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Meldungen aus der Forschung


Exzellenz stärken – Wissen teilen

2. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung in Regensburg: Fortschritte in der Etablierung einer einheitlichen Infrastruktur an den bayerischen Universitätsklinika


4. August 2022

Am 21. Juli 2022 stellten die Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ihre Ergebnisse im Rahmen des 2. BZKF-Netzwerktreffens am Universitätsklinikum Regensburg vor. Das Ziel des BZKF ist es, durch ein bayernweites Netzwerk weltweit Spitzenplätze in der Krebsmedizin zu belegen. In der derzeitigen Aufbauphase des BZKF arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten unter anderem an der Vernetzung ihrer Forschungs-, IT- und Kommunikationsinfrastruktur und bauen international sichtbare gemeinsame wissenschaftliche Leuchtturmstrukturen auf. Leuchttürme sind wissenschaftliche Einheiten, die spezielle Expertisen entwickelt haben und diese allen Standorten des BZKF zur Verfügung stellen. Im Fokus des diesjährigen BZKF-Netzwerktreffens standen die aktuellen Entwicklungen der BZKF-Infrastruktur, die Präsentation der wissenschaftlichen Leuchttürme sowie die Begutachtung der 2021 gegründeten klinischen Studiengruppen durch internationale Expertinnen aus London und den USA.

„Dass unsere sechs bayerischen medizinführenden Universitäten und ihre Universitätsklinika 2019 gemeinsam die Kooperationsvereinbarung zur Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) abschließen konnten, ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Universitätspräsident Professor Dr. Udo Hebel in seinem Grußwort zum 2. BZKF-Netzwerktreffen: „Damit setzen wir für die Medizin und im Kampf gegen den Krebs durch die Zusammenarbeit unter einem Dach neue Standards der Zusammenarbeit.“ Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg sowie deren dazugehörigen Comprehensive Cancer Centers (CCC) wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten.

Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der UR. Foto © Matthias Merz Fotografie

Von besonderer Bedeutung für die Krebsmedizin in Bayern ist auch die gemeinsame Krebsversorgungs- und Forschungs-Allianz „CCC WERA“ – die Deutsche Krebshilfe verstärkt ihre Bemühungen zur Weiterentwicklung der Krebsmedizin sowie zur Versorgung der Patient:innen auf höchstem Niveau und baut die Förderung von Exzellenz-Krebszentren aus. In diesem Kontext wurde die „CCC Allianz WERA“ mit den CCC-Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg zu einem onkologischen Spitzenzentrum ausgezeichnet. Die standortübergreifende Zusammenarbeit im BZKF und in der CCC Allianz WERA ist dem Universitätspräsidenten wichtig, weil sie nicht zuletzt auch den interdisziplinären Gedanken stärkt: „Als Universität Regensburg freuen wir uns, dass unsere neu gegründete Fakultät für Informatik und Data Science hier direkt ansetzen und aktiv einsteigen konnte, um auch den medizinischen Standort Regensburg in Bayern voranzubringen.“

Anlässlich des Netzwerktreffens betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Das BZKF ist einer unserer Leuchttürme. Dieses Netzwerk findet Antworten auf eine der größten Fragen der Menschheit: Wie können wir den Kampf gegen den Krebs gewinnen? Die bayerischen Uniklinika sind Forschungstempel und Orte der Maximalversorgung auf exzellentem Niveau. Danke, dass Sie sich hier gemeinsam auf den Weg machen. Denn Kooperation und Innovation sind entscheidende Mittel gegen Krebs, eine der Geiseln der Menschheit.“

Mit dem Aufbau einer einheitlichen Infrastruktur an den sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten möchte das BZKF die Voraussetzungen für eine exzellente und patientennahe Krebsforschung in Bayern schaffen. Ziel ist es, einen bayernweiten vernetzten Campus für Forschung in der Krebsmedizin aufzubauen, von dem alle Patientinnen und Patienten in Bayern profitiert. „Im Rahmen des BZKF-Netzwerktreffens stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen den aktuellen Projektstand vor. Bereits in der Aufbauphase des BZKF sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie frühzeitig eingebunden werden, daher freut es uns, dass unsere Partnerinnen und Partner zum Treffen anwesend sind“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. Der Aufbau erfolgt in mehreren Phasen und ist auf sechs Jahre angelegt.

Der Fortschritt innerhalb des BZKF wurde ebenfalls durch ein internationales Expertengremium beurteilt. Neben der Vorstellung, Begutachtung und Diskussion der aktuellen BZKF-Projekte gab das Treffen auch Raum für den direkten Austausch zwischen den BZKF-Akteurinnen und -Akteuren. 140 Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reisten aus ganz Bayern zum Treffen nach Regensburg an. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten, wurde von den Teilnehmenden gerne genutzt und das Netzwerk wurde dadurch noch weiter ausgebaut.

