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„Ich bin in meinem Wunschverein gelandet“

Antrittsvorlesung von Mediziner Prof. Dr. Christopher Bohr am Universitätsklinikum Regensburg


9. Juli 2019 | von Katrin Groß

Es benötigt vier Puzzleteile, um Kehlkopfkrebs langfristig erfolgreich zu behandeln – Diagnostik, evidenzbasierte Therapie, Rehabilitation und Lebensqualität –, erklärte Prof. Dr. Christopher Bohr, neuer Lehrstuhlinhaber für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, zu Beginn seiner Antrittsvorlesung zum Larynxkarzinom 2.0 am 5. Juli 2019 am Universitätsklinikum Regensburg: „Nur wenn wir es schaffen, dass diese Teile ineinandergreifen, schaffen wir es das Larynxkarzinom zu bekämpfen“.

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v.l.n.r. Prof. Dr. Christopher Bohr, Prof. Dr. Torsten Reichert, Prof. Dr. Udo Hebel
© UKR, Klaus Völcker

Doch bevor das Publikum Einblicke in die Arbeit von Prof. Dr. Bohr erhielt, begrüßte Prof. Dr. Torsten Reichert, Dekan der Fakultät für Medizin, die Zuhörer und hob in seiner Rede besonders die Errungenschaften, die Prof. Dr. Bohr in so kurzer Zeit erreicht hat, hervor. Neben Einwerbungen von Forschungsförderungen, hat er auch schnell enge interdisziplinäre Verbindungen in andere Gebiete geknüpft und sich besonders für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingesetzt. Präsident der Universität Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel, ergänzte, dass Antrittsvorlesungen immer ein außerordentlicher Moment seien, um die neuen Professoren nochmals an der Universität willkommen zu heißen.

Für Prof. Dr. Bohr war es nach 24 Jahren eine Rückkehr in seine Heimat Regensburg. Im Dezember 2017 wurde der Mediziner nach Regensburg berufen und ist seitdem Lehrstuhlinhaber für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Leiter der Klinik und Poliklinik des gleichnamigen Fachbereichs – an der selben Universität an der schon sein Vater Prof. Dr. Kurt Bohr den Lehrstuhl für Produktionsmanagement und Industrielles Controlling an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften innehatte.

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© UKR, Klaus Völcker
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© UKR, Klaus Völcker

In diesem Bereich setzt er sich unter anderem mit dem Larynxkarzinom – oder Kehlkopfkrebs – auseinander. Prof. Dr. Bohr möchte für das Organ Kehlkopf „begeistern“, denn mit den Stimmlippen (umgangssprachlich: Stimmbänder) ist es neben der Artikulation und Phonation auch wichtig für die Atmung. Obwohl der Krebs relativ schnell erkannt werden kann, so kann langanhaltende Heiserkeit bereits ein Kennzeichen sein, kann er sich dennoch weit ausbreiten und bis zu Atemschwierigkeiten führen. Die Optionen zur Behandlung und anschließenden Rekonstruktion sind vielfältig, von Fett- oder Hyaluronunterspritzungen der Stimmlippen, um die Form wiederherzustellen, bis zu Bestrahlungen und sogar der Entfernung des Organs. Gerade der Verlust des Kehlkopfs ist ein drastischer Eingriff, der Stimmverlust, den Verlust der Bauchpresse oder Komplikationen beim Niesen mit sich führt. Daher empfiehlt Prof. Dr. Bohr mit den Patienten vorsichtig umzugehen – sie aufzuklären, dass die Lebenschancen ohne Kehlkopf oft höher sind, als mit einer Bestrahlung und Chemotherapie und behutsam beizubringen, wie man mit den Konsequenzen umgehen kann. Denn das wichtigste ist, „dass der Patient seinem Leben nachgehen kann“, erklärte der Mediziner.

Am Ende des Vortrags kam Prof. Dr. Bohr zurück zu den vier relevanten Puzzleteilen, um das Karzinom erfolgreich zu behandeln. Die Diagnostik muss sich weiter verbessern, um den Krebs noch früher zu erkennen und es muss eng mit der Industrie zusammengearbeitet werden, um Produkte zu entwickeln, die die Patienten unterstützen und letztendlich die Lebensqualität steigern. Die einzelnen Teile haben sich bereits angenähert, aber Prof. Bohr möchte gemeinsam mit seinem Team weiter daran arbeiten die Lücken zu schließen. Abschließend bedankte sich der Mediziner, bei seinen Wegbegleitern und Unterstützern und verabschiedete sich mit den Worten: „Die Antrittsvorlesung ist ein bisschen wie die Pressekonferenz bei einem Fußballer, und ich kann sagen: Ich bin in meinem Wunschverein gelandet.“


Weiterführender Link:

Zur Seite der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am UKR

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