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Germanistentheater

Aktuelles Projekt

Germanistentheater & UR Stage Club

Schauspiel-Musiktheater-Kooperation

Ödön von Horváth: „Rund um den Kongreß“

Posse in fünf Bildern – szenisch und musikalisch erweitert

Aufführungen vom 19. bis 22. Februar 2023

jeweils im 19.30 Uhr

im Theater an der Uni


„Ich bin ja tot.“ – „Aber natürlich!“

Ödön von Horváths Posse „Rund um den Kongress“ in einer Inszenierung des Germanistentheaters und des UR Stage Clubs im Theater an der Uni

Ohne Übertreibung lässt sich Ödön von Horváths Posse „Rund um den Kongress“ als Herzstück seines Schaffens bezeichnen, auch wenn es bis heute nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch vielen LiteraturwissenschaftlerInnen weitgehend unbekannt geblieben ist. Die Posse, entstanden 1929, bildet nicht nur den zeitlichen „Auftakt“ zu seinen nun folgenden und unvergessenen Volksstücken, sondern hier formuliert Horváth das zentrale Thema seiner Evergreens bereits vor: „Ein Fräulein wird verkauft“.

In der Inszenierung des Germanistentheaters und des UR Stage Clubs findet die Posse „Rund um den Kongress“ durch ein Vor- und ein Zwischenspiel basierend auf „Sladek, der schwarze Reichswehrmann“ eine Erweiterung, die Horváths dramaturgischem Clou, Schminke zum Wanderer zwischen Stückwelten zu machen, geschuldet ist. Wie in „Rund um den Kongress“ bearbeitet Horváth mit „Sladek“ ein tagespolitisches Thema, das heute wieder brandaktuell ist: Hierbei handelt es sich um die Bedrohung der Weimarer Republik durch die Reichswehr und die Geheimbünde, die auf die gewaltsame Beseitigung der demokratischen Verfassung und die Errichtung einer Diktatur abzielten. – Wem kommen bei diesen Worten nicht die Verbrechen des NSU oder die Umsturz-Pläne der Reichsbürger-Bewegung in den Sinn?

Doch warum mit Musik? Wer Horváths Werke kennt, weiß, dass diese von Musik nur so durchdrungen sind. Für die Realisierung seiner Stücke war Horváth stets auf der Suche nach passenden Komponisten, denen er nicht nur bei der musikalischen Umsetzung seiner Verse, sondern auch bei textlichen Neuschöpfungen freie Hand ließ. Im thematischen Umfeld von „Rund um den Kongress“ ist besonders bemerkenswert, dass Horváth auf einem der frühesten Konzeptblätter zu „Die Schönheit aus der Schellingstrasse“ als Komponisten Kurt Weill und als Regisseur Erich Engel vorsieht, die mit Brechts „Die Dreigroschenoper“ 1928 den größten Bühnenerfolg der Weimarer Republik feierten. Aus dieser Zusammenarbeit ist zwar nichts geworden, doch gerade der Revue-Charakter seiner Stücke prädestiniert diese geradezu für eine musiktheatralische Umsetzung.

Ödön von Horváths Posse „Rund um den Kongress“ erweitert um ein Vor- und Zwischenspiel frei nach Horváths „Sladek, der schwarze Reichswehrmann“, einer Historie aus dem Zeitalter der Inflation, mit Musik: Die Vorstellungen finden vom 19. bis 22. Februar 2023, jeweils um 19.30 Uhr, im Theater an der Uni statt.

Karten zum Preis von 10 € (ermäßigt 5 €) können per Mail unter ur-musical@gmx.de reserviert werden. Die Abholung und Bezahlung der Karten erfolgt bis spätestens 19.15 Uhr des Vorstellungstags an der Abendkasse.


