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Medizinische Soziologie

Was ist Medizinische Soziologie?

Die Medizinische Soziologie thematisiert die gesellschaftlichen Einflüsse auf Gesundheit und auf gesundheitliche Versorgung. Dazu gehören zum einen soziale Hintergründe und Zusammenhänge von Krankheit, insbesondere soziale Ungleichheit der Gesundheitschancen. Zum anderen beschäftigt sich die Medizinische Soziologie auch mit Einrichtungen und Berufen des Gesundheitswesens, z.B. der Interaktion zwischen Arzt und Patient oder Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis.


Forschungsschwerpunkt Prävention und Gesundheitsförderung

Forschung zu Prävention und Gesundheitsförderung

Gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, maßvoller Alkoholkonsum und Tabakverzicht können das Risiko von verschiedenen Erkrankungen verringern. Wie aber kann man erreichen, dass sich Menschen gesundheitsbewusst verhalten? Welche Rolle spielen unsere alltäglichen Lebenswelten? Wie kann man Menschen in die Lage versetzen, selbst für ihre Gesundheit aktiv zu werden und für gesundheitsförderliche Lebensbedingungen einzutreten? Unsere verschiedenen wissenschaftlichen Projekte setzen sich mit diesen Fragen auseinander und analysieren die Umsetzung von Prävention und Gesundheitsförderung u.a. auf Gemeindeebene, in Arztpraxen sowie in der bevölkerungsbezogenen Gesundheitskommunikation.

Leitung: Prof. Dr. med. Julika Loss


Präventionsforschung beschäftigt sich mit Konzepten zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention und der Wirksamkeit verschiedener Ansätze und Interventionen. Im Fokus stehen dabei v.a. Kinder und Jugendliche.

Übergeordnete Schwerpunkte sind:

  • Evaluation und das Qualitätsmanagement von präventiven und gesundheitsförderlichen Maßnahmen
  • Empowerment und Partizipation in der Gesundheitsförderung
  • Bevölkerungsbezogene Gesundheitskommunikation – Strategien und Auswirkungen

Thematisch beschäftigen wir uns v.a. mit:

  • Ernährung und Bewegung
  • Krebsprävention
  • HIV-Prävention

Methodisch kommen dabei v.a. zum Einsatz:

  • Quantitative und qualitative Bedarfs- und Bedürfnisanalysen
  • Qualitative Verfahren wie semistandardisierte Interviews, Fokusgruppen-Diskussionen, Fotodokumentation (photovoice), most significant change
  • Quasi-experimentelle Kohortenstudien
  • Standardisierte Bevölkerungsbefragungen (telefonisch, persönlich)

Forschungsschwerpunkt Versorgungsforschung

Versorgungsforschung

Optimale patientenzentrierte Versorgung beinhaltet, dass Ärzte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, eigene medizinische Expertise sowie Wünsche und Bedürfnisse der Patienten in Einklang bringen, um für jeden Patienten die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Klinische Studien, z.B. randomisierte Medikamentenstudien, werden in der Regel unter stark reglementierten Rahmenbedingungen und an ausgewählten Patienten durchgeführt. Die hier gemessenen Ergebnisse sind oft in den Alltag der Versorgung in Kliniken oder Arztpraxen kaum übertragbar. Unterschiedliche Faktoren können die Versorgung und den Behandlungserfolg unter Alltagsbedingungen beeinflussen, z.B. ob Patienten überhaupt Zugang zu bestimmten Therapien haben, über sie adäquat informiert sind, an Behandlungsentscheidungen teilhaben können oder ob sie ihre Medikamente einnehmen wie empfohlen (sog. Therapietreue). Auch ärztliches Handeln wird von ökonomischen und psycho-sozialen Aspekten beeinflusst, z.B. von der Vergütung oder der Überzeugung, etwas ändern zu können.
Unsere Forschung zielt darauf ab, Einflussfaktoren zu identifizieren, die das Handeln von Ärzten, Patienten und deren Angehörigen besser erklären können. Dadurch sollen Ansätze für eine verbesserte Versorgung gefunden und getestet werden. Wir arbeiten eng mit unterschiedlichen klinischen Einrichtungen zusammen, insbesondere mit der Uniklinik Regensburg, z.B. in den Bereichen Onkologie oder Intensivmedizin.

