Zu Hauptinhalt springen
Startseite UR

2016

Folgende Tagungen hat die Forschungsstelle im Jahr 2016 ausgerichtet oder mitorganisiert:


Intensivkonferenz 2016

Kollektive und Netzwerke in der Archäologie und Altertumswissenschaft

Organisator: Oliver Nakoinz
Veranstalter
: Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft
Zeit: 18.11.2016, 10-17 h
Ort: Universität Regensburg, VG 0.04


Tagungskonzept

In der Archäologie hat sich im letzten Jahrzehnt ein Paradigmenwechsel von der Archäologischen Kultur hin zum Netzwerkkonzept vollzogen. Gleichzeitig spielt der Begriff des „Kollektivs“ heute eine wichtige Rolle, allerdings losgelöst von Kulturkonzepten. Ich möchte diese Intensivkonferenz nutzen, um diesen forschungsgeschichtlichen Prozess zu hinterfragen und die Möglichkeit der Komplementarität der beiden Ansätze zu erkunden.

Netzwerke und Kollektive sind Modelle von Interaktionsstrukturen, die jeweils unterschiedliche Vereinfachungen wählen. Während manche Phänomene von beiden Modellen hinreichend abgebildet werden können, besitzt in vielen Fällen eines der Modelle deutliche Vorteile, da es dem Phänomen besser gerecht zu werden vermag. Die Modelle sind gleichermaßen substitutiv und komplementär. Einerseits kann man danach fragen, welches Konzept bestimmten Beobachtungen oder konzeptuellen Überlegungen besser angemessen ist. Andererseits bilden beide Modelle unterschiedliche Aspekte des gleichen Phänomens ab. Offensichtlich spielt der Gesichtspunkt und die Fragestellung einer Untersuchung eine zentrale Rolle bei der Auswahl des verwendeten Paradigmas, oder neutraler ausgerückt, Modells. Es ist also nicht die Frage, welches Modell moderner und zeitgemäßer ist oder in einer bestimmten Wissenschaftsgemeinschaft häufiger genutzt wird, sondern alleine, welches Modell bezüglich Fragestellung und Beobachtungen adäquater ist.

Die Komplementarität der Ansätze wird besonders bei komplexeren Interaktionsstrukturen wie Kollektivnetzen und Kollektivhierarchien deutlich, die durch Multikollektivität noch eine weitere Komplexitätssteigerung erfahren. Die kombinierte und gezielte Verwendung der beiden Grundmodelle Netzwerk und Kollektiv erschließt ein wesentlich differenzierteres Bild der Interaktionsstrukturen. Hier bahnt sich eine integratives Paradigma den Weg.

Im Feld der Begriffe „Netzwerk“ und „Kollektiv“ erscheint ein sehr wirkungsvoller und differenzierter Kulturbegriff, der sich vom traditionellen archäologischen Kulturbegriff erheblich unterscheidet und ein großes Potential für künftige Forschung birgt. Der Kulturbegriff kann somit erneut zu einem wertvollen Werkzeug der Archäologie werden.

Die, hier knapp skizzierten Fragen werden im Rahmen dieser Intensivkonferenz im Bereich der archäologischen Forschungstraditionen beziehungsweise Forscherkollektive „Steinzeit“ und „Eisenzeit“ thematisiert. Diskussionsimpulse werden sich nicht nur aus den theoretischen Standpunkten, sondern auch aus dem Gegensatz beider Forschungstraditionen, wie auch aus den archäologischen Fallstudien ergeben. Die erarbeiteten Positionen werden innerhalb der Archäologie, aber auch einem weiteren Kreis zur Diskussion gestellt.


Tagungsprogramm

Vormittag:

  • 10:15 h: Einführung des Organisators
    (Oliver Nakoinz, Kiel)
  • 10:30 h: „Kollektive und Netzwerke als alternative Ansätze in der Schnurkeramikforschung“
    (Martin Furholt, Kiel)
  • 11:00 h: „Riesen- und Glockenbecher als Standardisierungen“
    (Ralf Lehmphul, Berlin)
  • 11:30 h: Tee- und Kaffeepause
  • 12:00 h: „Kollektiv und Koinon. Konstitutionsfaktoren und Organisationsstrukturen rhodischer Vereine“
    (Benedikt Boyxen, Berlin)
  • 12:30 h: Diskussion 1
  • 13:00 h: Mittagssnack

Nachmittag:

  • 14:00 h: „Die Facetten des Kollektivbegriffs vor dem Hintergrund der eisenzeitlichen Gesellschaft“
    (Stefan Burmeister, Kalkriese)
  • 14:30 h: „Frühgriechische Dreifüße im Lichte von Kollektiven und Netzwerken“
    (Moritz Kiderlen, Berlin)
  • 15:00 h: Tee- und Kaffeepause
  • 15:30 h: „Kollektive und Netzwerke als komplementäre Ansätze in der Eisenzeitforschung“
    (Oliver Nakoinz, Kiel)
  • 16:00 h: Diskussion 2

Kurztagung

Zauberwort Integration?

Organisatoren: Harald Zintl, Klaus P. Hansen, Jan-Christoph Marschelke
Veranstalter
: Friedrich-Ebert-Stiftung Regensburg, Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft
Zeit: 17.06.2016, 14-18:30 h
Ort: Universität Regensburg, P.T. 3.079


Tagungskonzept

Politische Probleme finden schnell Schlagworte, die Lösungen suggerieren. Für die Flüchtlings- und Migrationsproblematik heißt das derzeitige Schlagwort „Integration“. Schlagworte sind stets auch Zauberworte, die die Welt einfacher darstellen möchten als sie ist. So auch der Begriff „Integration“: Er klingt positiv und einfach und muss sich deshalb einer genaueren Betrachtung stellen.

Integration beinhaltet drei Dimensionen: Integrationsziel, Integrationstiefe und Integrationsbalance. Meint Integration soziale Fürsorge oder freundliche, wenn nicht freundschaftliche Aufnahme? Integration sollte benennen, wohin integriert werden soll: In die Gesellschaft, in die Arbeitswelt, inein Stadtviertel, in eine Hausgemeinschaft? Integration handeln mindestens zwei gesellschaftliche Gruppen aus – dieIntegration Begehrenden und die Integration Gewährenden.Obwohl beide Parteien am Ende gewinnen, muss zuerst einPreis der Anpassung bezahlt werden. Genügt es, wenn nureine Partei das tut?

Diesen drei Fragen will sich die Veranstaltung widmen und dabei wissenschaftliche Theorie mit gesellschaftlicher Praxis verbinden.Bei der Tagung kommen vier Expert_innen zu Wort, die Migration und Integration aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten werden. Direkt nach jedem Vortrag können Verständnisfragen geklärt werden. Die Tagung endet mit einer abschließenden Podiumsdiskussion.


Tagungsprogramm

  • 14:00 h: Begrüßung
    (Harald Zintl, Leiter des FES-Regionalbüros Regensburg
    Klaus P. Hansen, Universität Regensburg)

  • 14:05 h: Grußwort
    (Joachim Wolbergs, Oberbürgermeister Stadt Regensburg)
  • 14:15 h: „Integration: Was die Praxis von der Theorie lernen kann"
    (Klaus P. Hansen, Universität Regensburg)
  • 15:00 h: „Soziale und Gesellschaftliche Partizipation von Zugewanderten – wie wollen wir miteinander leben?“
    (Diana Liberova, Nürnberg, Stadträtin, Vorstand der Bayerischen AG Migration, Vorsitzende im Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung)
  • 15.45 h: Pause
  • 16:00 h: Interview mit Lirie Avdullahu
  • 16:15 h: „Integration durch Recht“
    (Jan-Christoph Marschelke, Universität Regensburg)
  • 17:00 h: „Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt:Chancen für Migrant_innen und Geflüchtete“
    (Anette Haas, Leiterin der Arbeitsgruppe „Migration und Integration“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg (IAB))
  • ab 17:45 h: Abschlussdiskussion
  1. FAKULTÄT FÜR SPRACH-/LITERATUR-/KULTURWISSENSCHAFT

Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft

Altes Finanzamt (ALFI)
Landshuterstr. 4
VR 07
93047 Regensburg

+ 49 941 943-53 00
forschungsstelle.kollektiv
[at]ur.de