Künstliche Intelligenz als Treiber für die Krebsmedizin

Eine wesentliche Aufgabe während der jetzigen Aufbauphase des BZKF besteht in der Erweiterung der vernetzten, digitalen Infrastruktur zur Erfassung diagnostisch‐molekularer, bildgebender, klinischer und biobankbezogener Daten. Dieser Aspekt wurde von Professor Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Lehrstuhlinhaber für Medizinische Informatik der FAU Erlangen-Nürnberg, im Vortrag „BZKF Real World Data Plattform“ überzeugend vorgestellt. Geplant ist die Etablierung einer integrierten Forschungs‐IT-Infrastruktur sowie eine Verwendung von klinischen Daten aus der Routinedokumentation für Forschungszwecke. Durch die flächendeckende Sicherung von komplexen Diagnostik- und Behandlungs-Daten innerhalb des BZKF (Molekulare Pathologie, Bildgebung, Wirkung und Nebenwirkung) sollen weitere Erkenntnisse für die Krebsmedizin gewonnen werden und langfristig zur Verbesserung der Krebsbehandlung beitragen. Die Real World Data Plattform des BZKF basiert auf Vorarbeiten und Standards der deutschen Medizininformatik-Initiative und stellt Daten für standortübergreifende, verteilte Analysen sowie die Entwicklung von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung.

Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen und Industrie

Des Weiteren wurde während des Treffens die Idee einer Kooperation der Pharmainitiative Bayern mit dem BZKF im Rahmen der neu gegründeten Arbeitsgruppe AMG/MPG (Arzneimittelgesetz/Medizinproduktegesetz) vorgestellt. Ziel ist es, dass das BZKF ein Partner für die bayerische Industrie und Motor in der Umsetzung von Innovationen in der Krebsmedizin wird. Zudem ist ein gemeinsames Kooperationsprojekt für die wissenschaftliche Nutzung von Real-World-Daten, die Etablierung onkologischer Fortbildungsveranstaltungen und die Durchführung innovativer klinischer Studien vorgesehen. Weiterhin arbeitet das BZKF mit außeruniversitären Einrichtungen wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut zusammen. Diese Schnittstelle bietet neue Möglichkeiten für die Forschungsprojekte.

Prof. Dr. Peter Hau, BZKF-Studiengruppe „Primäre und sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ (l.), und Prof. Dr. Christian Schulz, BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ (r.). Foto © Matthias Merz Fotografie

1. BZKF Award für herausragende Leistungen

Im Rahmen einer Posterpräsentation stellten die Sprecher der BZKF-Leuchttürme und -Studiengruppen ihre Ergebnisse der ersten Förderperiode 2020/2021 vor. Professor Dr. Tobias Pukrop, Direktor des Comprehensive Cancer Center Ostbayern des Universitätsklinikums Regensburg, erklärte: „Die geförderten BZKF-Studiengruppen sind ein wichtiger Bestandteil des BZKF und sollen langfristig neue Therapiekonzepte gegen Krebserkrankungen evaluieren. Um eine hohe wissenschaftliche Qualität in den Studiengruppen sicherzustellen, werden diese zunächst nur befristet gefördert und von externen sowie von internen und internationalen Gutachterinnen und Gutachtern evaluiert. Für Ihre herausragende Arbeit während der vergangenen 18 Monate wurden die BZKF-Studiengruppe „Primäre und Sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ und die BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ mit dem 1. BZKF Award und einem Preisgeld von 10.000 Euro bzw. 5.000 Euro ausgezeichnet. Wir sind sehr stolz, dass wir bereits nach zwei Jahren als BZKF-Verbund die Weichen für die Entwicklung innovativer Krebstherapien gestellt haben.“

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Seit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neuesten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF: „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt.“

Beim 2. BZKF-Netzwerktreffen. Foto © Matthias Merz Fotografie

Informationen/Kontakt

Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen.

