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Biographie

Die Leidenschaft für Kunst und Kultur wurde Franz Langlotz bereits in die Wiege gelegt. Die Liebe zum Detail lernte er in der Werkstatt seines Vaters kennen, der sich als Bildhauer und Kunstschreiner in Regensburg einen Namen machte. Sein Betrieb in der Badstraße ist urkundlich von 1872 und bis 1898 belegt. Die filigranen Möbel des Ernst Langlotz sind uns zum Teil bis heute erhalten geblieben wie z. B. wie ein Schreibschrank mit eingebauter Uhr in neogotischem Stil für das Regensburger Rathaus. Seine verspielten Intarsienarbeiten sowie das fürstliche Himmelbett in Renaissancestil, die für den Neubau des Südflügels angefertigt wurden, können in Schloss Emmeram bewundert werden.


Sekretaer

Ernst Langlotz: Schreibschrank mit eingebauter Uhr. Regensburg 1885. Museen der Stadt Regensburg. Die intarsierte Tür zeigt den Regensburger Dom. Auf der Innenseite der Tür ist das Innere des Doms dargestellt.


Franz Langlotz besuchte das sog. Alte Humanistische Gymnasium (das heutige Albertus-Magnus-Gymnasium). Nach erfolgreichem Absolutorium verließ er Regensburg und orientierte sich nach München. Im Jahr 1900 erlangte er an der Königlich Technischen Hochschule das Diplom als Bauingenieur und trat in die Königlich Oberste Baubehörde im Staatsministerium des Innern ein. Nach Ableistung des Militärdiensts und verschiedener Abordnungen im Rahmen seiner beamtlichen Tätigkeit legte er 1904 das Examen als Regierungsbaumeister ab und wurde als Staatsbauassistent in das Königliche Straßen- und Flußbauamt aufgenommen.

Auf eigenen Wunsch schied er zum Jahresende 1910 aus dem Staatsdienst aus, um die Stelle des Direktors und Geschäftsführers der Isarwerke München GmbH anzutreten. 1921 wurde er mit der Gründung der Isarwerke AG zusätzlich zum Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte Franz Langlotz seiner Kunstbegeisterung ein Denkmal setzen. Er wurde mit der Errichtung des Wasserkraftwerks Mühltal beauftragt. Über die Familie von Finck, die als Vorläuferunternehmen die Isarwerke GmbH gegründet hatte und mit Franz von Stuck verwandt war, machte Langlotz Bekanntschaft mit dem berühmten Maler und Akademieprofessor. Er beauftragte 1924 den Schüler Stucks Gottlob Gottfried Klemm mit einem Deckengemälde der Kraftwerkswarte für 600 Rentenmark: Eine zentrale Windrose wird von den mythologischen Figuren Poseidon, Zeus, Aiolos und Helios als Personifizierungen der Naturgewalten Wasser, Blitz, Wind und Sonne unter Angabe der Himmelsrichtungen gerahmt. Eine derartige künstlerische Ausgestaltung eines Wasserkraftwerks ist in der Bundesrepublik einzigartig.


Deckenfresko

Deckenfresko Wasserkraftwerk Mühltal. Quelle: E.ON, Bildautor: Rolf Sturm.


In einem Artikel aus den Münchner Neuesten Nachrichten zum 25-jährigen Dienstjubiläum wurde besonders das soziale Engagement von Franz Langlotz, das weit über seine Dienstpflichten hinausging, hervorgehoben: Neben einer Eigenheiminitiative für verdiente Mitarbeiter trieb er den Ausbau der Fürsorgekasse voran. 1926 wurde Langlotz zum Landesbaurat ernannt, später erlangte er die Würde eines Ehrenbürgers und schließlich Ehrensenators der Technischen Hochschule München.

Im Alter von 70 Jahren schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst aus. Er verstarb am 10. Juli 1953 und wurde in Regensburg auf dem evangelischen Zentralfriedhof beigesetzt

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