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Der Paradiesapfel im volkstümlichen Glauben und Brauchtum

Der Paradiesapfel als Weihnachtsdekoration hielt erst in der Neuzeit Einzug in die bürgerlichen Stuben. Der Ursprung des Brauchs in der Weihnachtszeit, einen Apfel an einem grünen Buschen oder Baum zu hängen, ist vor allem in der Entwicklung des Paradiesspiels vom Mittelalter zur Neuzeit zu suchen.

Der Apfel wurde zur symbolischen Schnittstelle zwischen Altem und Neuen Testament: Durch zahlreiche biblische Auslegung wird Christus als der „neue Adam“ und die Gottesmutter als die „neue Eva“ interpretiert, um die Menschheit von der Erbschuld zu erlösen.

Der Paradiesapfel als Sorte ist in alten botanischen Werken, ja sogar einschlägigen Pomologien, verzeichnet. Die Universitätsbibliothek Regensburg wollte es genau wissen und hat der verhängnisvollen Frucht aus dem Garten Eden in ihren Altbeständen nachgespürt.

Als Stück Paradies hat sich der Paradiesapfel auch namensgebend in der bayerischen Variante des Adventskranzes, dem Paradeisl, erhalten. Doch auch der Mensch sollte ein sichtbares Zeichen für den Sündenfall an seinem Körper erhalten: den Adamsapfel.

Otto Bromberger: Der Wichtelmännchen Weihnachtsfreude

Otto Bromberger: Der Wichtelmännchen Weihnachtsfreude. Ausschnitt. Münchener Bilderbogen Nr. 1178. 50. Jahrgang (1897/8). Universitätsbibliothek Regensburg.


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