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Ablauf einer Psychotherapie


  

Allgemeiner Ablauf einer Psychotherapie

Sollte in der psychotherapeutischen Sprechstunde bei Ihnen eine behandlungsbedürftige psychische Störung festgestellt worden sein, können Sie je nach freien Kapazitäten in unserer oder einer anderen Einrichtung oder Praxis eine Psychotherapie beginnen. Alle psychotherapeutischen Behandlungen unterliegen der Schweigepflicht. Eine ambulante Psychotherapie besteht aus Probatorikphase und Therapiephase. Sowohl in der Probatorik als auch in der Therapiephase dauert eine Sitzung in der Regel 50 min. Die Sitzungen finden üblicherweise einmal pro Woche statt.
In der Probatorik lernen sich Klient / Klientin und Therapeut / Therapeutin kennen, um zu überprüfen, ob die therapeutische Beziehung stimmig ist. Zudem muss der / die Therapeut / Therapeutin in diesen Sitzungen prüfen, ob eine Indikation zur Kognitiven Verhaltenstherapie vorliegt, d.h. ob das vorliegende Problem mit Kognitiver Verhaltenstherapie behandelt werden kann. Außerdem erhebt der / die Therapeut / Therapeutin in diesen Sitzungen diagnostische Informationen sowie die biographische und familiäre Anamnese.

Soll nach der Probatorik die Therapiephase begonnen werden, so müssen Therapeut / Therapeutin und Klient / Klientin eine Psychotherapie bei der zuständigen Krankenversicherung beantragen, falls die Krankenversicherung die Kosten der Therapie übernehmen soll. Die Krankenversicherungsstellen bearbeiten diesen Antrag innerhalb etwa drei bis sechs Wochen. Sobald die Kostenübernahme für die Psychotherapie bestätigt ist, beginnen die eigentlichen psychotherapeutischen Sitzungen.

Je nachdem, ob sie gesetzlich oder privat krankenversichert sind, unterscheidet sich der Ablauf einer ambulanten Psychotherapie wie folgt:

 
Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Probatorik auf jeden Fall. Maximal können fünf probatorische Sitzung und eine Anamnesesitzung vor der Therapiebeantragung durchgeführt werden. Die Kosten für die psychotherapeutischen Sitzungen der Therapiephase übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen, sofern die Krankenversicherung der Beantragung einer ambulanten Psychotherapie zustimmt. Im Rahmen einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie sind in der Therapiephase bis zu 25 Sitzungen möglich. Eine verhaltenstherapeutische Langzeittherapie umfasst bis zu 45 Sitzungen. In der Probatorik wird geklärt, ob eine verhaltenstherapeutische Kurz- oder Langzeittherapie beantragt wird. Bei Bedarf kann nach Ablauf von 25 bzw. 45 Sitzungen eine Verlängerung der Therapie beantragt werden.
 

Private Krankenversicherung

Während der Ablauf einer ambulanten Psychotherapie bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich ist, so gibt es bei privater Krankenversicherung je nach Krankenkasse unterschiedliche Abläufe. Klienten / Klientinnen mit privater Krankenversicherung sollten sich daher vor Beginn der Probatorik Informationsmaterial zur Aufnahme einer ambulanten Psychotherapie von ihrer Krankenversicherung zukommen lassen. Insbesondere sollten Klienten / Klientinnen mit ihrer privaten Krankenkasse auch folgende Fragen im Vorfeld klären:

  • Ist eine ambulante Verhaltenstherapie in einer Hochschulambulanz mit Ermächtigung zur Abrechnung mit den Krankenkassen möglich?
  • Kann eine ambulante Verhaltenstherapie von einem psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt werden?
  • Muss der Therapeut in Verhaltenstherapie approbiert sein (psychologischer Psychotherapeut) oder können auch Psychotherapeuten in Ausbildung die Psychotherapie durchführen?
  • Muss der Therapeut neben der Approbation auch einen Arztregistereintrag besitzen?
  • Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der probatorischen Sitzungen?
  • Wie viele verhaltenstherapeutische Sitzungen zahlt die Krankenkasse nach Abschluss der probatorischen Sitzungen?
  • Muss nach den probatorischen Sitzungen ein Antrag auf Psychotherapie gestellt werden, um die Therapiephase zu starten?
  • Übernimmt die Krankenkasse das komplette Stundenhonorar oder nur einen Prozentsatz davon?

Bei Fragen oder Unsicherheiten bezüglich der Kostenübernahme unterstützen wir sie gerne.

 
Selbstzahler

Bei Selbstzahlern werden natürlich genauso wie bei anderen Klienten die Voraussetzungen für eine effektive Therapie geprüft und ein individualisiertes Therapieangebot erstellt. Die Abrechnung der Therapiestunden erfolgt allerdings einfach per Rechnungsstellung gemäß der GOP, es ist keine Antragsstellung notwendig. Ein erstes Gespräch von 30 Minuten ist kostenfrei.

  1. Institut für Psychologie
  2. Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie

 

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