Leitung: Dr. Anne Herrmann

Koordination: Prof. Dr. med. Julika Loss

Versorgungsforschung untersucht die gesundheitliche Versorgung von Patienten in den Krankenhäusern, Arztpraxen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen unter Alltagsbedingungen. Schwerpunkte der Forschung sind u.a.:

  • Kooperation und Kommunikation im Gesundheitswesen, v.a. mit Blick auf Arzt-Patienten-Kommunikation
  • Behandlungs- und Organisationsabläufe, z.B. in Praxen, Kliniken sowie sektorenübergreifend
  • Rolle und Potenzial der Arzt-Patienten-Beziehung in der individuellen Krankheitsprävention (z.B. Übergewicht, HIV, Krebs) und -bewältigung
  • Weitere Einflussfaktoren auf Adhärenz/Selbstmanagement
  • Einflussfaktoren auf Lebensqualität bei akuten und chronischen Erkrankungen

Methodisch kommen dabei v.a. zum Einsatz:

  • Prozessanalysen auf mehreren Ebenen, z.B. mithilfe des sog. Blueprinting
  • Qualitative Verfahren wie semistandardisierte Interviews und Fokusgruppen-Diskussionen, z.B. zur Analyse von Barrieren und fördernden Faktoren
  • Quantitativ Methoden, z.B. Querschnitts- und RCT-Studien


MITARBEITENDE

Mitarbeitende der Medizinischen Soziologie

Dr.-Gessler-Str. 17 (DGS17)
93051 Regensburg

Sekretariatszeiten

Mo / Mi:         08:30-12:00

Di / Do / Fr:   08:30-13:00

Name Zimmer Telefon 0941- Email

Leitung

Prof. Dr. med. Julika Loss
Professorin für Medizinische Soziologie

DGS17

944-5220

Email

Dr. Anne Herrmann
PhD Behavioural Science in Medicine, MA KMW Stellvertretende Leitung

DGS17 944-5231 Email
Katja Felber
Sekretariat
DGS17 944-5230 Email
Ulrike Peiker
Sekretariat
DGS17 944-5229 Email

Mitarbeitende

Christine Bernardi
M. Sc. Pflegewissenschaft
DGS17 944-5236 Email
Magdalena Brandl
MPH
DGS17 944-5237 Email
Dr. des. Nicola Brew-Sam DGS17 944-5236 Email
Vreni Brunnthaler
M. Sc. Psychologie
DGS17 944-5236 Email
Dr. Janina Curbach
Dr. rer.pol.
DGS17 944-5233 Email
Michaela Gabes
M.Sc. Psychologie
DGS17 944-5227 Email
Nina Greiner
M. Sc. Gerontologie
DGS17 944-5238 Email

Salma Kikhia
MPH

DGS17 944-5225 Email
Dr. Jana Rüter
Dr. sc. hum.
DGS17 944-5234 Email

Alexandra Sauter
MPH

DGS17 944-5224 Email
Dr. Julia von Sommoggy
Dr. phil.
DGS17 944-5232 Email

LEHRE

Lehre im Überblick

Hier geht's zur:

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Zur Medizinischen Soziologie gehören verschiedene Veranstaltungen in den ersten drei vorklinischen Semestern:

Art der
Veranstaltung
1. Semester
(Medizin) (WS)
2. Semester
(Medizin) (SS)
3. Semester
(Medizin) (WS)
Vorlesung Berufskunde Medizinische
Soziologie I
Medizinische
Soziologie II
Praktikum Praktikum der
Berufsfelderkundung*
Praktikum der
Berufsfelderkundung*
Kurs / Seminar Kurs der
Medizinischen
Soziologie*
Seminar der
Medizinischen
Soziologie*

*Gruppeneinteilung siehe Aushang

Vorlesung Berufskunde:

Die Vorlesung thematisiert einleitend kurz die Entwicklung des ärztlichen Berufsbildes in den letzten 150 Jahren, z.B. den Aufschwung der Chirurgie oder die Medizin im Nationalsozialismus. Anschließend werden Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems und ihre Auswirkungen auf die ärztlichen Arbeitsbedingungen diskutiert. Was versteht man unter einer „Facharztausbildung“? Wie kommt es zum Ärztemangel? Wie viel Bürokratie ist Teil der ärztlichen Tätigkeit? Im zweiten Teil stellen verschiedene Gastdozenten ausgewählte Fachbereiche und Tätigkeitsfelder ärztlicher Arbeit vor, z.B. Allgemeinmedizin, Chirurgie, Notfallmedizin oder ärztliche Arbeit in Krisengebieten.