Kooperationspartner des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung sind das Universitätsklinikum Augsburg, das Universitätsklinikum Erlangen, das LMU Klinikum München, das Klinikum rechts der Isar der TUM München, das Universitätsklinikum Regensburg und das Universitätsklinikum Würzburg. Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen
E-Mail-Kontakt: geschaeftsstelle@bzkf.de

Zum Comprehensive Cancer Center Ostbayern, Direktor: Prof. Dr. Tobias Pukrop

Zu Prof. Dr. Peter Hau

Zu Prof. Dr. Christian Schulz

Meldungen aus dem Präsidium

Exzellenz stärken – Wissen teilen

2. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung in Regensburg: Fortschritte in der Etablierung einer einheitlichen Infrastruktur an den bayerischen Universitätsklinika


4. August 2022

Am 21. Juli 2022 stellten die Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ihre Ergebnisse im Rahmen des 2. BZKF-Netzwerktreffens am Universitätsklinikum Regensburg vor. Das Ziel des BZKF ist es, durch ein bayernweites Netzwerk weltweit Spitzenplätze in der Krebsmedizin zu belegen. In der derzeitigen Aufbauphase des BZKF arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten unter anderem an der Vernetzung ihrer Forschungs-, IT- und Kommunikationsinfrastruktur und bauen international sichtbare gemeinsame wissenschaftliche Leuchtturmstrukturen auf. Leuchttürme sind wissenschaftliche Einheiten, die spezielle Expertisen entwickelt haben und diese allen Standorten des BZKF zur Verfügung stellen. Im Fokus des diesjährigen BZKF-Netzwerktreffens standen die aktuellen Entwicklungen der BZKF-Infrastruktur, die Präsentation der wissenschaftlichen Leuchttürme sowie die Begutachtung der 2021 gegründeten klinischen Studiengruppen durch internationale Expertinnen aus London und den USA.

„Dass unsere sechs bayerischen medizinführenden Universitäten und ihre Universitätsklinika 2019 gemeinsam die Kooperationsvereinbarung zur Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) abschließen konnten, ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Universitätspräsident Professor Dr. Udo Hebel in seinem Grußwort zum 2. BZKF-Netzwerktreffen: „Damit setzen wir für die Medizin und im Kampf gegen den Krebs durch die Zusammenarbeit unter einem Dach neue Standards der Zusammenarbeit.“ Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg sowie deren dazugehörigen Comprehensive Cancer Centers (CCC) wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten.

Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der UR. Foto © Matthias Merz Fotografie

Von besonderer Bedeutung für die Krebsmedizin in Bayern ist auch die gemeinsame Krebsversorgungs- und Forschungs-Allianz „CCC WERA“ – die Deutsche Krebshilfe verstärkt ihre Bemühungen zur Weiterentwicklung der Krebsmedizin sowie zur Versorgung der Patient:innen auf höchstem Niveau und baut die Förderung von Exzellenz-Krebszentren aus. In diesem Kontext wurde die „CCC Allianz WERA“ mit den CCC-Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg zu einem onkologischen Spitzenzentrum ausgezeichnet. Die standortübergreifende Zusammenarbeit im BZKF und in der CCC Allianz WERA ist dem Universitätspräsidenten wichtig, weil sie nicht zuletzt auch den interdisziplinären Gedanken stärkt: „Als Universität Regensburg freuen wir uns, dass unsere neu gegründete Fakultät für Informatik und Data Science hier direkt ansetzen und aktiv einsteigen konnte, um auch den medizinischen Standort Regensburg in Bayern voranzubringen.“

Anlässlich des Netzwerktreffens betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Das BZKF ist einer unserer Leuchttürme. Dieses Netzwerk findet Antworten auf eine der größten Fragen der Menschheit: Wie können wir den Kampf gegen den Krebs gewinnen? Die bayerischen Uniklinika sind Forschungstempel und Orte der Maximalversorgung auf exzellentem Niveau. Danke, dass Sie sich hier gemeinsam auf den Weg machen. Denn Kooperation und Innovation sind entscheidende Mittel gegen Krebs, eine der Geiseln der Menschheit.“

Mit dem Aufbau einer einheitlichen Infrastruktur an den sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten möchte das BZKF die Voraussetzungen für eine exzellente und patientennahe Krebsforschung in Bayern schaffen. Ziel ist es, einen bayernweiten vernetzten Campus für Forschung in der Krebsmedizin aufzubauen, von dem alle Patientinnen und Patienten in Bayern profitiert. „Im Rahmen des BZKF-Netzwerktreffens stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen den aktuellen Projektstand vor. Bereits in der Aufbauphase des BZKF sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie frühzeitig eingebunden werden, daher freut es uns, dass unsere Partnerinnen und Partner zum Treffen anwesend sind“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. Der Aufbau erfolgt in mehreren Phasen und ist auf sechs Jahre angelegt.

Der Fortschritt innerhalb des BZKF wurde ebenfalls durch ein internationales Expertengremium beurteilt. Neben der Vorstellung, Begutachtung und Diskussion der aktuellen BZKF-Projekte gab das Treffen auch Raum für den direkten Austausch zwischen den BZKF-Akteurinnen und -Akteuren. 140 Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reisten aus ganz Bayern zum Treffen nach Regensburg an. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten, wurde von den Teilnehmenden gerne genutzt und das Netzwerk wurde dadurch noch weiter ausgebaut.

