Call for Papers: Jahrestagung Fachverband Public-History-Forschung
Die diesjährige Jahrestagung in Regensburg dient dem persönlichen Treffen und der Vernetzung aller deutschsprachigen Public-History-Forscherinnen und -Forscher. Der Nachmittag der Jahrestagungen ist in Form eines Projektforums dem intensiven und kollegialen Austausch über laufende wissenschaftliche Qualifikationsprojekte gewidmet. Mit dem diesjährigen Rahmenthema „Doing History“ erhält das Projektforum erstmals eine inhaltliche Klammer, die den Austausch innerhalb der Community und das Feedback für die Forschenden intensivieren soll.
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Das Forschungskolloquium findet im Wintersemester 2025/26 hybrid statt - vor Ort in PT 2.0.9 und via zoom
Zoom-Meeting beitreten
https://uni-regensburg.zoom-x.de/j/68152153035
Meeting-ID: 681 5215 3035
Sechster und letzter Vortrag des Forschungskolloquiums im Wintersemester am 21. Januar 2026, 18 Uhr in Raum PT 2.0.9
Die "zweite Geschichte" der Shoah im deutsch-deutschen Fernsehen
Der Vortrag thematisiert den Umgang mit der Shoah in der DDR und der Bundesrepublik anhand einer vergleichenden Analyse der Fernsehfilme Kaddisch nach einem Lebenden (ARD 1969) und Die Bilder des Zeugen Schattmann (DFF 1972). Ausgangspunkt ist die Kontroverse um Stellenwert, Deutungsmuster und politische Rahmungen der Shoah-Erinnerung in beiden deutschen Staaten. Film wird dabei als eine Form geschichtskultureller Auseinandersetzung verstanden, in der sich erinnerungspolitische Vorgaben, narrative Strategien und zeitgenössische Rezeptionsweisen verdichten. So werden die beiden Produktionen in Anschluss an Alexander Walthers aktuelle Studie Die Shoah und die DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus als Resultate spezifischer Aushandlungsprozesse zwischen kulturpolitischen Leitlinien, institutionellen Rahmenbedingungen und individuellen Akteur*innen analysiert.
Dr. Barbara Hanke (Universität Osnabrück)
Public History ist eine Teildisziplin der Geschichtswissenschaft und beschäftigt sich mit den vielgestaltigen Formen, Formaten und Praktiken, in denen Geschichte in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt. Als Quellen dienen der Public History sowohl materielle als auch visuelle, mediale, digital-virtuelle oder performative Darstellungen von Vergangenheit im öffentlichen Raum. Die komplexen Entstehungsbedingungen dieser vergangenheitsbezogenen Erzählungen und Darstellungspraktiken erforschen die Vertreter*innen der Public History in interdisziplinären Ansätzen und fragen danach wie Geschichte „gemacht“, aber auch wie sie verändert und rezipiert wird. Die Public History ist dabei nicht an die Analyse gegenwärtiger Repräsentationen oder an die Zeitgeschichte gebunden, ihr analytischer Blick ist ebenso aufschlussreich für weiter zurückliegende Epochen.
Public History lebt von Schnittstellen und Überschneidungen. Sie ist im Kern ein interdisziplinäres Unterfangen und bietet daher vielfältige Anknüpfungspunkte ins akademische Fächerspektrum, etwa zu den empirischen Kulturwissenschaften, der Geschichtsdidaktik und den verwandten Feldern der heritage und memory studies. Als transdisziplinär angelegter Knotenpunkt zwischen Theorie und Praxis arbeitet sie eng mit Akteur*innen unterschiedlichster Felder der Geschichtskultur zusammen.
Die Professur kooperiert darüber hinaus sehr eng mit dem Zentrum Erinnerungskultur an der Universität Regensburg.

Kurz-Adresse der Seite: go.ur.de/public-history
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