Praktikum der Berufsfelderkundung:

Zentraler Teil des Praktikums ist eine Exkursion in eine Einrichtung des Gesundheitswesens, z.B. forensische Psychiatrie, Rehabilitation oder Palliativmedizin. Zudem sollen die Studierenden in einer Arztpraxis oder weiteren nicht-klinischen oder rehabilitativen Einrichtung der Gesundheitsversorgung (Krankenkasse, betriebsärztlicher Dienst, Klinik) in Gruppen eine Hospitation durchführen. Zu dieser Hospitation ist ein Bericht zu erstellen. Einen Leitfaden zum Praktikum Berufsfelderkundung finden Sie hier.

Die Teilnahme am Praktikum ist Pflicht.

Vorlesung Medizinische Soziologie I:

In der Vorlesung werden zunächst soziologische Grundbegriffe wie soziale Normen und soziale Rollen eingeführt, um dann ihre Bedeutung im Gesundheitssystem zu analysieren. Was gehört zur „Arztrolle“? Inwieweit verändern z.B. Fernsehserien die gesellschaftliche Erwartungshaltung an Ärzte? Was wird andererseits von einem Kranken bzw. einem Patienten erwartet? Wie verhält sich ein Mensch typischerweise, wenn er erste auffällige Krankheitssymptome an sich entdeckt? Was bedeutet „Diskriminierung“, z.B. für HIV-Positive? Im zweiten Teil geht es um Prävention und Gesundheitsförderung. Dabei werden zunächst die wichtigsten Risikoverhalten wie Tabakkonsum, Alkoholmissbrauch, Überernährung oder körperliche Inaktivität diskutiert, um anschließend vorzustellen, welche Interventionen möglich sind, um das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung zu verbessern. Was bringen z.B. Fernsehspots zum Thema AIDS? Wie kann man in Schulen und Gemeinden aktiv werden? Abschließend geht es um das Thema Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen. Was sind eigentlich Leitlinien? Wie häufig sind ärztliche „Kunstfehler“, und wie können sie vermieden werden?

Kurs Medizinische Soziologie:

Der Kurs vertieft die Inhalte der Vorlesung Medizinische Soziologie I, u.a. durch selbständige Arbeit in Kleingruppen oder moderierte „Streitgespräche“. Arzt-Patienten-Beziehung oder Prävention und Gesundheitsförderung werden am Beispiel relevanter Krankheitsbilder (Adipositas, Krebserkrankungen, Allergie) konkretisiert.

Die Teilnahme am Kurs ist Pflicht.

Vorlesung Medizinische Soziologie II:

Das zentrale Thema der Vorlesung sind soziale Ungleichheiten von Gesundheit und Krankheit. Wieso sind Menschen aus ärmeren, bildungsfernen Schichten häufiger krank und sterben früher? Welcher Unterschied ergibt sich zwischen Männern und Frauen? Diskutiert wird auch die Bedeutung des Alters auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten. Eine besondere Rolle spielt dabei das Jugendalter mit seiner Neigung zum bewussten Risikoverhalten. Auch das Alter rückt aufgrund des demographischen Wandels stärker in den Blick. Im zweiten Teil werden sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden vorgestellt. Wie entwerfe ich einen Fragebogen? Worauf muss ich bei der Auswertung achten? Wie kann ich erkennen, wie hilfreich z.B. Früherkennungsmethoden sind?

Seminar Medizinische Soziologie:

Das Seminar vertieft die Inhalte der Vorlesung Medizinische Soziologie II, u.a. durch selbständige Arbeit in Kleingruppen. Soziale Ungleichheit von Gesundheit und Krankheit oder Gesundheitsverhalten im Lebensverlauf werden am Beispiel relevanter Krankheitsbilder (Adipositas, Krebserkrankungen, Allergie) vertieft. Darüber hinaus wird ein eigener Fragebogen entwickelt, eingesetzt und gemeinsam ausgewertet.

Die Teilnahme am Seminar ist Pflicht.

FORSCHUNG

Prävention und Gesundheitsförderung

Laufende Projekte:

  • MiMi - Begleitevaluation für das Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten (MiMi) – Interkulturelle Gesundheit in Bayern“
  • HELICAP – Gesundheitsfachkräfte und Gesundheitskompetenz in der Allergieprävention – ist ein Teilprojekt der Forschungsgruppe HELICAP (Health Literacy in Early Childhood Allergy Prevention), die von der DFG an den Standorten Hannover, Magdeburg, Regensburg und Freiburg gefördert wird (Sprecher: Prof. Christian Apfelbacher, Universität Magdeburg).
  • BeLLa - Begleitforschungsprojekt zur BMBF-Förderinitiative "Gesund – ein Leben lang", mit den Zielen, Forschungsprozesse und -inhalte abzubilden, die Förderprojekte zu vernetzen und unterstützen und zu Konsensprozessen beizutragen.
  • SMART MOVING - Projekt zur Bewegungsförderung von Studierenden der Universität Regensburg
  • ACTION for men - ist ein Teilprojekt im BMBF-geförderten Forschungsverbund "CAPITAL4HEALTH - Capabilities for active lifestyle: an interactive knowledge-to-action research network for health promotion" und wird in Kooperation mit der Universität Bayreuth durchgeführt.
  • EVA - ist ein Teilprojekt im BMBF-geförderten Forschungsverbund "CAPITAL4HEALTH - Capabilities for active lifestyle: an interactive knowledge-to-action research network for health promotion" und wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Epidemiologie und Präventivmedizin (Prof. Dr. Dr. Michael Leitzmann) der Universität Regensburg und der Universität York/GB durchgeführt.

Abgeschlossene Projekte:

  • Wissenstransfer zur altersbedingten Makuladegeneration (AMD) - Mixed-Methods-Verbundsstudie zur Kommunikation von genetischen Erkenntnissen zu Volkskrankheiten am Beispiel der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
  • GENIESSER Oberpfalz (gefördert vom BMBF) – Gesunde Ernährung nachhaltig implementieren – Empowerment und Partizipation im Setting stärken und evaluieren: Region Oberpfalz. BMBF-Fördermaßnahme „Ernährungsforschung – für ein gesundes Leben; Modul: Innovationen und neue Ideen für den Ernährungssektor“
  • Rezept für Bewegung – Umsetzung des Rezeptes für Bewegung als Präventionsmaßnahme durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in der Oberpfalz und Niederbayern – eine quantitative Erhebung
  • Facebook Studie – Status Quo von präventionsrelevanten Gesundheitsthemen im sozialen Onlinenetzwerk Facebook – Eine Inhaltsanalyse (2012)

Versorgungsforschung

Laufende Projekte:

Abgeschlossene Projekte:

  • Wissenstransfer zur altersbedingten Makuladegeneration (AMD) - Mixed-Methods-Studie zur Kommunikation von genetischen Erkenntnissen zu Volkskrankheiten am Beispiel der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
  • Projekt SPOntAn – Strukturen und Prozesse in der Organentnahme und -allokation – Status Quo und Ansatzpunkte zur Steigerung der Transplantation gemeldeter Organe am Beispiel der Pankreastransplantation“, gemeinsam mit der Klinik u. Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Regensburg (UKR), Eurotransplant / Leiden (NL) und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Bayern.
  • Projekt „Trampolin – transplantiert und empowert, leben mit der neuen Niere“ – Durch Empowerment die Compliance und das Transplantatüberleben von nierentransplantierten Jugendlichen verbessern, gemeinsam mit Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (Bettina Kunze). Gefördert durch das E.N.D.I. European Nephrology and Dialysis Institute, Bad Homburg (seit 2009)
  • Medikamentenbezogene Adhärenz bei rheumatoider Arthritis: die Sichtweise von Patienten
  • Barrieren Mundhöhlenkarzinom – Früherkennung von Mundhöhlenkarzinomen: Barrierenanalyse bei niedergelassenen Zahnärzten


Das Team der Medizinischen Soziologie an der Universität Regensburg

Wir sind ein interdisziplinäres Team, in dem Vertreter/innen u.a. der Medizin, der Soziologie, der Psychologie, Philosophie, Ernährungswissenschaften sowie Public-Health zusammenarbeiten. Gemeinsam gestalten wir die Lehre für die Fächer Medizinische Soziologie und Berufskunde für den Studiengang Humanmedizin (Vorklinik). Wir bearbeiten wissenschaftliche Fragestellungen, v.a. aus den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung, sowie aus dem Bereich Versorgungsforschung. Hierzu kooperieren wir auch eng mit verschiedenen klinischen Abteilungen der Uniklinik Regensburg. Zudem betreuen wir Qualifikationsarbeiten, z.B. medizinische und sozialwissenschaftliche Dissertationen sowie Masterarbeiten z.B. aus den Bereichen Public Health, Gesundheitsförderung oder Gesundheitsmanagement.

  1. Fakultät für Medizin

Professur für Medizinische Soziologie

Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin

Fittosize 191 191 4464fe38391e129d5ad35222161ab65b Eingang

Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg