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Summerschool

Die ursprünglich für September 2020 geplante DRV-Summerschool „Inselromania und Mediterranität“ wird auf Herbst 2021 verschoben - über das genaue Datum sowie die Bewerbungsfrist informieren wir rechtzeitig.

Die Summerschool wird organisiert und geleitet von Jonas Hock (wiss. Mitarbeiter, Lehrstuhl für Französische und Italienische Literatur- und Kulturwissenschaft) und Laura Linzmeier (Akad. Rätin a.Z., Lehrstuhl für Französische und Italienische Sprachwissenschaft).


Thema

Das Mittelmeer ist voller Inseln, auf denen eine, oft mehrere romanische Sprachen bzw. Dialekte gesprochen werden. Auch in und für Literatur oder Film stellen Inseln prägende reale und mentale Entitäten dar. Indem wir die transdisziplinären Ansätze der Island und Mediterranean Studies mit romanistischen Einzeluntersuchungen zusammenführen, möchten wir im Rahmen der Summerschool der Frage nach dem ‚Ob‘ und ‚Wie‘ einer Inselromania und ihrer möglichen Spezifik im Hinblick v.a. auf die westliche Mittelmeerregion nachgehen. Mediterranität soll dabei keine festgelegte, gar überzeitliche Essenz bezeichnen, sondern zunächst heuristisch auf Gemeinsamkeiten verweisen, die auf die geteilte ‚medi-terrane‘ Lage und Prägung zurückgehen könnten.

Insularität wird häufig mit Isolation gleichgesetzt (engl. insularity), kann jedoch auch Phänomene der Inselhaftigkeit (engl. islandness) meinen, die dem entgegenstehen: Kontakte und Wechselwirkungen mit Nah und Fern führen zu einem Spannungsverhältnis von Eigenständigkeit, Hybridität und notwendiger Abhängigkeit oder selbstverständlicher Öffnung. Die Grenze zwischen Land und Meer entspricht dabei – genauso wenig wie politische Grenzen – der Abgrenzung einzelner sprachlicher und kultureller Realitäten. Besonders deutlich wird das bei Inseln, die als Transiträume schon immer Sprach- und Kultur-Kontaktzonen waren, wie in besonderem Maße etwa Lampedusa und Malta. Auf den großen Mittelmeerinseln wie Sardinien und Korsika zeigen sich auf sprach- und kulturpolitischer Ebene oft widersprüchliche Tendenzen wie ein Bewusstsein von historisch gewachsener Heterogenität und gleichzeitig Homogenisierungsbestrebungen. Häufig übersehen, aber nicht weniger relevant sind kleinere Inseln, die als Satelliten wichtige Funktionen für große Inseln oder das Festland erfüllen und zudem beliebte literarische oder filmische Schauplätze darstellen – ob Verteidigungspunkte (Giraglia vor Korsika), Verbannungsorte (Lipari vor Sizilien) Gefängnisinseln (Cabrera bei Mallorca), Werkstattinseln (das venezianische Murano) oder Rückzugsorte wie Capri (für Künstler, Piraten, Separatisten etc.). Diese unmittelbaren Funktionsbeziehungen sind nur eine Dimension von Interinsularität, bei der in einer Gesamtschau nach mediterranen Spezifika zu fragen wäre. Neuere Ansätze der Mediterranean Studies gehen zudem davon aus, dass Mediterranität nicht notwendigerweise geographisch fixiert und damit an den Mittelmeerraum gebunden ist, sondern Merkmalsbündel beschreibt, die sich durchaus auch auf Inseln in der Karibik oder im Pazifik nachweisen lassen; somit sind auch Beiträge aus der Karibikforschung etc. erwünscht.

Als erste Hypothesen, die während der Summerschool diskutiert werden sollen, seien genannt a) eine grundlegende Palimpsesthaftigkeit mediterraner Inselliteratur (im Unterschied etwa zur kolonialen Imaginierung tropischer Inseln als tabulae rasae); b) Homogenisierungstendenzen politischer, sozialer und kultureller ‚pro-insularer‘ Bewegungen, die drohen, in kulturwissenschaftlicher Forschung gespiegelt statt hinterfragt zu werden; c) eine im Rahmen linguistischer Arbeiten oftmals zu beobachtende Fokussierung auf Inseln als isolierte ‚Sprachinseln‘ mit geringer Berücksichtigung ihrer historisch gewachsenen sprachlichen Heterogenität.


Ablauf

Die viertägige Summerschool widmet sich den großen Mittelmeerinseln, Satelliteninseln und Inselgruppen sowie der Interinsularität aus sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Begleitet werden die Workshops und ExpertInnenvorträge von einem umfangreichen kulturellen Rahmenprogramm (lit. Lesung, Kinovorstellung, Stadtführung).


Bewerbung

Die Summerschool soll sowohl für RomanistInnen, die an Einzelthemen forschen, als auch für NachwuchswissenschaftlerInnen mit transdisziplinären bzw. sprachübergreifenden Ansätzen, die nur zu selten ausreichend Anknüpfungspunkte finden, die Gelegenheit bieten, von einem genuin komparatistischen Herangehen zu profitieren.

Die Summerschool bietet Plätze für 10 NachwuchswissenschaftlerInnen im Masterstudium, der Promotions- oder PostDoc-Phase aus allen romanistischen Teildisziplinen. Wir ermutigen auch zur Einreichung von Projekten in der Frühphase. Die Auswahl der TeilnehmerInnen wird bis Mitte Juni 2021 bekannt gegeben. Es wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 20.- erhoben. Für alle TeilnehmerInnen kann ein großzügiger Zuschuss zu Reise- und Aufenthaltskosten gewährt werden.

Die Bewerbung erfolgt über einen Vorschlag für einen Kurzvortrag (20min + 10min Diskussion) mit Titel und Abstract (ca. 300 Wörter) an Jonas Hock (jonas.hock/ät/ur.de) oder Laura Linzmeier (laura.linzmeier/ät/ur.de).

Die genaue Bewerbungsfrist (vorauss. Mai 2021) wird rechtzeitig bekanntgegeben!


Förderer

Die Veranstaltung wird gefördert vom Deutschen Romanistenverband (DRV), der Vielberth-Stiftung e.V., dem Center for International and Transnational Area Studies (CITAS) und der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften (SLK) der Universität Regensburg. Die Filmvorführung erfolgt in Kooperation mit der Filmgalerie Leerer Beutel.
 



  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften