ländern.


Beispiele, wie Zusammenarbeit im akademischen Bereich zugunsten von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern funktionieren kann, zeigten Vertreter grenznaher bayerischer Hochschulen. So stellte Claudia Probst von der Technischen Hochschule Deggendorf das internationale duale Studienprogramm „CAST“ vor. Mit ihren Partnern von der Westböhmischen Universität in Pilsen und der Technischen und Ökonomischen Hochschule in Budweis gibt die Hochschule Deggendorf Studierenden die Chance, praxisorientiert und mit internationaler Ausrichtung zugleich zu studieren. Dieses flexible Studienmodell ist als Verbundstudium oder als Studium mit vertiefter Praxis möglich und basiert auf Kooperationen mit Unternehmen in der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Prof. Dr. Jakub Rosenthal von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden konnte von fünf erfolgreichen Forschungsprojekten mit tschechischen Partnern berichten, die in enger Einbindung der Studierenden durchgeführt werden. Er berichtete auch von den Herausforderungen der Projekte im Bereich der Finanzierung und den bürokratischen Hindernissen bei der Durchführung, was zu einer lebhaften Diskussion anregte.


Prof. Dr. Thomas Groll von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg stellte sein Studierendenprojekt im Bereich des Change-Managements anhand eines Imagefilms dar. Die Studierenden arbeiteten zusammen mit ihren Kommilitonen von der Westböhmischen Universität in Pilsen mit der Methode des „Design Thinking“. Die Erfahrung mit dieser Methode und die binationale Zusammenarbeit im Projekt lobten die Studierenden im Film ausdrücklich. Abschließend stellte Prof. Dr. Marek Nekula vom Bohemicum der Universität Regensburg gleich zwei erfolgreiche Studienmodelle vor. Bereits seit zwölf Jahren gelingt es, mit dem binationalen Bachelorstudiengang der „Deutsch-Tschechischen Studien“ einen engen Austausch mit der Karlsuniversität in Prag zu bewerkstelligen. Die Biografien der Absolvent*nnen zeigen, wie dadurch Experten in den deutsch-tschechischen Beziehungen ausgebildet werden. Des Weiteren wurde dieses Angebot um das Zusatzstudium „Regionalkompetenz Bayern – Tschechien“ ergänzt, das es Studierenden aller Richtungen in Pilsen und Regensburg ermöglicht, in ihrem Fachbereich deutsch-tschechische Zusatzkompetenzen zu erlangen.


Der zweite Tag begann mit individuellen Gesprächen zu möglichen Kooperationen, wobei sich die Rektor*innen und Präsident*innen mit möglichen neuen Partnern austauschen konnten und individuelle Beratung zu den Fördermöglichkeiten erhielten. Anschließend standen Besuche der Regensburger Hochschulen auf dem Programm. Zunächst konnte bei einer Führung durch die OTH Regensburg anhand der neuen Gebäude plastisch dargestellt werden, wie rasant sich deren Studierendenzahl in den letzten Jahren gesteigert hat. Nach einem kurzen Spaziergang über den gemeinsamen Campus der OTH Regensburg und der Universität Regensburg wurden die tschechischen Hochschulvertreter von Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, und Maria Grotz vom International Office begrüßt. Präsident Hebel betonte dabei „die Funktion der Universität Regensburg als transnationale Drehscheibe, die sich gleichzeitig ihrer besonderen Verantwortung in der Region verpflichtet fühlt“.  Maria Grotz berichtete über Erfahrungen aus dem EU Programm „Erasmus+“ im Kontext der Kooperationen zwischen der Universität Regensburg und tschechischen Universitäten.


Das Vernetzungstreffen wurde von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur in Kooperation mit Hochschule Bayern e.V., Universität Bayern e.V. und der Tschechischen Hochschulrektorenkonferenz organisiert.

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