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Im Fokus: Cathrin Grühbaum untersucht Kleidertauschpartys aus kulturwissenschaftlicher Sicht

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Cathrin Grühbaum hat an der Universität Regensburg den B.A.-Studiengang Vergleichende Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft und Französische Philologie abgeschlossen und ist jetzt im Master-Studiengang Vergleichende Kulturwissenschaft eingeschrieben. Auf der Basis ihrer Bachelorarbeit entstand der ForAP-Artikel zum Thema „Tauschen als alternative Konsumform im urbanen Raum? Kulturelle Praxen und Perspektiven im Umgang mit Überfluss und Konsumgütern am Beispiel von Kleidertauschpartys in Regensburg“. Die empirischen Grundlagen für ihre Arbeit hat Grühbaum „im Feld“ gesammelt: Mithilfe der kulturwissenschaftlichen Technik der teilnehmenden Beobachtung konnte sie Daten zu Praktiken und Strukturen einer Kleidertauschveranstaltung sammeln. Durch ein begleitendes Leitfadeninterview zeichnete die Autorin individuelle Verhaltensweisen sowie Wahrnehmungsweisen über Konsum und Überfluss auf. Dabei stellte sich heraus, so Grühbaum, „dass eine soziale Innovation wie das Kleidertauschen nicht einfach nur als nebensächlicher Zeitvertreib, sondern als komplexer Ausdruck sozialer sowie kultureller Phänomene dient“.


Die Anregung für das Thema ihrer Bachelorarbeit kam für Cathrin Grühbaum aus ihrem Freundeskreis. Im Gespräch mit einer Freundin, die schon längere Zeit regelmäßiger Gast auf Kleidertauschpartys war, wurde sie auf das Phänomen aufmerksam. „Meine Freundin meinte, dass sie nur noch auf solche Partys gehe, wenn sie neue Kleidung will, und sich gar nichts Neues mehr kaufe, weil das sowieso Unsinn sei. Diese Einstellung gegenüber dem Kleidungskauf einer jungen Frau fand ich sehr interessant und das brachte mich letztendlich zu meinem Thema“, berichtet Grühbaum.


Bei der Methode der teilnehmenden Beobachtung steht immer die Möglichkeit des „going native“ benannten Phänomens im Raum: Gemeint ist damit, dass der Forscher beginnt, sich mit der zu untersuchenden Kultur zu identifizieren und seinen neutralen Standpunkt verliert. Cathrin Grühbaum reflektiert auch darüber, wenn sie sagt, dass die Gefahr des „going native“ bei ihr zunächst darin bestand, dass sie selbst ebenfalls Teil der sogenannten Generation Y ist, für die z. B. Statussymbole wie Autos oder generell materieller Besitz keine ausschlaggebenden Faktoren für ein glückliches Leben sind. „Aber ansonsten habe ich mich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich mit dem Thema identifiziert“, erklärt Grühbaum, „da ich zuvor noch nie selbst auf einer Kleidertauschparty war und bis dahin ehrlich gesagt nicht allzu sensibilisiert war für die Themen Kleidung, Nachhaltigkeit und Konsum. Mir war anfangs auch nicht so wirklich bewusst, dass das Kleidertauschen nicht einfach ‚nur‘ eine soziale Innovation, sondern viel tiefgreifender und komplexer zu deuten ist.“ Letzten Endes habe ihre Bachelorarbeit sie aber doch dazu angeregt, ihr eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen und ihren Besitz zu minimieren.


In ihrem Masterstudium beschäftigt sich Cathrin Grühbaum im Moment mit Lebensstil- und Bildungsentwürfen von Arbeitsmigranten in Deutschland. Das Thema „Repräsentationen des Ländlichen“, zu dem sie gerade eine Vorlesung besucht, könne sie sich auch gut als Basis für ihre Masterarbeit vorstellen, berichtet sie. Gerade die Problematik der Landflucht junger Menschen interessiere sie, aber auch die Richtung Klimawandel/Nachhaltigkeit/Konsum- und Kapitalismuskritik bleibe für sie relevant.

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