Künstliche Intelligenz als Treiber für die Krebsmedizin

Eine wesentliche Aufgabe während der jetzigen Aufbauphase des BZKF besteht in der Erweiterung der vernetzten, digitalen Infrastruktur zur Erfassung diagnostisch‐molekularer, bildgebender, klinischer und biobankbezogener Daten. Dieser Aspekt wurde von Professor Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Lehrstuhlinhaber für Medizinische Informatik der FAU Erlangen-Nürnberg, im Vortrag „BZKF Real World Data Plattform“ überzeugend vorgestellt. Geplant ist die Etablierung einer integrierten Forschungs‐IT-Infrastruktur sowie eine Verwendung von klinischen Daten aus der Routinedokumentation für Forschungszwecke. Durch die flächendeckende Sicherung von komplexen Diagnostik- und Behandlungs-Daten innerhalb des BZKF (Molekulare Pathologie, Bildgebung, Wirkung und Nebenwirkung) sollen weitere Erkenntnisse für die Krebsmedizin gewonnen werden und langfristig zur Verbesserung der Krebsbehandlung beitragen. Die Real World Data Plattform des BZKF basiert auf Vorarbeiten und Standards der deutschen Medizininformatik-Initiative und stellt Daten für standortübergreifende, verteilte Analysen sowie die Entwicklung von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung.

Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen und Industrie

Des Weiteren wurde während des Treffens die Idee einer Kooperation der Pharmainitiative Bayern mit dem BZKF im Rahmen der neu gegründeten Arbeitsgruppe AMG/MPG (Arzneimittelgesetz/Medizinproduktegesetz) vorgestellt. Ziel ist es, dass das BZKF ein Partner für die bayerische Industrie und Motor in der Umsetzung von Innovationen in der Krebsmedizin wird. Zudem ist ein gemeinsames Kooperationsprojekt für die wissenschaftliche Nutzung von Real-World-Daten, die Etablierung onkologischer Fortbildungsveranstaltungen und die Durchführung innovativer klinischer Studien vorgesehen. Weiterhin arbeitet das BZKF mit außeruniversitären Einrichtungen wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut zusammen. Diese Schnittstelle bietet neue Möglichkeiten für die Forschungsprojekte.

Prof. Dr. Peter Hau, BZKF-Studiengruppe „Primäre und sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ (l.), und Prof. Dr. Christian Schulz, BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ (r.). Foto © Matthias Merz Fotografie

1. BZKF Award für herausragende Leistungen

Im Rahmen einer Posterpräsentation stellten die Sprecher der BZKF-Leuchttürme und -Studiengruppen ihre Ergebnisse der ersten Förderperiode 2020/2021 vor. Professor Dr. Tobias Pukrop, Direktor des Comprehensive Cancer Center Ostbayern des Universitätsklinikums Regensburg, erklärte: „Die geförderten BZKF-Studiengruppen sind ein wichtiger Bestandteil des BZKF und sollen langfristig neue Therapiekonzepte gegen Krebserkrankungen evaluieren. Um eine hohe wissenschaftliche Qualität in den Studiengruppen sicherzustellen, werden diese zunächst nur befristet gefördert und von externen sowie von internen und internationalen Gutachterinnen und Gutachtern evaluiert. Für Ihre herausragende Arbeit während der vergangenen 18 Monate wurden die BZKF-Studiengruppe „Primäre und Sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ und die BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ mit dem 1. BZKF Award und einem Preisgeld von 10.000 Euro bzw. 5.000 Euro ausgezeichnet. Wir sind sehr stolz, dass wir bereits nach zwei Jahren als BZKF-Verbund die Weichen für die Entwicklung innovativer Krebstherapien gestellt haben.“

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Seit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neuesten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF: „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt.“

Beim 2. BZKF-Netzwerktreffen. Foto © Matthias Merz Fotografie

Informationen/Kontakt

Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen.

Kooperationspartner des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung sind das Universitätsklinikum Augsburg, das Universitätsklinikum Erlangen, das LMU Klinikum München, das Klinikum rechts der Isar der TUM München, das Universitätsklinikum Regensburg und das Universitätsklinikum Würzburg. Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen
E-Mail-Kontakt: geschaeftsstelle@bzkf.de

Zum Comprehensive Cancer Center Ostbayern, Direktor: Prof. Dr. Tobias Pukrop

Zu Prof. Dr. Peter Hau

Zu Prof. Dr. Christian Schulz

Meldungen über die Menschen an der Universität

Exzellenz stärken – Wissen teilen

2. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung in Regensburg: Fortschritte in der Etablierung einer einheitlichen Infrastruktur an den bayerischen Universitätsklinika


