Zu Hauptinhalt springen
Startseite UR

Im Fokus: Dr. Sabrina Beiderbeck und die „Sonne im Überfluß“

zurück zum Hauptartikel

Dr. Sabrina Beiderbeck studierte an der Universität Regensburg und der Universidad de los Andes in Mérida (Venezuela) Vergleichende Kulturwissenschaft, Romanische Philologie und Kunstgeschichte. In ihrer Dissertation untersucht sie mallorquinische Strände als Sehnsuchtsträger und Projektionsflächen kultureller Wertigkeiten in deutschen Reisekatalogen der Jahre 1956 bis 1990. Mit dem Themenkomplex Reisen und Tourismus hatte sich Beiderbeck bereits während ihres Studiums beschäftigt und für eine Seminararbeit zum ersten Mal mit Reisekatalogen gearbeitet. „Im Zuge dieser Arbeit erkannte ich das Potenzial, das in Reisekatalogen als kulturwissenschaftliche Quelle steckt“, erzählt Beiderbeck, „nach mehreren Archivbesuchen und dem Durchstöbern von Katalogschätzen von Bekannten entwickelte sich Schritt für Schritt das Thema meiner Dissertation“.

In ihrem Beitrag in ForAP setzt Beiderbeck die in den Reisekatalogen abgedruckten Bilder zum Themenkomplex Sonnenbaden der Jahre 1963 bis 1972/73 in den Mittelpunkt. Aus der Art und Weise wie der Reiseanbieter den gezeigten Strandabschnitt inszeniert, zieht die Autorin Rückschlüsse über den kulturellen Umgang mit Natur, Körperlichkeit und Raumansprüchen; die historischen Reisekataloge dienen als Informanten über die kulturelle Wertigkeit der jeweiligen Zeit und Gesellschaft. Kurz zusammengefasst konnte Dr. Sabrina Beiderbeck in ihrem Beitrag in ForAP eine Entwicklung von mehr oder weniger naturbelassenen Stränden am Anfang des Pauschaltourismus hin zu belebten Stränden der Jahre 1963 bis 1972/73 als Räume für Freizeitaktivitäten beobachten.


Ab circa 1970 wirken die Badestrände zunehmend möbliert. Der Badegast ist nicht mehr auf Handtuch und Luftmatratze angewiesen, jetzt findet er als Zeichen stets wachsender Komfortansprüche Sonnenliegen, Sonnenschirme und auch Abfallbehälter vor. Am Ende ihrer Analyse nimmt Beiderbeck die Werbestrategien der gegenwärtigen Reisekataloge in den Blick. Dabei stellt sie eine bemerkenswerte Kehrtwende fest: Die Strände wirken nicht mehr überfüllt, die abgebildeten Landschaften sind naturbelassen und einsam. „Damit kehrt der Fokus nach über sechzig Jahren zu den Schönheiten der Vegetation und dem traditionsreichen Mallorca zurück“, so die Autorin.


Momentan beschäftigt sich Dr. Sabrina Beiderbeck mit Forschungsfragen, die auf ihrer Dissertation basieren. Darunter sind Überlegungen in Bezug auf die aktuelle Entwicklung mallorquinischer Strände als Tourismusdestination, die sie ebenso forschungsrelevant findet, wie einen Vergleich mit anderen Tourismusdestinationen und ihre Präsentation in Reisekatalogen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Tourismus- und Werbeforschung sowie in Ernährungs- und Brauchkulturen in vergleichender Perspektive.


Der Unterschied zwischen der scheinbar strengen Arbeitsatmosphäre und den paradiesischen Urlaubsmotiven stellte für Dr. Sabrina Beiderbeck übrigens kein Problem dar: „Wenn man erst einmal ein Thema gefunden hat, in das man sein ganzes Herzblut steckt, dann vergehen selbst die vielen Stunden in der Bibliothek relativ schnell. Ist man erst mal in die Bilder und Texte versunken, dann erliegt man der Faszination für alle spannenden Aspekte, die dahinterstecken. Und was gibt es Schöneres als Sonne, Strand und Meer? – Damit beschäftige ich mich gerne.“

zurück zum Hauptartikel

  1. Startseite

Kommunikation & Marketing

 

Anschnitt Sommer Ar- 35_