Germanistentheater

„Verdammt, wir leben noch!“ – so lautet das Motto des Germanistentheaters. Ohne Aufführung ist fast jeder Dramentext unvollständig und unbelebt; die Charaktere auf dem Papier zählen zu den Scheintoten. Wir haben uns deshalb auf den Weg gemacht, Leben in die Literatur zu bringen. Denn: Das Theater ist ein magischer Ort! Hier wird Wirklichkeit, was in Wirklichkeit nicht ist. Literatur ist Kommunikation mit den Toten, Theater ist Kommunikation mit den Lebenden und so werden im Theater die Toten zum Leben erweckt. Wir reanimieren nicht nur Texte Totgeglaubter, sondern retten auch Figuren, die zwischen Buchdeckeln eingeklemmt sind, spielerisch das Leben.

Das Germanistentheater erarbeitet in der Regel jedes Semester eine Produktion, die jeweils am Ende der Vorlesungszeit im Theater an der Uni zur Aufführung gelangt. Das Repertoire der Gruppe ist weit gefächert und reicht von eigener Textproduktion über kabarettistische Performance bis hin zu moderner Interpretation klassischer Dramentexte. Studierende aller Fachrichtungen sind herzlich willkommen.

Inszenierungen (Auszug):

  • Sommersemester 2022: Gerhart Hauptmann „Einsame Menschen“ erweitert durch das Vor- & Nachspiel „Aus dem Off: Bei uns wird Ihnen warm ums Herz“
  • Wintersemester 2019/20: Wolfgang Borchert „Draußen vor der Tür“ (Kooperation mit dem UR Stage Club)
  • Sommersemester 2019: „Das Glück ist eine Kokosnuss und wer hat es geklaut“ Ein musikalisches (Ver-)Lustspiel in zwei Akten (Kooperation mit dem UR Stage Club)
  • Wintersemester 2018/19: Henrik Ibsen „Nora. Ein Puppenheim“
  • Sommersemester 2018: Georg Kaiser „Von morgens bis mitternachts“ Ein Stück Musiktheater (Kooperation mit dem UR Stage Club)

  • Wintersemester 2017/18: Johann Wolfgang Goethe „Iphigenie auf Tauris

  • Sommersemester 2017: „Traum.Zeit: Zwischen Gestern und heute Morgen“ Jubiläumsrevue (Kooperationsprojekt mit dem UR Stage Club)
  • Sommersemester 2016: "Zwischenreich oder Orpheus, Eurydike und die Gurke". Eine szenisch-musikalische Revue (Kooperationsprojekt mit dem UR Stage Club)
  • Wintersemester 2015/16: Johann Wolfgang Goethe „Torquato Tasso“
  • Sommersemester 2015: Agatha Christie „Mord an Bord“ („Tod auf dem Nil”) Krimi in 3 Akten mit Musik (Kooperationsprojekt mit dem UR Stage Club)

  • Wintersemester 2014/15: Ödön von Horváth „Italienische Nacht“
  • Sommersemester 2014: „Davon geht die Welt nicht unter“. Eine szenisch-musikalische Revue (Kooperationsprojekt mit dem UR Stage Club)

  • Sommersemester 2013: Henrik Ibsen „Die Stützen der Gesellschaft“
  • Wintersemester 2012/13: Eine Bearbeitung von Ernst Tollers "Hinkemann"
  • Sommersemester 2012: Ödön von Horváth "Glaube Liebe Hoffnung"
  • Wintersemester 2011/12: "Nathan der Weise" frei nach Gotthold Ephraim Lessing
  • Sommersemester 2011: „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“ frei nach Gotthold Ephraim Lessing
  • Wintersemester 2010/11: „Der grüne Kakadu“ frei nach Arthur Schnitzler und „Dantons Tod“ frei nach Georg Büchner
  • Sommersemester 2010: „Hoppla, wir leben!“ Eine Schauspielrevue frei nach Ernst Toller
  • Wintersemester 2009/10: „(K)EIN STÜCK VON LIEBE“ frei nach Motiven von Arthur Schnitzler
  • Sommersemester 2009: Henrik Ibsen: „Peer Gynt“ frei nach der Übersetzung von Christian Morgenstern.

Eindrücke aus den Inszenierungen


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