4. August 2022

Am 21. Juli 2022 stellten die Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ihre Ergebnisse im Rahmen des 2. BZKF-Netzwerktreffens am Universitätsklinikum Regensburg vor. Das Ziel des BZKF ist es, durch ein bayernweites Netzwerk weltweit Spitzenplätze in der Krebsmedizin zu belegen. In der derzeitigen Aufbauphase des BZKF arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten unter anderem an der Vernetzung ihrer Forschungs-, IT- und Kommunikationsinfrastruktur und bauen international sichtbare gemeinsame wissenschaftliche Leuchtturmstrukturen auf. Leuchttürme sind wissenschaftliche Einheiten, die spezielle Expertisen entwickelt haben und diese allen Standorten des BZKF zur Verfügung stellen. Im Fokus des diesjährigen BZKF-Netzwerktreffens standen die aktuellen Entwicklungen der BZKF-Infrastruktur, die Präsentation der wissenschaftlichen Leuchttürme sowie die Begutachtung der 2021 gegründeten klinischen Studiengruppen durch internationale Expertinnen aus London und den USA.

„Dass unsere sechs bayerischen medizinführenden Universitäten und ihre Universitätsklinika 2019 gemeinsam die Kooperationsvereinbarung zur Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) abschließen konnten, ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Universitätspräsident Professor Dr. Udo Hebel in seinem Grußwort zum 2. BZKF-Netzwerktreffen: „Damit setzen wir für die Medizin und im Kampf gegen den Krebs durch die Zusammenarbeit unter einem Dach neue Standards der Zusammenarbeit.“ Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg sowie deren dazugehörigen Comprehensive Cancer Centers (CCC) wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten.

Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der UR. Foto © Matthias Merz Fotografie

Von besonderer Bedeutung für die Krebsmedizin in Bayern ist auch die gemeinsame Krebsversorgungs- und Forschungs-Allianz „CCC WERA“ – die Deutsche Krebshilfe verstärkt ihre Bemühungen zur Weiterentwicklung der Krebsmedizin sowie zur Versorgung der Patient:innen auf höchstem Niveau und baut die Förderung von Exzellenz-Krebszentren aus. In diesem Kontext wurde die „CCC Allianz WERA“ mit den CCC-Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg zu einem onkologischen Spitzenzentrum ausgezeichnet. Die standortübergreifende Zusammenarbeit im BZKF und in der CCC Allianz WERA ist dem Universitätspräsidenten wichtig, weil sie nicht zuletzt auch den interdisziplinären Gedanken stärkt: „Als Universität Regensburg freuen wir uns, dass unsere neu gegründete Fakultät für Informatik und Data Science hier direkt ansetzen und aktiv einsteigen konnte, um auch den medizinischen Standort Regensburg in Bayern voranzubringen.“

Anlässlich des Netzwerktreffens betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Das BZKF ist einer unserer Leuchttürme. Dieses Netzwerk findet Antworten auf eine der größten Fragen der Menschheit: Wie können wir den Kampf gegen den Krebs gewinnen? Die bayerischen Uniklinika sind Forschungstempel und Orte der Maximalversorgung auf exzellentem Niveau. Danke, dass Sie sich hier gemeinsam auf den Weg machen. Denn Kooperation und Innovation sind entscheidende Mittel gegen Krebs, eine der Geiseln der Menschheit.“

Mit dem Aufbau einer einheitlichen Infrastruktur an den sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten möchte das BZKF die Voraussetzungen für eine exzellente und patientennahe Krebsforschung in Bayern schaffen. Ziel ist es, einen bayernweiten vernetzten Campus für Forschung in der Krebsmedizin aufzubauen, von dem alle Patientinnen und Patienten in Bayern profitiert. „Im Rahmen des BZKF-Netzwerktreffens stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen den aktuellen Projektstand vor. Bereits in der Aufbauphase des BZKF sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie frühzeitig eingebunden werden, daher freut es uns, dass unsere Partnerinnen und Partner zum Treffen anwesend sind“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. Der Aufbau erfolgt in mehreren Phasen und ist auf sechs Jahre angelegt.

Der Fortschritt innerhalb des BZKF wurde ebenfalls durch ein internationales Expertengremium beurteilt. Neben der Vorstellung, Begutachtung und Diskussion der aktuellen BZKF-Projekte gab das Treffen auch Raum für den direkten Austausch zwischen den BZKF-Akteurinnen und -Akteuren. 140 Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reisten aus ganz Bayern zum Treffen nach Regensburg an. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten, wurde von den Teilnehmenden gerne genutzt und das Netzwerk wurde dadurch noch weiter ausgebaut.

