Die regionalwissenschaftliche Forschung in Regensburg wird weiter gestärkt. Am 1. September 2019 hat der neue Leibniz-WissenschaftsCampus „Europa und Amerika in der modernen Welt. Transformationen und Friktionen der Globalisierung in Vergangenheit und Gegenwart“ seine Tätigkeit aufgenommen. Der WissenschaftsCampus, der für zunächst vier Jahre bestehen wird, ist eine gemeinschaftliche Einrichtung des Regensburger Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) und der Universität Regensburg. Ziel des Forschungsvorhabens ist ein besseres Verständnis der transatlantischen Welt.
Europäisch-amerikanische Beziehungen im Wandel
Die europäisch-amerikanischen Beziehungen wandeln sich stetig. Umso wichtiger ist es deshalb, die Regionen dies- und jenseits des Atlantiks sowie ihre Beziehungen zueinander zu erforschen. Entsprechend ist dies auch Ziel des interdisziplinären Leibniz-WissenschaftsCampus: Er bringt Forscher verschiedener Disziplinen zusammen – unter anderem Historiker, Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaftler, Wirtschafts- und Politikwissenschaftler –, die sich mit Fragen zu Europa sowie Nord- und Südamerika beschäftigen unddamit, wie sich diese Regionen unterscheiden und inwiefern sie sich ähneln. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem östlichen Europa, das in dieser Hinsicht noch kaum erforscht ist. Forschungsfelder sind unter anderem politische, soziale und kulturelle Transformationen, Migration oder Handelsbeziehungen.
Der WissenschaftsCampus baut auf den an der Universität Regensburg sehr forschungsstarken Regionalwissenschaften auf. Gleichzeitig gibt es mit dem IOS ein außeruniversitäres regionalwissenschaftliches Institut, das sich auf Ost- und Südosteuropa konzentriert. Beide Einrichtungen arbeiten bereits über einen längeren Zeitraum intensiv zusammen, beispielsweise im Rahmen der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, die ebenfalls den WissenschaftsCampus unterstützen wird. Auf Seiten der Universität Regensburg sind ferner besonders das Regensburg European American Forum (REAF) und das Spanien-Zentrum in den WissenschaftsCampus eingebunden.
Die beteiligten Forscher stammen von der Universität und vom IOS. Außerdem werden zum 1. März 2020 bis zu sechs Promotionsstipendien verliehen. Ergänzend dazu gibt es ein umfangreiches Gastwissenschaftlerprogramm: Der WissenschaftsCampus hat zahlreiche renommierte Partner gewonnen, darunter die University of California (Berkeley), die Central European University (Budapest) und das University College London. Im November 2019 kommt aus der Universität Complutense Madrid der erste vom WissenschaftsCampus geförderte Gastwissenschaftler nach Regensburg.
Die erste Veranstaltung des WissenschaftsCampus ist schon am 17. und 18. September: Der Workshop „Designing a Doctoral Project“ richtet sich an potentielle Promovierende. Sie erfahren, was sie als Doktorand*innen erwartet und wie sie konkurrenzfähige Exposés schreiben. Der Workshop bietet außerdem darin Einblick in für Strukturen und Einrichtungen zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses an UR und IOS.
Die offizielle Eröffnung des WissenschaftsCampus ist am 17. Dezember 2019. Geneviève Zubrzycki, Professorin an der University of Michigan, Ann Arbor, hält einen öffentlichen Vortrag zur Nation und Religion in Quebec und Polen. Es folgt eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Regionalwissenschaften, mit dabei: der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, der Präsident der Universität Regensburg Prof. Dr. Udo Hebel, die Wissenschaftliche Direktorin des Berliner Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, und die Amerikanistin Prof. Dr. Heike Paul (Erlangen-Nürnberg).