Künstliche Intelligenz als Treiber für die Krebsmedizin

Eine wesentliche Aufgabe während der jetzigen Aufbauphase des BZKF besteht in der Erweiterung der vernetzten, digitalen Infrastruktur zur Erfassung diagnostisch‐molekularer, bildgebender, klinischer und biobankbezogener Daten. Dieser Aspekt wurde von Professor Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Lehrstuhlinhaber für Medizinische Informatik der FAU Erlangen-Nürnberg, im Vortrag „BZKF Real World Data Plattform“ überzeugend vorgestellt. Geplant ist die Etablierung einer integrierten Forschungs‐IT-Infrastruktur sowie eine Verwendung von klinischen Daten aus der Routinedokumentation für Forschungszwecke. Durch die flächendeckende Sicherung von komplexen Diagnostik- und Behandlungs-Daten innerhalb des BZKF (Molekulare Pathologie, Bildgebung, Wirkung und Nebenwirkung) sollen weitere Erkenntnisse für die Krebsmedizin gewonnen werden und langfristig zur Verbesserung der Krebsbehandlung beitragen. Die Real World Data Plattform des BZKF basiert auf Vorarbeiten und Standards der deutschen Medizininformatik-Initiative und stellt Daten für standortübergreifende, verteilte Analysen sowie die Entwicklung von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung.

Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen und Industrie

Des Weiteren wurde während des Treffens die Idee einer Kooperation der Pharmainitiative Bayern mit dem BZKF im Rahmen der neu gegründeten Arbeitsgruppe AMG/MPG (Arzneimittelgesetz/Medizinproduktegesetz) vorgestellt. Ziel ist es, dass das BZKF ein Partner für die bayerische Industrie und Motor in der Umsetzung von Innovationen in der Krebsmedizin wird. Zudem ist ein gemeinsames Kooperationsprojekt für die wissenschaftliche Nutzung von Real-World-Daten, die Etablierung onkologischer Fortbildungsveranstaltungen und die Durchführung innovativer klinischer Studien vorgesehen. Weiterhin arbeitet das BZKF mit außeruniversitären Einrichtungen wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut zusammen. Diese Schnittstelle bietet neue Möglichkeiten für die Forschungsprojekte.

Prof. Dr. Peter Hau, BZKF-Studiengruppe „Primäre und sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ (l.), und Prof. Dr. Christian Schulz, BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ (r.). Foto © Matthias Merz Fotografie

1. BZKF Award für herausragende Leistungen

Im Rahmen einer Posterpräsentation stellten die Sprecher der BZKF-Leuchttürme und -Studiengruppen ihre Ergebnisse der ersten Förderperiode 2020/2021 vor. Professor Dr. Tobias Pukrop, Direktor des Comprehensive Cancer Center Ostbayern des Universitätsklinikums Regensburg, erklärte: „Die geförderten BZKF-Studiengruppen sind ein wichtiger Bestandteil des BZKF und sollen langfristig neue Therapiekonzepte gegen Krebserkrankungen evaluieren. Um eine hohe wissenschaftliche Qualität in den Studiengruppen sicherzustellen, werden diese zunächst nur befristet gefördert und von externen sowie von internen und internationalen Gutachterinnen und Gutachtern evaluiert. Für Ihre herausragende Arbeit während der vergangenen 18 Monate wurden die BZKF-Studiengruppe „Primäre und Sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ und die BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ mit dem 1. BZKF Award und einem Preisgeld von 10.000 Euro bzw. 5.000 Euro ausgezeichnet. Wir sind sehr stolz, dass wir bereits nach zwei Jahren als BZKF-Verbund die Weichen für die Entwicklung innovativer Krebstherapien gestellt haben.“

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Seit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neuesten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF: „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt.“

Beim 2. BZKF-Netzwerktreffen. Foto © Matthias Merz Fotografie

Informationen/Kontakt

Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen.

Kooperationspartner des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung sind das Universitätsklinikum Augsburg, das Universitätsklinikum Erlangen, das LMU Klinikum München, das Klinikum rechts der Isar der TUM München, das Universitätsklinikum Regensburg und das Universitätsklinikum Würzburg. Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen
E-Mail-Kontakt: geschaeftsstelle@bzkf.de

Zum Comprehensive Cancer Center Ostbayern, Direktor: Prof. Dr. Tobias Pukrop

Zu Prof. Dr. Peter Hau

Zu Prof. Dr. Christian Schulz

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2. Netzwerktreffen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung in Regensburg: Fortschritte in der Etablierung einer einheitlichen Infrastruktur an den bayerischen Universitätsklinika


4. August 2022

Am 21. Juli 2022 stellten die Mitglieder des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ihre Ergebnisse im Rahmen des 2. BZKF-Netzwerktreffens am Universitätsklinikum Regensburg vor. Das Ziel des BZKF ist es, durch ein bayernweites Netzwerk weltweit Spitzenplätze in der Krebsmedizin zu belegen. In der derzeitigen Aufbauphase des BZKF arbeiten die sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten unter anderem an der Vernetzung ihrer Forschungs-, IT- und Kommunikationsinfrastruktur und bauen international sichtbare gemeinsame wissenschaftliche Leuchtturmstrukturen auf. Leuchttürme sind wissenschaftliche Einheiten, die spezielle Expertisen entwickelt haben und diese allen Standorten des BZKF zur Verfügung stellen. Im Fokus des diesjährigen BZKF-Netzwerktreffens standen die aktuellen Entwicklungen der BZKF-Infrastruktur, die Präsentation der wissenschaftlichen Leuchttürme sowie die Begutachtung der 2021 gegründeten klinischen Studiengruppen durch internationale Expertinnen aus London und den USA.

„Dass unsere sechs bayerischen medizinführenden Universitäten und ihre Universitätsklinika 2019 gemeinsam die Kooperationsvereinbarung zur Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) abschließen konnten, ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Universitätspräsident Professor Dr. Udo Hebel in seinem Grußwort zum 2. BZKF-Netzwerktreffen: „Damit setzen wir für die Medizin und im Kampf gegen den Krebs durch die Zusammenarbeit unter einem Dach neue Standards der Zusammenarbeit.“ Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg sowie deren dazugehörigen Comprehensive Cancer Centers (CCC) wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten.

Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der UR. Foto © Matthias Merz Fotografie

Von besonderer Bedeutung für die Krebsmedizin in Bayern ist auch die gemeinsame Krebsversorgungs- und Forschungs-Allianz „CCC WERA“ – die Deutsche Krebshilfe verstärkt ihre Bemühungen zur Weiterentwicklung der Krebsmedizin sowie zur Versorgung der Patient:innen auf höchstem Niveau und baut die Förderung von Exzellenz-Krebszentren aus. In diesem Kontext wurde die „CCC Allianz WERA“ mit den CCC-Standorten Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg zu einem onkologischen Spitzenzentrum ausgezeichnet. Die standortübergreifende Zusammenarbeit im BZKF und in der CCC Allianz WERA ist dem Universitätspräsidenten wichtig, weil sie nicht zuletzt auch den interdisziplinären Gedanken stärkt: „Als Universität Regensburg freuen wir uns, dass unsere neu gegründete Fakultät für Informatik und Data Science hier direkt ansetzen und aktiv einsteigen konnte, um auch den medizinischen Standort Regensburg in Bayern voranzubringen.“

Anlässlich des Netzwerktreffens betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Das BZKF ist einer unserer Leuchttürme. Dieses Netzwerk findet Antworten auf eine der größten Fragen der Menschheit: Wie können wir den Kampf gegen den Krebs gewinnen? Die bayerischen Uniklinika sind Forschungstempel und Orte der Maximalversorgung auf exzellentem Niveau. Danke, dass Sie sich hier gemeinsam auf den Weg machen. Denn Kooperation und Innovation sind entscheidende Mittel gegen Krebs, eine der Geiseln der Menschheit.“

Mit dem Aufbau einer einheitlichen Infrastruktur an den sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten möchte das BZKF die Voraussetzungen für eine exzellente und patientennahe Krebsforschung in Bayern schaffen. Ziel ist es, einen bayernweiten vernetzten Campus für Forschung in der Krebsmedizin aufzubauen, von dem alle Patientinnen und Patienten in Bayern profitiert. „Im Rahmen des BZKF-Netzwerktreffens stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen den aktuellen Projektstand vor. Bereits in der Aufbauphase des BZKF sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie frühzeitig eingebunden werden, daher freut es uns, dass unsere Partnerinnen und Partner zum Treffen anwesend sind“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. Der Aufbau erfolgt in mehreren Phasen und ist auf sechs Jahre angelegt.

Der Fortschritt innerhalb des BZKF wurde ebenfalls durch ein internationales Expertengremium beurteilt. Neben der Vorstellung, Begutachtung und Diskussion der aktuellen BZKF-Projekte gab das Treffen auch Raum für den direkten Austausch zwischen den BZKF-Akteurinnen und -Akteuren. 140 Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reisten aus ganz Bayern zum Treffen nach Regensburg an. Die Möglichkeit, mit den verschiedenen Arbeitsgruppen des BZKF in Kontakt zu treten, wurde von den Teilnehmenden gerne genutzt und das Netzwerk wurde dadurch noch weiter ausgebaut.

Künstliche Intelligenz als Treiber für die Krebsmedizin

Eine wesentliche Aufgabe während der jetzigen Aufbauphase des BZKF besteht in der Erweiterung der vernetzten, digitalen Infrastruktur zur Erfassung diagnostisch‐molekularer, bildgebender, klinischer und biobankbezogener Daten. Dieser Aspekt wurde von Professor Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Lehrstuhlinhaber für Medizinische Informatik der FAU Erlangen-Nürnberg, im Vortrag „BZKF Real World Data Plattform“ überzeugend vorgestellt. Geplant ist die Etablierung einer integrierten Forschungs‐IT-Infrastruktur sowie eine Verwendung von klinischen Daten aus der Routinedokumentation für Forschungszwecke. Durch die flächendeckende Sicherung von komplexen Diagnostik- und Behandlungs-Daten innerhalb des BZKF (Molekulare Pathologie, Bildgebung, Wirkung und Nebenwirkung) sollen weitere Erkenntnisse für die Krebsmedizin gewonnen werden und langfristig zur Verbesserung der Krebsbehandlung beitragen. Die Real World Data Plattform des BZKF basiert auf Vorarbeiten und Standards der deutschen Medizininformatik-Initiative und stellt Daten für standortübergreifende, verteilte Analysen sowie die Entwicklung von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung.

Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen und Industrie

Des Weiteren wurde während des Treffens die Idee einer Kooperation der Pharmainitiative Bayern mit dem BZKF im Rahmen der neu gegründeten Arbeitsgruppe AMG/MPG (Arzneimittelgesetz/Medizinproduktegesetz) vorgestellt. Ziel ist es, dass das BZKF ein Partner für die bayerische Industrie und Motor in der Umsetzung von Innovationen in der Krebsmedizin wird. Zudem ist ein gemeinsames Kooperationsprojekt für die wissenschaftliche Nutzung von Real-World-Daten, die Etablierung onkologischer Fortbildungsveranstaltungen und die Durchführung innovativer klinischer Studien vorgesehen. Weiterhin arbeitet das BZKF mit außeruniversitären Einrichtungen wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut zusammen. Diese Schnittstelle bietet neue Möglichkeiten für die Forschungsprojekte.

Prof. Dr. Peter Hau, BZKF-Studiengruppe „Primäre und sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ (l.), und Prof. Dr. Christian Schulz, BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ (r.). Foto © Matthias Merz Fotografie

1. BZKF Award für herausragende Leistungen

Im Rahmen einer Posterpräsentation stellten die Sprecher der BZKF-Leuchttürme und -Studiengruppen ihre Ergebnisse der ersten Förderperiode 2020/2021 vor. Professor Dr. Tobias Pukrop, Direktor des Comprehensive Cancer Center Ostbayern des Universitätsklinikums Regensburg, erklärte: „Die geförderten BZKF-Studiengruppen sind ein wichtiger Bestandteil des BZKF und sollen langfristig neue Therapiekonzepte gegen Krebserkrankungen evaluieren. Um eine hohe wissenschaftliche Qualität in den Studiengruppen sicherzustellen, werden diese zunächst nur befristet gefördert und von externen sowie von internen und internationalen Gutachterinnen und Gutachtern evaluiert. Für Ihre herausragende Arbeit während der vergangenen 18 Monate wurden die BZKF-Studiengruppe „Primäre und Sekundäre maligne Hirntumoren bei Erwachsenen“ und die BZKF-Studiengruppe „Lungentumoren“ mit dem 1. BZKF Award und einem Preisgeld von 10.000 Euro bzw. 5.000 Euro ausgezeichnet. Wir sind sehr stolz, dass wir bereits nach zwei Jahren als BZKF-Verbund die Weichen für die Entwicklung innovativer Krebstherapien gestellt haben.“

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Seit der Gründung des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) im November 2019 wird das große Ziel verfolgt, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen, neuesten und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, so Professor Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF: „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt.“

Beim 2. BZKF-Netzwerktreffen. Foto © Matthias Merz Fotografie

Informationen/Kontakt

Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen.

Kooperationspartner des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung sind das Universitätsklinikum Augsburg, das Universitätsklinikum Erlangen, das LMU Klinikum München, das Klinikum rechts der Isar der TUM München, das Universitätsklinikum Regensburg und das Universitätsklinikum Würzburg. Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen
E-Mail-Kontakt: geschaeftsstelle@bzkf.de

Zum Comprehensive Cancer Center Ostbayern, Direktor: Prof. Dr. Tobias Pukrop

Zu Prof. Dr. Peter Hau

Zu Prof. Dr. Christian Schulz


Kommunikation & Marketing

 

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